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Coronavirus: So schützt du dich und dein Kind

Coronavirus: So schützt du dich und dein Kind

Seit Wochen steigen die Zahlen der Personen, die am neu aufgetretenen Coronavirus erkrankt sind. Doch für wen ist das Virus gefährlich und wie kannst du dich schützen

Was ist das neu aufgetretene Coronavirus?

Coronaviren gibt es bereits seit Jahrzehnten in verschiedensten Ausprägungen. Sie können beim Menschen unterschiedliche Krankheiten auslösen, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen Verläufen zum Beispiel mit Lungenentzündungen. Jetzt ist ein neuer Typus im Umlauf, Sars-CoV-2, der Erreger der als COVID-19 bezeichneten Erkrankung. Erkrankte klagen über Symptome wie Fieber, Husten, Schnupfen, Atemproblemen oder Halskratzen. Betroffene berichten auch von Schüttelfrost, Übelkeit oder Durchfall. Dabei unterscheiden sich die Krankheitsverläufe deutlich. Einige Personen haben kaum Symptome und fühlen sich gesund. Andere Betroffene leiden wie bei einer starken Erkältung. Insgesamt verlaufen derzeit vier von fünf Erkrankungen mild. In Einzelfällen aber kann es auch zu einer schweren Lungenentzündung kommen. Mikrobiologe Dr. Patrick Vollmar: „Das neu aufgetretene Coronarvirus SARS-CoV-2 ist dem SARS-Coronarvirus aus dem Jahr 2003 nah verwandt. Das Auftreten von SARS-CoV-2 fällt zusammen mit der aktuellen Influenzawelle, der echten Virusgrippe. Insgesamt gibt es in dieser Saison deutlich weniger Corona-Fälle als Fälle der Influenza, der echten Grippe, so dass die normale Influenza nicht unterschätzt werden sollte und hier der aktuelle Impfschutz nicht außer Acht gelassen werden darf.“ Denn gegen den neuartigen Coronavirus kann noch nicht geimpft werden, wohl aber gegen die echte Grippe.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das Virus kann von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Das geschieht vor allem über die Tröpfcheninfektion. Dabei werden meist die Erreger eingeatmet, die ein Erkrankter beim Husten oder Niesen in der Luft verteilt hat. Auch eine Ansteckung über die sogenannte Schmierinfektion ist möglich. Dabei fasst man zum Beispiel eine Türklinke an, die bereits ein Erkrankter berührt hat. Unabsichtlich verteilt man die Viren anschließend an die Schleimhäute in Mund, Nase oder Augen. Im Schnitt dauert es fünf bis sechs Tage, bis nach einer solchen Ansteckung die ersten Krankheitszeichen auftreten. Es können aber auch bis zu 14 Tage vergehen.

Wie gefährdet sind Kinder oder Schwangere?

Umfangreiche Daten liegen bislang zu Corona-Betroffenen aus China vor, da hier die meisten Fälle aufgetreten sind. So verläuft eine Infektion bei ansonsten gesunden Personen bis 60 Jahre häufig mild. Laut Weltgesundheitsorganisation scheinen auch Schwangere kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben. Kinder erkranken laut den Experten eher selten an Corona. Falls doch, ist der Verlauf relativ mild. Gefährlicher ist es vor allem für Menschen über 60 Jahren und Personen mit Grunderkrankungen. Diese Vorerkrankungen können zum Beispiel Herzkreislauferkrankungen sein, Krebs, Diabetes und Erkrankungen des Atmungssystems oder auch der Leber und der Niere. Die meisten Todesfälle gab es in China bei den über 80-Jährigen. Männer waren häufiger betroffen als Frauen. Aktuelle Zahlen zu den Erkrankten gibt es auf der Seite der Weltgesundheitsorganisation.

So kannst du dich und dein Kind schützen

Bislang gibt es noch keinen Impfstoff und auch keine Therapie speziell für das neue Coronavirus. Daher ist es am wichtigsten, dass du dich und dein Kind vor einer Infektion schützt. Es sind dabei vor allem einfache, aber sehr effektive Verhaltensmaßnahmen. Mikrobiologe Vollmar: „Ich verzichte gerade auf das Händeschütteln und achte auf regelmäßiges Händewaschen. Das empfehle ich auch Eltern, um ihre Kinder zu schützen.“ Händewaschen sollte erfolgen:
  • vor dem Essen
  • nach dem Kontakt mit Kranken
  • beim Nach-Hause-kommen
  • nach dem Wickeln
  • nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen,
  • nach dem Toilettengang
  • nach dem Kontakt mit Tieren,
  • nach dem Kontakt mit Abfällen oder belasteten Oberflächen
Dabei seift man die Hände 20 bis 30 Sekunden lang gründlich ein – sowohl die Handinnenflächen als auch den Handrücken, die Fingerspitzen, die Fingerzwischenräume, Fingernägel und Daumen. Danach sollten die Hände sorgfältig abgetrocknet werden. Säuglinge oder Kleinkinder fassen besonders oft Oberflächen oder Gegenstände an. Auch hier kann häufigeres Händewaschen helfen und vor dem Coronavirus schützen. Du hast ein Kindergartenkind oder ein Schulkind? Viele Gemeinschaftseinrichtungen achten zur Zeit von sich aus verstärkt auf die richtige Handhygiene. Die Erzieher in vielen Kindergärten bitten ihre Schützlinge öfter zum Händewaschen. Und viele Schulen lassen sensible Stellen wie Türklinken häufiger reinigen und stellen mehr Seifenspender auf. Neben dem regelmäßigen Händewaschen empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung richtiges Husten und Niesen. Dabei solltest du einen Abstand von mindestens einem Meter zu anderen Personen einhalten. Verwende am besten ein Einwegtaschentuch, das du anschließend sofort entsorgst. Wenn kein Taschentuch griffbereit ist, niest oder huste in deine Armbeuge – nicht in die Hand. Regel Nummer drei lautet Abstand halten. Vermeide daher im Krankheitsfall engen Körperkontakt. Zudem sollte auf das Händeschütteln verzichtet werden. Das Tragen eines Mundschutzes dagegen schützt nicht vor der Erkrankung. Denn bereits nach kurzer Zeit ist die Maske von deinem Atem durchfeuchtet und lässt mögliche Erreger durch.     Hygienetipps

Was tun bei Verdacht einer Ansteckung?

Das Bundesgesundheitsministerium rät: Wenn du Kontakt zu einer Person hattest, bei der das neue Coronavirus festgestellt wurde, solltest du dich mit deinem Gesundheitsamt in Verbindung setzen. Das zuständige Gesundheitsamt findest du hier . Es gibt besondere Risikogebiete, in denen viele Fälle des Coronavirus auftreten. Welche Regionen das sind, kannst du hier nachlesen .Hast du dich in einem solchen Risikogebiet aufgehalten, solltest du unnötige Kontakte vermeiden. Wenn du Symptome einer Atemwegserkrankung bemerkst, solltest du nach telefonischer Voranmeldung einen Arzt aufsuchen. Wenn du deinen Hausarzt nicht erreichst, kannst du auch den kassenärztlichen Notdienst unter 116117 anrufen. Immer mehr Regionen in Deutschland richten Bürgertelefone oder zentrale Anlaufstellen für Corona-Tests an. Hierzu informieren die Tagespresse oder das Internet. Es entscheidet der behandelnde Arzt, ob bei dir oder deinem Kind ein Labortest auf das Corona-Virus durchgeführt wird.

Kita zu wegen Corona: Das sind deine Rechte als Arbeitnehmer

In einigen Regionen wurden Kindergärten und Schulen geschlossen. Das bringt arbeitende Eltern in echte Notsituationen. Bist du davon betroffen, solltest du zunächst mit deinem Arbeitgeber Lösungen suchen. Das könnte zum Beispiel ein vorübergehendes Home Office sein oder der Abbau von Überstunden. Ist das nicht möglich und du bleibst zuhause, muss geschaut werden, ob wirklich keine andere Betreuung für dein Kind machbar ist. Dann kann es sein, dass Paragraph 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches greift. Dieser besagt, dass, wenn du unverschuldet und aus einem persönlichen Grund verhindert bist, trotzdem dein Gehalt bekommst. Gleiches gilt, wenn du auf Reisen unter Quarantäne gestellt bist. Auch wenn dein Arbeitgeber als Vorsichtsmaßnahme den Betrieb schließt, wirst du weiter bezahlt. Bilder: Gettyimages, Grafik: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung    

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