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Baby Alpträume – Was kannst du tun, wenn dein Kind schlecht träumt?

Text: Julia Weise-Holtgräwe
Baby Alpträume sind normal und gehören zur Entwicklung des Kindes. Doch warum haben Babys Alpträume und wie kannst du dein Kind unterstützen? Lies unseren Ratgeber und informiere dich wie du deinem Kind helfen kannst.

Dein Kind hat Alpträume – so kannst du es unterstützen

Baby Alpträume sind normal und gehören zur Entwicklung des Kindes. Schön sind sie dennoch nicht, denn ein Kind, das schlecht träumt, kann seine Eltern um den nächtlichen Schlaf bringen und schläft selbst auch nicht gut.

Warum haben Babys Alpträume und wie kannst du dein Kind unterstützen? Was kannst du machen, wenn die Baby Alpträume über einen längeren Zeitraum vorkommen und du deinem Kind und euch als Eltern nur noch wünscht endlich mal wieder eine Nacht durchschlafen zu können?

Lese unseren Ratgeber und informiere dich wie du deinem Kind helfen kannst.

Wie entstehen Baby Alpträume?

Alpträume im Kleinkindalter können verschiedene Ursachen haben. Besonders häufig kommen die Albträume ab ungefähr dem zweiten Lebensjahr vor. Dein Kind erlebt einen schnellen Entwicklungssprung, der verarbeitet und bewältigt werden muss. Die Umgebung wird bewusster wahrgenommen, Eindrücke und Erlebnisse aus dem Kindergarten beschäftigen dein Kind und die kognitive Entwicklung schreitet rasant voran. Diesen Entwicklungssprung verarbeitet dein Kind auch nachts und manchmal können Alpträume entstehen, weil alles ein bisschen viel war.

Etwas später kommen dann Buch- und Fernsehfiguren hinzu. Dann kann die Fantasie deinem Kind einen Streich spielen und aus der spannenden Geschichte wird ein böser Albtraum.

Weitere Ursachen können auch Verluste sein, wie zum Beispiel die Trennung der Eltern, der Tod eines vertrauten Menschen oder ein Wohnortwechsel.

Wie kannst du dein Kind unterstützen, wenn es Alpträume hat?

Du hörst dein Kind in seinem Zimmer weinen oder dein Kind steht nachts vor deinem Bett und ist verschreckt. Zuerst kannst du dein Kind in den Arm nehmen und trösten. Körpernähe und Wärme wirkt oft wahre Wunder. Hat dein Kind sich beruhigt, frag es wovon es geträumt hat. Das Erzählen des Traumes hilft deinem Kind den Traum zu verarbeiten und je nach Alter auch zu verstehen.

Bring dein Kind wieder in sein Bett, setze dich einen Moment dazu und streichle dein Kind. Lass das Nachtlicht an, auch das kann deinem Kind helfen wieder einzuschlafen. Du kannst auch die Tür ein bisschen geöffnet lassen. Je nach Situation lässt du dein Kind diese Nacht in deinem Bett schlafen.

So kannst du Alpträumen deines Kindes vorbeugen

Jagd und fangt die Albtraum-Monster

In der Nacht des Albtraums kann du dich mit deinem Kind auf die Suche nach den bösen Monstern und Ungeheuern machen und diese einfangen. Nehmt eine Tasche oder einen Beutel und steckt alle gefangenen Ungeheuer hinein und bringt sie nach draußen. Diese Monsterjagd lenkt dein Kind von seinem Traum ab und es wird beim Suchen und Einfangen wieder müde.

Ein süßes Nachtlicht hilft bei der Orientierung

Du kannst Baby Alpträumen vorbeugen. Ein Nachtlicht schenkt sanftes Licht im Kinderzimmer und dein Kind kann sich im Dunkeln ein wenig orientieren. Kaum ein Kind schläft gerne im stockdunklen Zimmer ein und wenn es nachts wach wird macht die Dunkelheit auch Angst. Alternativ zu einem Nachtlicht kannst du auch leuchtende Sterne an der Zimmerdecke anbringen oder mit einer Lampe einen Sternenhimmel an die Decke projizieren.

Bücher gegen Alpträume bei Kleinkindern

Es gibt wunderschöne Kinderbücher, die sich mit dem Thema Albträume bei Babys, Kleinkindern und Kindern beschäftigen. Das Buch gibt deinem Kind die Möglichkeit sich identifizieren zu können und „entschärft“ die nächtlichen bösen Gedanken. Dein Kind weiß nun, dass es nicht allein mit seinen Alpträumen ist und wer ihm gedanklich helfen kann.

Das Kuscheltier wacht über dein Kind

Ein Beschützer neben dem Bett kann deinem Kind auch helfen die Albträume zu überwinden. Lass dein Kind das Kuscheltier am besten selbst aussuchen und an den Platz seiner Wahl setzen.

Lass dein Kind seine Träume malen

Ist dein Kind alt genug, kannst du es seine Träume malen lassen. Manchmal kannst du mit dem gemalten Bild auch besser verstehen was dein Kind nachts quält und am ruhigen Schlaf hindert. Sprecht über die Bilder und werft sie anschließend weg. Das Vernichten der Alpträume auf Papier kann ebenfalls helfen. Alternativ könnt ihr die Bilder auch in einer Kiste verschließen und diese vergraben oder gut verstecken.

Was kannst du tun, wenn die Alpträume eine Schlafstörung verursachen?

Normalerweise verschwinden die Albträume wieder, wenn der Stressauslöser verschwindet. Doch was kannst du tun, wenn die Alpträume eine Schlafstörung verursachen, weil die Ursache in einem schlimmen Erlebnis oder Trauma begründet ist? Manchmal kann das schlimme Erlebnis für uns Erwachsene harmlos sein, aber dein Kind entwickelt eine tiefsitzende Angst. Besonders belastend für kleine Kinderseelen sind traumatische Ereignisse, wie der Tod eines geliebten Menschen, ein Verkehrsunfall, eine schlimme Verletzung oder ein anderes belastendes Ereignis.

Bis jetzt können Wissenschaftler noch nicht exakt sagen, ab wann Albträume das Kind zu sehr belasten und therapeutisch behandelt werden sollten. Du als Elternteil kennst dein Kind am besten und kannst für dich ein Traum-Tagebuch (Schlaf-Protokoll) anlegen. Außerdem solltest du beobachten, ob die Schlafstörung dein Kind tagsüber beeinträchtigen. Du weißt auch, ob dein Kind ein traumatisches Ereignis verarbeiten muss.

Sprich mit deinem Kinderarzt und / oder suche eine Beratungsstelle auf. In Frage kommen bei Kindern eine Maltherapie, eine Bewegungstherapie oder auch eine Spieltherapie.

Wann du dir konkret Hilfe suchen solltest, kann dir niemand sagen, denn du kennst dein Kind am besten. Wir können dir raten, fühlst du dich unsicher und / oder brauchst du Unterstützung, such dir so schnell wie möglich Hilfe. Je schneller du handelst, desto besser für dein Kind und euch als Eltern.

Unterschied zwischen Alptraum und Nachtschreck

Der Der Nachtschreck (Pavor nocturnus) tritt am häufigsten im Alter zwischen zwei und sechs Jahren auf und meist in den ersten zwei bis drei Stunden nach dem Einschlafen. Der Nachtschreck (Der Nachtschreck (Pavor nocturnus), der auch als Angstschreck bezeichnet wird, ist harmlos, aber oft wissen Eltern den Nachtschreck nicht vom Alptraum zu unterscheiden. Du hörst mitten in der Nacht einen panischen Schrei und dein Kind sitzt schweißgebadet in seinem Bett. Meist atmen Kinder sehr heftig und der Puls rast. Dein Kind ist nicht ansprechbar und Beruhigungsversuche sind erfolglos. Nach ein paar Minuten ist der Spuk vorbei und dein Kind legt sich wieder schlafen. Sprichst du dein Kind am morgen darauf an, kann es sich nicht erinnern. Der Nachtschreck hat nichts mit Albträumen gemeinsam und fügt deinem Kind keinen körperlichen oder seelischen Schaden zu.

Tritt der Nachtschreck (Pavor nocturnus) sehr häufig auf, sprich mit deiner Kinderärztin / deinem Kinderarzt darüber.

Schlafwandeln allein oder in Kombination mit dem Nachtschreck

Manchmal tritt das Schlafwandeln in Kombination mit dem Nachtschreck auf, kann aber auch für sich allein auftreten. Die Ursache für das Schlafwandeln ist noch nicht eindeutig geklärt. Man geht davon aus, dass jeder zweite Schlafwandler aus einer Familie mit Schlafwandlern kommt, also eine genetische Veranlagung vorhanden ist. Grundsätzlich ist Schlafwandeln harmlos, aber du musst deine Wohnung kindersicher gestalten. Wenn dein Kind nachts auf Wanderschaft geht, musst du sicherstellen, dass alle Fenster, die Balkontür und die Wohnungstür geschlossen sind. Du kannst an der Kinderzimmertür ein Glöckchen anbringen, das dich weckt, wenn dein Kind nachts „spazieren geht“.

Du kannst versuchen dein Kind vorsichtig wieder in sein Bett zu begleiten. Versuche nicht es zu wecken, denn das mögen Schlafwandler gar nicht und werden mitunter böse. Sprich dein Kind am nächsten Tag nicht auf seine Nachtwanderung an. Das kann dein Kind verunsichern und zusätzlich einen schlechten Schlaf verursachen.

Bilder: Getty

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