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Fieber bei Babys und Kleinkindern – Das sollten Eltern wissen

Text: Kirsten Hemmerde
Fieber bei Babys und Kleinkindern löst bei Eltern Besorgnis und Unruhe aus. Verständlich, denn Fieber ist ein Anzeichen für eine Krankheit, die deinem Kind in den Knochen steckt und kann ab einer gewissen Temperatur gefährlich werden. Hier erfährst du alles Wissenswerte rund um das Thema „Fieber bei Babys und Kleinkindern“.

Ist Fieber eine Krankheit?

Nein, Fieber ist keine Krankheit, sondern zeigt dir, dass die Immunabwehr deines Kindes funktioniert. Viel mehr ist Fieber ein Warnzeichen, dass dir sagt, etwas stimmt nicht. Der Körper reagiert mit Fieber, wenn Krankheitserreger bekämpft werden müssen. Bei Babys und Kleinkindern ist der Abwehrmechanismus besonders gut ausgeprägt und Fieber ist bei Babys keine Seltenheit. Es bedeutet, dass der Körper sehr schnell reagiert und schon bei kleineren Infekten mit Fieber die Krankheitserreger bekämpft. Eine sehr nützliche Funktion und doch ist sie für Eltern beunruhigend.

Wie erkennst du, dass dein Kind Fieber hat?

Rote Wangen und ein warmer Kopf sind nicht gleich Fieber. Hat dein Kind getobt, in der Sonne gespielt oder eine längere Zeit unter einer warmen Decke gekuschelt, steigt die Körpertemperatur auch an. Das ist aber noch kein Fieber. Auch während des Zahnens kann es vorkommen, dass du bei deinem Kind einen leichten Temperaturanstieg bemerkst. Meist ist auch das kein Grund zur Sorge.

Weist dein Kind einen allgemein schlechteren Gesundheitszustand auf, ist schlapp, müde, hat rote Wangen, ein heißes Gesicht und kalte Hände und du misst mehr als 38 Grad Celsius, hat dein Kind eindeutig Fieber. Manchmal haben Kinder dann auch glasige Augen, werden quengelig und haben keinen Hunger.

Wie kannst du die Temperaturen einordnen?

Grundsätzlich ist nicht die Temperatur entscheidend, sondern der Zustand deines Kindes. Manche Kinder liegen mit 38,2 Grad Celsius im Bett und fühlen sich schlapp und krank. Andere Kinder turnen mit dieser Temperatur fröhlich im Zimmer herum. Die Werte sollen dir einen Anhaltspunkt geben, letztlich entscheidest du aber anhand des Allgemeinzustandes, ob und wann du einen Arzt aufsuchst.

Die normale Körpertemperatur eines gesunden Babys und Kleinkindes liegt zwischen 36,5 und 37,5 Grad Celsius. Bei 37,6 Grad Celsius spricht man von einer erhöhten Temperatur und ab 38,5 Grad Celsius von Fieber. Steigt das Fieber über 39 Grad, solltest du mit deinem Kind die Kinderärztin / den Kinderarzt aufsuchen. Vorsicht ist geboten, wenn das Fieber über 41 Grad Celsius, kann Fieber lebensbedrohlich werden.

  • 36,5 Grad Celsius bis 37,5 Grad Celsius = normale Körpertemperatur
  • 37,6 Grad Celsius bis 38,5 Grad Celsius = erhöhte Temperatur
  • ab 39 Grad Celsius akutes Fieber
  • ab 41 Grad Celsius lebensbedrohliches Fieber

Was ist ein Fieberkrampf?

Bei sehr hohem und schnell ansteigendem Fieber erleiden manche Kinder einen Fieberkrampf, auch Fieberanfall genannt. Meist tritt ein Fieberkrampf im Alter zwischen 6 Monaten und 5 Jahren auf.

Der Fieberkrampf äußert sich, indem Arme und Beine zucken und plötzlich wieder erschlaffen, der Körper kann sich unnatürlich strecken und wird steif und das Kind wirkt abwesend. Manche Kinder verlieren das Bewusstsein.

Einfache und komplizierte Fieberkrämpfe

Ein einfacher Fieberkrampf dauert ungefähr drei bis vier Minuten und wiederholt sich in den nächsten 24 Stunden nicht. Du solltest die 112 anrufen und einen Arzt kommen lassen, der andere Ursachen für den Krampfanfall ausschließen und Tipps zur Fiebersenkung geben kann.

Komplizierte Fieberkrämpfe dauern länger als 15 Minuten und können in den nächsten 24 Stunden wiederholt auftreten. Bei einem komplizierten Fieberkrampf rufst du sofort die 112 an. Die Notärztin / der Notarzt verabreichen ein krampflösendes Medikament und werden dir sagen, was weiterhin zu tun.

Das kannst du bei einem Fieberkrampf tun

Bewahre die Ruhe und versuche dein Kind zu beruhigen. Halte dein Kind nicht fest oder schüttle es. Schaffe zügig eine weiche Umgebung, sodass dein Kind sich nicht verletzen kann. Lagere dein Kind nach dem Fieberkrampf seitlich, sodass Speichel abfließen kann.

Wie misst du am besten Fieber bei Babys und Kleinkindern?

Kranke Kinder sind manchmal eine Herausforderung und wenn du dann noch Fieber messen musst, steigert das die Laune nicht unbedingt. Am besten misst du das Fieber im Po (rektal). So manches Kind wird auch das nicht als besonders angenehm empfinden.

Du erleichterst deinem Kind das Fiebermessen, wenn ihr währenddessen Musik hört, du mit deinem Kind schmust und kuschelst oder du ihm etwas vorsingst. Führe das Fieberthermometer sanft für 2-2,5 cm in den Po ein. Du kannst die Spitze des Thermometers mit ein bisschen Vaseline einreiben. Das erleichtert das Einführen. Warte, bis das Fieberthermometer piept und ziehe es langsam und vorsichtig wieder heraus.

Ist dein Kind zappelig, lege es bäuchlings auf deinen Schoß. Bei sehr kleinen Kindern klappt das Fiebermessen auch gut auf dem Wickeltisch. Achte darauf, dass du das Fieberthermometer festhältst, sodass dein Kind sich nicht weh tut.

Fieber messen im Mund, im Ohr und unter den Achseln

Du solltest nur im Mund Fieber messen, wenn dein Kind alt genug ist, um zu verstehen, dass es nicht auf das Fieberthermometer beißen darf, das Thermometer sicher unter der Zunge liegt und der Mund fest geschlossen bleibt. Fieber messen unter den Achseln empfehlen Experten nicht, die Methode ist sehr ungenau. Fieberthermometer mit Infrarotstrahl für die Ohren sind für Neugeborene und Säuglinge nicht geeignet, da der Gehörgang noch zu eng ist.

Wie kannst du das Fieber senken?

Fiebersenkende Medikamente, Ruhe und Flüssigkeit

Fiebersenkende Medikamente in Form von Zäpfchen oder Saft solltest du nach Absprache mit deiner Kinderärztin / deinem Kinderarzt geben. Grundsätzlich empfiehlt es sich ohnehin den Allgemeinzustand begutachten zu lassen und die Ursache für das Fieber herauszufinden. Tritt das Fieber am Wochenende auf und verschlechtert sich der Allgemeinzustand nicht wesentlich, kannst du deinem Kind auch ein Zäpfchen oder Saft ohne Rücksprache mit der Ärztin / dem Arzt geben. Du solltest aber bei anhaltendem Fieber montags deine Kinderärztin / deinen Kinderarzt aufsuchen.

Ein altbewährtes Hausmittel bei Fieber bei Babys und Kleinkindern sind Wadenwickel und ein kühler Waschlappen auf der Stirn. Legen Handtücher in lauwarmes Wasser und wringe sie aus. Anschließend wickelst du sie um die Waden deines Kindes und wiederholst den Vorgang immer, wenn die Handtücher warm geworden sind. Das Gleiche wiederholst du auch mit dem Waschlappen auf der Stirn.

Essen und Trinken

Viele kranke Kinder haben kaum oder keinen Hunger. Ganz wichtig bei Fieber ist das Trinken. Animiere dein Kind ausreichend zu trinken, wenn es von selbst nicht genug trinkt. Um den Hunger musst du dir keine allzu großen Sorgen machen. Verwöhne dein Kind mit Essen, das es liebt und den Rest holen die meisten Kinder wieder auf, wenn sie gesund sind.

Stillst du noch, biete deinem Kind häufiger die Brust an. Je nach Alter des Babys, kannst du zusätzlich auch Tee und Wasser anbieten.

Ausruhen

Am Anfang der Infektion bleiben die meisten Kinder von sich aus liegen, weil sie müde und schlapp sind. Erholt sich dein Kind wieder, kann es ruhig spielen und sollte möglichst nicht toben. Mit Spaziergängen solltest du warten, bis dein Kind fieberfrei ist. Geht dein Kind zur Tagesmutter oder in die Kita, solltest du warten, bis dein Kind 24 Stunden fieberfrei ist.

Ganz viele Kuscheleinheiten

Was ist am wichtigsten, wenn Kinder krank sind? Natürlich die Zuneigung und das Kuscheln. Leg dich gemeinsam mit deinem Kind ins Bett und hört Musik oder Hörspiele. Lies deinem Kind vor und sei einfach da, wenn es dich braucht. Säuglinge und Babys fühlen sich oft bei Mama oder Papa am wohlsten. Trage dein Kind auch gerne häufiger und länger im Tragetuch und schenke ihm Nähe und Geborgenheit.

Das Drei-Tage-Fieber – ansteckend, aber meist harmlos

Das Drei-Tage-Fieber ist hoch ansteckend, verläuft aber in den meisten Fällen harmlos. Es bezeichnet eine Viruserkrankung und die Erreger zählen zu den Herpesviren. Zuerst tritt Fieber für drei bis vier Tage und wenn das Fieber abgeklungen ist, erscheint der Hautausschlag, der sich über den ganzen Körper ausbreiten kann. Einmal überstanden, ist der Mensch sein Leben lang immun gegen das Drei-Tage-Fieber. Bist du dir nicht sicher, ob das Drei-Tage-Fieber bei deinem Kind harmlos ist, suche deine Kinderärztin / deinen Kinderarzt auf.

Fieber bei Babys und Kleinkindern – normal in den ersten Monaten und Jahren

In den ersten Monaten und Jahren deines Kindes wird euch Fieber und Infektionen immer wieder begleiten. Es ist ganz normal, dass Kleinkinder häufig krank sind, denn so baut sich das Immunsystem auf.

Versuche dich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und wende dich im Zweifelsfall immer an deine Kinderärztin / deinen Kinderarzt.

 

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