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U1 bis U9 – Kindervorsorgeuntersuchungen im Überblick

U1 bis U9 – Kindervorsorgeuntersuchungen im Überblick

Du bekommst es direkt nach der Geburt deines Kindes: das gelbe U-Heft. Wir erläutern, was drin steht, warum das kleine Büchlein ein wichtiger Begleiter ist und was dich und dein Kind bei den Untersuchungen erwartet.

Text: Kirsten Hemmerde
Wie entwickelt sich mein Kind? Das ist die Frage, die viele Eltern beschäftigt. Um dein Kind in den ersten Lebensjahren zu begleiten, seinen Gesundheitszustand zu erfassen und seine Fortschritte zu dokumentieren – dafür gibt es die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Insgesamt zehn davon sind bis zum sechsten Lebensjahr vorgesehen. Hier schaut dein Kinderarzt, ob sich dein kleiner Schatz altersgerecht entwickelt. Zudem bieten die regelmäßigen Untersuchungen eine Chance, mögliche Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können. Denn rechtzeitig festgestellt, können viele Kinder Verzögerungen beispielsweise in ihrer sprachlichen oder motorischen Entwicklung durch gezielte Förderung aufholen. Daher ist es wichtig, dass die Untersuchungen in dem angegebenen Zeitraum stattfinden.

Das gelbe U-Heft

Festgehalten werden die Untersuchungsergebnisse im gelben U-Heft. Dabei haben sich die Untersuchungen im Laufe der Jahre gewandelt. Seit 2016 gibt es ein grundlegend überarbeitetes U-Heft. Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied des U-Heft Herausgebers Gemeinsamer Bundesausschuss: „Als ein wesentliches Element der Früherkennung wird bei den Untersuchungen die Interaktion des Kindes mit der primären Bezugsperson in den Fokus genommen.“ So schaut der Arzt, wie dein Kind beispielsweise auf deine Stimme und Gespräche mit dir reagiert. Bei älteren Kindern wird nach Medienkonsum oder sportlichen Aktivitäten gefragt. Neu sind auch Informationen zu Unfallverhütung, richtiger Ernährung oder UV-Schutz.     Folgende Untersuchungen sind für Kinder vorgesehen...

U1 – Die Untersuchung direkt nach der Geburt

Sowie dein Baby das Licht der Welt erblickt hat, wird geschaut, ob es ihm gut geht. Diese Neugeborenen-Erstuntersuchung ist bereits die U1. Arzt, Hebamme oder auch Entbindungspfleger untersuchen lebenswichtige Funktionen wie zum Beispiel Herzschlag, Atmung oder auch Reflexe. So können sie gegebenenfalls sofort eingreifen und weitere Komplikationen vermeiden. Zudem suchen sie nach äußerlich erkennbaren Fehlbildungen. Auch die Untersuchung des Hörvermögens, eine Mukoviszidose-Untersuchung und die Gabe der Vitamin-K-Prophylaxe gehören zu dieser Vorsorge.

U2 – zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag

Bei dieser Vorsorge wird dein Baby eingehend körperlich untersucht. So sollen mögliche Erkrankungen erkannt und behandelt werden. Dazu gehört zum Beispiel die häufig vorkommende Gelbsucht. Der Arzt achtet besonders auf die Haut, die Sinnesorgane, den Kopf, das Skelett, die Muskeln, Brust- und Bauchorgane sowie die Geschlechtsorgane. Zudem gibt er deinem Baby noch einmal Vitamin K, um Blutungen vorzubeugen. Natürlich wird dein Kind auch hier wieder gewogen und gemessen. Wenn du zu diesem Zeitpunkt noch in der Klinik bist, findet die U2 dort statt. Wenn du zuhause bist, vereinbare rechtzeitig einen Termin bei deinem Kinderarzt.

U3 – vierte bis fünfte Lebenswoche

Für viele Babys ist diese Untersuchung die erste bei ihrem eigentlichen Kinderarzt. Hier steht die körperliche Entwicklung im Fokus. Wie ist dein Baby gewachsen? Wie viel hat es an Gewicht zugelegt? Der Arzt schaut sich die Organe, die Haut, die Atemwege und den Bewegungsapparat genau an. Er prüft auch, ob dein Baby schon in Bauchlage seinen Kopf halten kann oder ob es spontan die Hände öffnet. Zudem gibt es eine Ultraschalluntersuchung der Hüftgelenke, um eventuelle Fehlstellungen zu entdecken. Werden sie rechtzeitig therapiert, können deinem Baby lebenslange Beschwerden erspart bleiben. Zudem prüft der Arzt, ob und wie dein Baby auf dich und deine Stimme reagiert. Er berät dich auch zu Themen wie Ernährung, Impfen und der Gabe von Vitamin D und Fluorid.

U4 – dritter bis vierter Lebensmonat

Hier legt der Kinderarzt ein besonderes Augenmerk auf die körperliche und geistige Entwicklung deines Babys. Er beobachtet, wie mobil und aktiv es ist und wie es auf seine Bezugsperson reagiert. Viele Kinder beginnen in diesem Alter, nach Gegenständen zu greifen, bewusst zu lächeln und Laute von sich zu geben. Auch der Körper wird wieder eingehend untersucht, um mögliche Auffälligkeiten frühzeitig zu entdecken. Zudem steht der Arzt für deine Fragen zum Beispiel zum Schlafverhalten oder zum Stillen zur Verfügung. Die U4 kann auch als Impftermin genutzt werden.

U5 – sechster bis siebter Lebensmonat

Nun ist dein Baby bereits ein halbes Jahr alt. Der Kinderarzt prüft bei dieser Vorsorgeuntersuchung unter anderem die Fortschritte bei der Grobmotorik und der Feinmotorik. Kann sich das Kind bereits mit gestreckten Armen auf den Handflächen abstützen? Wechselt es das Spielzeug zwischen den Händen? Wenn es Auffälligkeiten gibt, kann der Arzt zum Beispiel einen Besuch beim Osteopathen oder Physiotherapeuten empfehlen. Auch nach der beginnenden Sprachentwicklung wird geschaut und danach, wie dein Kind auf fremde Personen reagiert. Wie bereits bei den anderen Vorsorgen untersucht der Arzt auch hier den Körper und die Körpermaße.

U6 – zehnter bis zwölfter Lebensmonat (1 Jahr)

Dein Kind ist jetzt bereits deutlich mobiler. Bei dieser Untersuchung schaut der Kinderarzt, wie es sich bewegt und seinen Körper beherrscht. Kann es frei sitzen mit geradem Rücken? Wie greift es kleine Gegenstände? Auch hier wird wieder auf körperliche Auffälligkeiten geachtet, so werden beispielsweise die Augen und die Zähne genau untersucht. Du erhältst zudem eine Beratung zur Zahnpflege und zur Sprachentwicklung. Auch der Impfstatus wird geprüft.

U7 – 21. bis 24. Lebensmonat (2 Jahre)

Mittlerweile liegt ein Jahr zwischen dieser und der letzten Vorsorgeuntersuchung. Das ist viel Zeit für den körperlichen und geistigen Fortschritt. Viele Kinder laufen sicher und frei und können sich bereits mit einfachen Wörtern und Sätzen verständigen. Der Kinderarzt schaut, ob diese Entwicklung altersgemäß ist. Versteht das Kind Anweisungen von dir? Kann es im Bilderbuch auf bekannte Gegenstände zeigen? Malt es einfache Bilder? Wie verhält sich das Kind bei dir und in der Gruppe mit anderen Kindern? Zudem wird der Körper deines Kindes untersucht und vermessen.

U7a – 34. bis 36. Lebensmonat (3 Jahre)

Diese Untersuchung wurde vor einigen Jahren zusätzlich eingeführt. Denn viele Kinder gehen spätestens jetzt in eine Kindertagesstätte und müssen so mit anderen Kindern und Erwachsenen auskommen. Der Kinderarzt prüft die körperliche und sprachliche Entwicklung. Spricht das Kind mindestens Dreiwortsätze und kennt es seinen Rufnamen? Bei der körperlichen Untersuchung nimmt die Erkennung möglicher Sehstörungen einen großen Raum ein. Dein Kinderarzt berät auch zu Themen wie Zahnarzt-Besuch und Medienkonsum.

U8 – 46. bis 48. Lebensmonat (4 Jahre)

Mit vier Jahren ist der Wortschatz der meisten Kinder noch einmal ordentlich gewachsen. Bei dieser Vorsorgeuntersuchung schaut der Arzt nach möglichen Sprachstörungen. Auch die Sehfähigkeit, das Hörvermögen und der Bewegungsapparat werden ausgiebig untersucht. Der Kinderarzt fragt nach den Dingen, die dein Kind bereits alleine machen kann – wie zum Beispiel an- und ausziehen. Das soziale Verhalten wird ebenfalls besprochen ebenso wie die empfohlenen Impfungen.

U9 – 60. bis 64. Lebensmonat (5 Jahre)

Das ist die letzte Vorsorgeuntersuchung im gelben U-Heft. Noch ist in der Regel ein Jahr Zeit, bis dein Kind in die Schule kommt. Ist seine sprachliche, körperliche und soziale Entwicklung dafür altersgerecht? Danach wird hier geschaut, um gegebenenfalls zum Beispiel durch Logopädie oder Ergotherapie unterstützen zu können. Der Kinderarzt untersucht, wie beweglich und geschickt dein Kind ist. Kann es auf einem Bein hüpfen? Malt es Formen wie Kreis oder Quadrat nach? Spielt es mit anderen Kindern und wird auch eingeladen? Zudem interessiert sich der Arzt auch dafür, wie der Kontakt zwischen dir und deinem Kind ist. Wenn dein Kind bei einer Vorsorgeuntersuchung war, kannst du dir das auf der Teilnahmekarte des U-Heftes bestätigen lassen. Denn viele Kitas oder auch andere Einrichtungen verlangen einen Nachweis über die U-Untersuchungen. Es wird empfohlen, die vorgegebenen Untersuchungszeiträume für die Vorsorge einzuhalten. Auch wenn du ein frühgeborenes Kind hast, solltest du dich an den vorgegebenen Untersuchungszeiträumen orientieren. Dein Kinderarzt wird die Frühgeburt bei der Interpretation der Untersuchungsergebnisse berücksichtigen. Dieser Rechner ermittelt für dich die U-Untersuchungstermine deines Kindes anhand des Geburtsdatums!   Bilder: Getty

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