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Zahnen bei Babys: erste Anzeichen, Ablauf und Abhilfe bei Schmerzen

Text: Kirsten Hemmerde
Zahnen ist ein Meilenstein in der Entwicklung deines Babys. Ganz vorsichtig schiebt sich das erste Schneidezähnchen vor und verleiht deinem Kind ein niedliches Lächeln. Allerdings kann der Prozess des Zahnens mit Beschwerden verbunden sein. Wir verraten dir, was die Anzeichen für das Zahnen sind, welche Symptome auftreten können und mit welchen Erste-Hilfe Tipps du deinem Kind helfen kannst.

Wenn das erste Zähnchen durchbricht, ist das für Babys und Eltern besonders spannend. Ab jetzt kann dein Kind besser zubeißen, gut nagen und wird noch viel mehr in den Mund nehmen. Der Prozess des Zahnens bei Babys läuft – wie alle Entwicklungsschritte – individuell ab. Bei einigen Babys geschieht das völlig unbemerkt, andere Kinder dagegen leiden unter Beschwerden. So vermeldet die Stiftung Kindergesundheit, dass 70 Prozent aller Babys Symptome oder Auffälligkeiten beim ersten Zahndurchbruch haben. Ihr Vorsitzender Professor Berthold Koletzko gibt jedoch Entwarnung: „Zähnekriegen ist keine Krankheit und verursacht auch keine Krankheiten. Wenn Kinder beim Zahnen höheres Fieber, schwerwiegendere Befunde oder Beschwerden haben, sollte man nicht vorschnell das Zahnen dafür verantwortlich machen, sondern an andere krankmachende Ursachen denken und das Kind dem Kinder- und Jugendarzt vorstellen.“

Zahnen bei Babys: So läuft es ab

Schon während der Schwangerschaft werden die Milchzähne und auch die bleibenden Zähne im Kiefer deines Kindes angelegt. Im Laufe des ersten Lebensjahres brechen die ersten von ihnen durch: Beim Zahnen bewegen sich die Milchzähne langsam durch die Zahnleiste. Schließlich kommt die Zahnkrone durch das Zahnfleisch. Das erkennst du an einer kleinen weißen spitzen Erhebung, die binnen weniger Tage immer größer wird. Im Anschluss wächst die Zahnwurzel, mit der der Zahn im Kiefer verankert wird. Der Zeitpunkt, wann ein Zahn durchbricht, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. In den meisten Fällen folgt das Zahnen bei Babys ungefähr diesem Ablauf:

  • sechs bis zehn Monate: untere Schneidezähne
  • acht bis zwölf Monate: obere Schneidezähne
  • neun bis 13 Monate: obere seitliche Schneidezähne
  • zehn bis 16 Monate: untere seitliche Schneidezähne
  • zwölf bis 16 Monate: erster Backenzahn
  • 16 bis 20 Monate: Eckzähne
  • 20 bis 30 Monate: zweiter Backenzahn

Bis das Milchgebiss komplett ist, dauert es meist rund zwei Jahre. Dann hat dein Kind 20 Zähne im Mund, jeweils fünf links und rechts im Unter- und Oberkiefer.

Erste Anzeichen für das Zahnen bei Babys

Dein Kind schläft unruhiger als sonst? Es speichelt besonders viel oder erscheint dir vielleicht auch besonders quengelig? Das können erste Anzeichen für das Zahnen bei Babys sein. Kein Wunder, schließlich ist dieser Vorgang mit einigen Strapazen für den Kiefer verbunden. So wird das Zahnfleisch stärker durchblutet. Dadurch kann es anschwellen, jucken oder auch etwas schmerzen. Diese Symptome können dir Hinweise darauf geben, dass dein Kind zahnt:

  • Es nimmt verstärkt Gegenstände in den Mund und kaut auf vielen Dingen herum. Damit möchte dein Baby Schmerzen lindern und das Durchbrechen der Zähne erleichtern.
  • Gerötete Wangen und geschwollenes Zahnfleisch, weil die Kieferregion stärker durchblutet wird.
  • Übermäßiger Speichelfluss, denn das Zahnfleisch ist gereizt und das Schlucken fällt schwerer.
  • Fieber – das kann zwei Gründe haben: Zahnen bei Babys fordert ihren Körper und daher haben Infekte ein leichtes Spiel. Auf der anderen Seite sorgt eine erhöhte Körpertemperatur dafür, dass Stoffwechselvorgänge schneller ablaufen und damit auch die Zähne leichter durchbrechen können.
  • Vielleicht weint dein Kind auch vermehrt und hält sich das Ohr, weil das Unwohlsein bis dahin ausstrahlt.
  • Nächtliches Aufwachen und eine reduzierte Nahrungsaufnahme treten ebenfalls häufiger auf.
  • Magen-Darm-Infekte, ein wunder Windelbereich oder Durchfall sind weitere mögliche Symptome.

Oft ist aber nicht ganz klar, ob diese Symptome mit dem Zahnen bei Babys zusammenhängen. Der Kinder- und Jugendarzt Professor Dr. Berthold Koletzko erläutert: „Zwischen dem sechsten und achten Monat, genau dann, wenn das Baby zu Zahnen beginnt, lassen die von der Mutter mitgegebenen Abwehrkräfte – der so genannte Nestschutz – nach. Das Kind wird anfälliger für Infektionen. Auch die Umstellung von Muttermilch auf Flaschenmilch oder festere Nahrung,

Diese Tipps können Zahnungsbeschwerden lindern

Eltern möchten, dass es ihrem Kind gut geht. Daher leiden viele Mütter und Väter mit, wenn das Zahnen bei Babys mit Beschwerden verbunden ist. Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Tipps und Hausmittel, die sich bewährt haben. Wie bei allen Schwellungen lindert Kühlen die Schmerzen. Ideal sind leicht gekühlte Beißringe. Denn sie haben nicht nur eine angenehme Temperatur, sondern ermöglichen dem Kind auch das Herumkauen und Beißen. Das ist wichtig, weil viele Babys nun einen verstärkten Kaudrang haben. So wollen sie dem Zahn das Durchbrechen erleichtern. Eine kühle Alternative sind Zahnungsgels. Sie werden auf das Zahnfleisch aufgetragen und beruhigen es. Achte darauf, dass die Produkte frei von Zucker, Alkohol und Menthol sind. Mit viel Geduld, Trost und Nähe kannst du deinem Kind ebenfalls helfen. Versuche auch einmal eine Zahnfleischmassage mit einem Finger. Bei heftigen Beschwerden ist die Wirkung dieser Hausmittel jedoch begrenzt. Wenn dein Kind hohes Fieber oder Schmerzen hat, frage in der Kinderarztpraxis um Rat.
die meistens in diese Zeit fällt, kann den Organismus des Babys belasten. Das kann auch schon mal die Körpertemperatur ansteigen lassen.“

Die ersten Zähne sind da – was nun?

Spätestens ab dem ersten Zahn steht die Zahnpflege auf dem Programm. Dafür eignen sich Fingerlinge oder spezielle Kinderzahnbürsten. Experten empfehlen zudem, auf eine ausreichende Fluoridzufuhr zu achten. Denn dieses Element benötigt der Körper unter anderem für Bildung von Zahnschmelz. Ab dem sechsten Monat kannst du mit deinem Kind, wenn es gesetzlich krankenversichert ist, zum Zahnarztbesuch gehen. So gewöhnen sich schon die Kleinen früh an diese Untersuchung. Manche stillende Mutter hat vielleicht Bedenken, wie das Brust geben mit Zähnen wohl wird. Hier beruhigt Professor Berthold Koletzko: „Die ersten Zähne bedeuten übrigens nicht, dass das Kind nun abgestillt werden muss. Während des Trinkens kann das Baby nicht in die Brust beißen, solange ihm der Gegenbiss fehlt. Die unteren Zähne sind beim Saugen aber durch die Zunge des Kindes verdeckt“.

Fotos: Gettyimages

 

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