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Die richtige Trinkmenge: Wie viel soll ein Baby oder Kind trinken?

Text: Kirsten Hemmerde
Machst du dir Gedanken, ob dein Kind genug trinkt? Gerade bei Babys, aber auch bei Klein- und Kitakindern beschäftigt diese Frage viele Eltern. Wir haben für dich in diesem Beitrag einen Überblick über die ideale Trinkmenge für verschiedenste Altersstufen zusammengestellt. Gut zu wissen: Gerade in den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch auch bei heißem Wetter meist völlig ausreichend. Danach sollte dein Kind wann immer möglich Wasser trinken.

Wie wichtig die ausreichende Trinkmenge ist, kennen wir Erwachsenen von uns selbst. Trinken wir aus Stress, Ablenkung oder auch an besonders heißen Tagen nicht genug, fühlen wir uns schlapp, bekommen Kopfschmerzen oder können uns nicht richtig konzentrieren. Meist ist diese Situation mit ein oder zwei Gläsern Wasser behoben. Bei Babys und Kindern wird das schon schwieriger. Zudem brauchen sie aufgrund ihres niedrigeren Körpergewichts und ihres relativ hohen Wasseranteils im Körper verhältnismäßig viel Flüssigkeit. Doch wie kannst du feststellen, ob ein Stillbaby genug trinkt? Und was tun, wenn das Kleinkind einfach das Wasserglas links liegen lässt? Zunächst einmal hilft es, einen Überblick über die empfohlene Trinkmenge zu gewinnen. Sie unterscheidet sich je nach Entwicklungsstadium.

Baby: Trinkmenge ist abhängig vom Körpergewicht

Bei Säuglingen reichen in der Regel Muttermilch oder Flaschennahrung aus. Damit deckt dein Kind seinen Flüssigkeitsbedarf. Ist es kein Neugeborenes mehr, gilt folgender Richtwert: In etwa 150 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht sollte es pro Tag trinken. Bei sechs Kilogramm wären das rund 900 Milliliter. Das ist eine ungefähre Zahl, die je nach Kind nach oben oder unten abweichen kann. Diese Hinweise verraten dir, dass die Trinkmenge ausreichend ist:

  • Dein Baby nimmt gut an Gewicht zu und wächst zufriedenstellend.
  • Es hat mindestens sechs nasse Windeln pro Tag und macht regelmäßig Stuhlgang.
  • Seine Haut hat eine gesunde Farbe, sie fühlt sich prall und fest an.
  • Wenn du stillst, hörst du deutliche Schluckgeräusche. Nach dem Stillen fühlt sich deine Brust viel weicher an als zuvor.

Wirkt dein Kind dagegen teilnahmslos oder unruhig und ist seine Fontanelle eingesunken, kann das auf zu wenig Flüssigkeit hindeuten. Sprich dann mit deiner Hebamme oder dem Kinderarzt. Sie können dir Still- und Füttertipps geben und dich auch beraten, ob dein Baby bei besonders heißem Wetter, bei Durchfall oder Fieber zusätzliches Wasser oder ungesüßten Tee bekommen sollte.

Beikost: mit Wasser starten

Startet dein Baby mit Beikost, decken zunächst die weiteren Milchmahlzeiten seinen Flüssigkeitsbedarf. Ab der dritten Breimahlzeit benötigt es zusätzliche Getränke. Ideal ist Wasser, auch ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees darf es trinken. Zunächst nimmt dein Kind wahrscheinlich wenig davon zu sich, das ist ganz normal. Die Menge steigert sich meist von alleine, wenn sich dein Kind daran gewöhnt. Daher sollte zu jeder Mahlzeit ein Getränk auf dem Tisch stehen. So lernt dein Kind, dass Trinken dazugehört. Nach ein paar Wochen sollte die Trinkmenge dieser zusätzlichen Flüssigkeit etwa einen Becher – also gut 200 Milliliter – am Tag betragen. Im Laufe der Zeit steigern sich die festen Mahlzeiten – daher nimmt auch der Flüssigkeitsbedarf zu. Rund 600 bis 700 Milliliter sollte dein Kind täglich trinken, wenn es ausschließlich Familienkost isst.

Die optimale Trinkmenge für Kinder nach dem 1. Geburtstag

Wird dein Kind älter und größer, braucht es mehr Flüssigkeit. Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfehlen für Kinder diese Richtwerte als tägliche Trinkmenge für Wasser:

  • 1 bis unter 4 Jahre: rund 820 Milliliter
  • 4 bis unter 7 Jahre: rund 940 Milliliter
  • 7 bis unter 10 Jahre: rund 970 Milliliter
  • 10 bis unter 13 Jahre: rund 1.170 Milliliter
  • 13 bis unter 15 Jahre: rund 1.330 Milliliter
  • 15 bis unter 19 Jahre: rund 1.530 Milliliter

Das sind ungefähre Werte. An heißen Sommertagen, nach starker körperlicher Aktivität oder bei Infekten ist es ganz normal, dass dein Kind mehr Durst hat. Wenn es dagegen einmal viele besonders wasserreiche Lebensmittel wie Melone, Gurke oder Eis zu sich genommen hat, kann es sein, dass es nicht mehr so viel trinken mag. Ob die Menge ausreichend ist, erkennst du an dem Wohlbefinden deines Schatzes. Durst, weniger Toilettengänge, Verstopfungen, Kopfschmerzen oder auch eine erhöhte Temperatur können Symptome für einen Flüssigkeitsmangel sein.

Was sollte mein Kind trinken?

Zu Beginn benötigt dein Baby meist nichts anderes als Muttermilch oder Flaschenmilch. Werden die Milchmahlzeiten weniger, sollte Wasser auf dem Getränkeplan stehen. Es ist kalorien- sowie zuckerarm und an nahezu allen Orten verfügbar. Trinkwasser ist besonders magenschonend, aber auch sanftes Mineralwasser darf in den Becher, das Glas oder die Trinkflasche. Soll es etwas mit Geschmack sein, kannst du deinem Kind ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees geben. Ab einem Jahr, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, kommen auch andere Getränke in Frage – allerdings in maßvoller Dosierung: „Säfte sind reich an Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Energie und zählen zu den pflanzlichen Lebensmitteln. Zum Durstlöschen sollten reine Säfte mit Wasser verdünnt getrunken werden (1 Teil Saft, 3 Teile Wasser).“ Eher selten sollten Erfrischungsgetränke getrunken werden. Denn Limonade, Eistee und Fruchtsaftgetränke stecken voller Zucker.

Das hilft bei kleinen Trinkmuffeln

Die richtige Trinkmenge ist wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden. Einige Kinder tun sich schwer damit, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Diese Tricks können bei kleinen Trinkmuffeln helfen:

  • Immer Wasser in der Nähe haben: Ob morgens beim Aufstehen, beim Zähneputzen, nachmittags auf dem Spielplatz oder auch abends beim Baden – stelle einfach immer einen Becher mit Wasser in die Nähe deines Kindes. Wenn es laufend einen Schluck nimmt, kann es so tagsüber seinen Flüssigkeitsbedarf decken.
  • Phantasievolle Trinkgefäße: Viele Kinder lieben bunte oder außergewöhnliche Trinkgefäße. Eine Trinkflasche mit der Lieblings-Cartoonfigur oder auch mal ein Schnapsgläschen mit Wasser können auch deinen Schatz sicherlich Lust aufs Trinken machen.
  • Strohhalme: Wiederum anderen Kindern ist das Haben des Glases zu mühselig. Versuche es doch mal mit einem Strohhalm. Es gibt sie in der wiederverwertbaren Variante, die auch gespült werden kann.
  • Das richtige Essen: Besonders flüssigkeitsreiches Essen kann ebenfalls dabei helfen, die optimale Trinkmenge zu erreichen. Wassermelonen, Gurken oder Tomaten versorgen dein Kind mit der Extraportion Wasser. Suppen sind auch empfehlenswert. Und in Ausnahmefällen kannst du auch mal etwas mehr Wasser oder sanfte Säfte unters Essen mischen.

Wenn du dir unsicher bist, ob dein Schatz mit genügend Flüssigkeit versorgt wird, sprich ruhig in eurer Kinderarztpraxis vor. Meist können dich Ärztinnen und Ärzte dort beruhigen. Denn auch wenn es Richtwerte gibt – so ist doch jedes Kind individuell in seinem Verhalten und seiner Trinkmenge.

 

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