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Dein Baby baden – Alles, was du wissen musst

Text: Kirsten Hemmerde
Für viele Eltern ist das Bad ihres Babys ein liebgewonnenes Ritual. Mit unseren 10 Schritten wird das Babybad zum Kinderspiel. Von der Vorbereitung über die Wassertemperatur bis zum richtigen Haltegriff: Wir verraten, wie, wann und wie oft ein Säugling gebadet werden sollte.

beim Sicher im warmen Wasser treiben – das genießen viele Babys. Doch vor dem ersten Bad sind Eltern oft verunsichert. Wie sollen sie ihr Kind halten? Welche Pflegeprodukte brauchen sie? Und wann ist der Zeitpunkt für das erste Bad gekommen? „Vor dem ersten Bad muss bei Babys der Nabelrest überhäutet sein, damit keine Entzündungen drohen. Bei Frühgeborenen sollten Eltern mindestens vier Wochen warten. Die Hebamme kann Eltern dabei beraten“, erklärt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin und Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Oft ist die Hebamme beim ersten Baby-Bad zuhause auch dabei. Sie verrät die richtigen Handgriffe und zeigt, wie daraus ein entspanntes Erlebnis für Eltern und Kind wird. Dabei gilt: Vorbereitung für das Baby-Bad ist alles und macht es für die Eltern leichter. Diese Schritte helfen euch:

Baby baden in 10 Schritten – leicht erklärt

 

Nach ein paar Monaten kann das Baby auch mit mildem Badeschaum gebadet werden | Foto: Getty

1. Den richtigen Zeitpunkt zum Baby baden wählen

Ob morgens, mittags oder abends – wann gebadet wird, richtet sich nach den Vorlieben von Eltern und Baby. Wichtig ist, dass eine ruhige Atmosphäre herrscht und keine Störungen zu befürchten sind. So können Eltern und Kind diese gemeinsame Zeit genießen. Wie bei Erwachsenen, die schwimmen gehen, sollte auch das Baby weder einen leeren noch einen ganz vollen Magen haben. Denn sonst könnte das Baden seinen Kreislauf durcheinander bringen. Daher bietet sich die Zeit zwischen zwei Mahlzeiten an. Viele Kinder mögen das Bad vor dem Schlafen gehen. Das warme Wasser macht sie müde. Genauso wichtig wie die Frage nach dem wann ist die Frage nach dem wie oft. Ein bis drei Mal die Woche baden reicht bei Babys aus. Denn sie haben noch eine sehr dünne Haut, die durch zu häufiges Baden austrocknen kann. Zudem machen sie sich noch nicht so viel dreckig wie Klein- oder Kindergartenkinder.

2. Für eine warme Umgebung sorgen

Das Badezimmer sollte angenehm warm sein, damit euer Baby sich beim Baden wohlfühlt. Heizt dafür den Raum auf mindestens 22 Grad. Die Türen könnt ihr schließen, um Zugluft zu vermeiden. Damit das Handtuch ebenfalls schön warm ist, legt es einfach mit auf die Heizung. Wenn ihr euer Kind nach dem Baden nicht im Badezimmer, sondern auf einem Wickeltisch anzieht, könnt ihr diesen Ort auch schon einmal vorwärmen. So ist euer Baby keinen großen Temperaturunterschieden ausgesetzt. Das sorgt für noch mehr Behaglichkeit und reduziert die Gefahr einer Erkältung.

3. Das Wasser einlassen

Nun könnt ihr das Wasser einlassen. Es sollte ungefähr so viel eingefüllt werden, dass die Schultern des Babys bedeckt sind. Die optimale Wassertemperatur beträgt 37 Grad. Das könnt ihr mit einem Badethermometer überprüfen. Anfangs genügt klares Wasser zum Reinigen. Wenn das Baby sechs bis acht Wochen alt ist, dürfen auch pH-neutrale rückfettende Badezusätze ins Wasser gegeben werden. Alternativ kann ein Schuss Muttermilch verwendet werden.

4. Zubehör bereitlegen

Positioniert Zubehör wie Waschlappen, Windel oder sanftes Shampoo schon jetzt in Griffweite. Es sollte möglichst mit einer Hand erreichbar sein, da du mit der anderen Hand dein Baby beim Baden hältst.

5. Bakterien minimieren

Empfehlenswert ist es, vor dem Bad mit einem feuchten Tuch den Po des Kindes zu reinigen. So gelangen weniger Bakterien ins Wasser.

6. Ab ins Wasser

Nach dieser Vorbereitung darf das Baby nun endlich in die Wanne. Damit euer Kind sicher im Arm liegt, hat Dr. Niehaus diese Tipps parat: „Stützen Sie den Kopf und den Nacken Ihres Babys mit Ihrem nichtdominanten Arm und lassen Sie Ihr Baby mit den Füßen voran ins Wasser gleiten. Halten Sie den Rücken Ihres Babys auf dem Unterarm und den Kopf mit der Hand.“ So wird der Körper deines Kindes Schritt für Schritt mit Wasser vertraut gemacht. Weiterer Vorteil: Euer Baby kann beim baden mit seinen Beinen strampeln. Und du hast deine gewohnte Hand für die Babypflege frei.

7. Die Reinigung

Wasche deinen Schatz vorsichtig mit den Händen oder einem weichen Waschlappen. Reinige vor allem auch alle Hautfalten und die Genitalien. Am besten verwendest du zwei Lappen – einen für den Körper und einen für den Kopf. Der Kopf wird nämlich in der Regel zum Schluss gesäubert, da hier das Baby am schnellsten auskühlt.

8. Genießerzeit

Viele Babys lieben ein warmes Bad. Sie fühlen sich ähnlich beweglich wie im Mutterleib. Auch bei Bauchschmerzen empfinden viele Kinder ein Bad als besonders wohltuend. Wenn dein Baby also nach der eigentlichen Reinigung noch etwas in der Wanne bleiben möchte, achte drauf, dass es mit dem ganzen Oberkörper unter Wasser liegt, um das Auskühlen zu verhindern. Ist das nicht möglich, kannst du ihm einen mit warmem Wasser getränkten Waschlappen auf die Brust legen. Insgesamt sollte die Badedauer in den ersten Lebensmonaten bei fünf bis zehn Minuten liegen.

 

Badezeit ist vor allem auch Kuschelzeit | Foto: Getty

9. Abtrocknen und eincremen

Wenn die Badezeit vorbei ist, nimmst du dein Baby vorsichtig aus der Wanne. Halte es dabei besonders gut fest. Bedecke es sofort mit dem warmen Badetuch, damit dein Kind es schön warm hat. Nun trocknest du es am Wickeltisch sorgfältig ab – meist reicht hier schon Tupfen mit dem Handtuch. Wichtig ist, dass auch Hautfalten und Zwischenräume gut getrocknet werden. Sonst können wunde Stellen und Entzündungen entstehen. Damit die Haut nicht austrocknet, kannst du eine rückfettende Creme verwenden. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt dafür Emollentien, vor allem auf der Basis von Sonnenblumenöl. Emollentien ist der Überbegriff für Hautpflegemittel, die hauptsächlich aus Fetten und Wasser bestehen. Lasse die Creme kurz einziehen und kleide dein Kind dann rasch an.

10. Streicheleinheiten

Abtrocknen und eincremen sind ideale Gelegenheiten für ausgiebige Streicheleinheiten oder enges Kuscheln. Du kannst diese Zeit auch mit einer Babymassage verbinden. Denn Haut und Körper sind jetzt vorgewärmt. Durch die Creme fühlen sich die Bewegungen besonders sanft an. Achte auf die Signale deines Babys, ob es jetzt noch Lust auf eine Massage hat. Einige Kinder genießen die Berührungen nach dem Bad besonders. Andere wiederum sind dann müde und erschöpft und möchten gerne schlafen.

Praktisches Zubehör für Babys Badezeit

Es gibt Accessoires, die das Baden für Eltern und Kinder angenehmer machen können. Das sind unsere Top 5-Tipps:

  • Badethermometer: Damit lässt sich die Temperatur des Badewassers ganz einfach feststellen. Es gibt die Thermometer in lustigen kindgerechten Formen.
  • Baby-Badewanne: Normale Badewannen sind oft zu groß und unhandlich, um darin ein Baby zu baden. Spezielle Baby-Badewannen können auf die für dich optimale Höhe gebracht werden. Durch die kompakten Maße und Begrenzungen fühlen sich viele Babys geschützt und wohl.
  • Waschlappen: Kuschelweich sollen sie sein und nicht zu groß. Normale Erwachsenen-Waschlappen bedecken meist viel zu viel Fläche des Kindes.
  • Kapuzenhandtuch: Ideal, um das Baby nach dem Baden darin einzuwickeln. Die Kapuze schützt den Kopf vor dem Auskühlen.
  • Heizlampe: Damit bleibt es auch nach dem Baden schön warm. Der Heizstrahler kann neben den Wickeltisch gestellt werden und bringt den Platz in Sekundenschnelle auf die richtige Temperatur.

Viel Spaß beim Baden eures Babies!

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