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So kannst du als Papa beim Abstillen helfen

Text: Julia Weise-Holtgräwe
Möchte oder muss deine Partnerin abstillen, kannst du sie unterstützen. Die Zeit der Umgewöhnung wird eine neue Herausforderung für euch drei und gemeinsam schafft ihr es am besten. Es gibt viel zu tun und wenn du deine Partnerin unterstützt, macht ihr in dieser Zeit tolle neue Erfahrungen. In unserem Ratgeber erfährst du, was du tun kannst, wenn deine Partnerin abstillt.

Tragt die Entscheidung gemeinsam

Keine Mutter sollte ein schlechtes Gewissen haben

Hierzulande ist das Thema Stillen ein Glaubensthema, das mitunter Grabenkämpfe auslöst. Das kann zu einem schlechten Gewissen der Mutter führen, wenn sie sich entscheidet abzustillen oder entscheiden muss. Nicht selten tragen Freunde und Verwandte zur Verunsicherung bei.

Trage die Entscheidung deiner Partnerin ohne Wenn und Aber mit und steh hinter ihr, wenn sie von anderen Menschen in Frage gestellt wird. Niemand, auch du nicht, hat das Recht zu kritisieren oder zu hinterfragen. Es ist allein die Entscheidung der Mutter wie lange sie stillen möchte.

Die Einkaufsliste – Flaschen, Sauger & Co für euer Baby

Vielleicht habt ihr euch schon einmal Gedanken über Flaschen und Sauger gemacht, in einem Onlineshop gestöbert oder den Drogeriemarkt besucht. Die Auswahl ist groß und auch wenn ihr die Erstausstattung mit Liebe ausgesucht habt, kann es passieren, dass euer Baby gar nicht so begeistert ist. Ihr werdet mindestens sechs Flaschen und Sauger benötigen und am besten kauft ihr mindestens zwei verschiedene Sauger. So könnt ihr wechseln, wenn euer Baby nicht ganz einverstanden ist.

Lieber Papa, du bekommst jetzt eine Einkaufsliste von uns und kannst deine Partnerin unterstützen, in dem du dich auf den Weg machst und alles besorgst, was ihr zum Abstillen benötigt.

Liebe Mamas, seid gnädig. Wahrscheinlich habt ihr euch schon lange mit allen Details rund um dieses Thema beschäftigt, vielleicht habt ihr auch schon mit eurer Hebamme darüber gesprochen. Es ist in unserer Gesellschaft schließlich immer noch eine Seltenheit, dass Väter wie selbstverständlich in alles rund um Schwangerschaft und Geburt involviert werden. Wenn also beim ersten Mal nicht alles richtig ist, nehmt es mit Humor. Viel wertvoller als ein perfekter Einkauf ist seine gleichwertige Unterstützung.

Sauger und Flaschen:

  • Sauger aus Silikon und Kautschuk
  • Sauger mit unterschiedlich großen Öffnungen
  • Anatomisch geformte Sauger oder kirschrunde Sauger
  • Glasflaschen und Kunststoffflaschen

Zubehör für das Abstillen und die Hygiene:

  • Dampf-Sterilisator
  • Flaschenbürste
  • Wasserkocher
  • Thermoskanne
  • Trichter
  • Breilöffel
  • Breiteller
  • Lätzchen

Erstausstattung der Babynahrung:

  • Babymilch
  • Babybrei
  • Babygläschen

Kauft am Anfang keine Vorräte!

Es mag verlockend sein gleich zu Anfang drei oder vier Pakete Babymilch zu kaufen oder eine Palette Gläschen. Nein, kauft am Anfang keine Vorräte, denn es kann passieren, dass euer Baby die von euch ausgesuchte Babymilch nicht mag oder nicht verträgt. Das gilt auch für Babybrei und Babygläschen. Probiert erst einmal zwei oder drei verschiedene Zubereitungen aus und findet heraus, was euer Baby gerne mag.

Wir empfehlen dir ergänzend unseren Ratgeber Babyflaschen richtig reinigen. Hier erfährst du alles Wissenswerte rund um das Thema hygienisch saubere Babyflaschen.

Jetzt wird es spannend – Möchte dein Baby abgestillt werden?

Bleibt geduldig, denn Loslassen erfordert Zeit

Bereitet euch darauf vor, dass Abstillen Geduld erfordert. Im ersten Schritt wird nur beigefüttert. Das bedeutet, zuerst trinkt euer Baby ein bisschen Babymilch und wird dann nochmal angelegt. Das verhindert einen Milchstau bei der Mama und der Körperkontakt endet nicht von heute auf morgen. Nach und nach könnt ihr dann die Menge Babymilch erhöhen und das Stillen verringern. Nehmt euch nach dem Fläschchen Zeit zum Kuscheln, so gewöhnt sich euer Baby noch besser an die Umstellung.

Manche Babys gewöhnen sich sehr schnell an das Abstillen und sind ganz unproblematisch. Andere Babys mögen das Fläschchen gar nicht. Die Milch wird ausgespuckt und euer Kind kann sehr willensstark werden. Bleibt geduldig und probiert es Tag für Tag weiter. Das Baby muss sich genauso an die Umstellung gewöhnen wie du als Mama und Papa.

Du kannst deine Partnerin unterstützen, in dem du ihr das Füttern mit dem Fläschchen versuchst abzunehmen. Gib deinem Kind das Fläschchen und lass die Mama anschließend stillen.

Will es nicht funktionieren, fragt die Hebamme oder den Kinderarzt um Rat.

Der Übergang vom Milchfläschchen zum Babygläschen

Habt ihr den Übergang vom Stillen zum Fläschchen geschafft, steht schon bald der nächste Schritt an. Nun sind Babybrei und Gläschen an der Reihe. Dein Kind muss sich erneut an eine neue Situation gewöhnen und auch hier gilt wieder, bleibt geduldig. Genau wie beim Abstillen gibt es Babys, die freuen sich auf „feste Nahrung“ und haben Spaß daran. Andere Babys wiederum finden das gar nicht so toll. Es schmeckt nicht, der Körperkontakt fehlt und eigentlich hat die Milchflasche gereicht. Probiert geduldig weiter und wechselt euch ab. Übernimm als Vater eine Mahlzeit am Tag und entlaste deine Partnerin.

Nebenwirkungen des Abstillens für die Frau

Auch die Brust der Mama muss sich an das Abstillen gewöhnen. Und schon wieder, du solltest als Mama geduldig bleiben. Du solltest nicht abpumpen, denn das Abpumpen fördert den Milcheinschuss. Je weniger dein Baby an der Brust saugt, umso weniger Milch schießt ein.

Leider kann es zu Spannungsgefühlen in der Brust kommen. Die Brust kann schmerzen und heiß werden. Biete deiner Frau kühle Umschläge an. Quark-Umschläge sind noch besser, denn der Quark kann die Entzündung rausziehen. Um den Druck zu entlasten, kannst du dein Baby auch für eine kurze Zeit anlegen und trinken lassen.

Lieber Papa, wenn deine Partnerin unter schmerzenden Brüsten leidet, frag sie womit du ihr einen Gefallen tun und sie entlasten kannst. Je besser du auf ihre Bedürfnisse eingehen kannst, desto mehr unterstützt du sie und kannst Teil der Zeit des Abstillens sein.

 

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