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10 Spiele für Kleinkinder, die besonders lehrreich sind

Text: Fenke Gabriel-Schwan
Kinder lernen durch spielen. Sie entwickeln dabei ganz nebenbei ihre motorischen Fähigkeiten, werden ermutigt zu sprechen und imitieren Alltagssituationen. Diese 10 Spiele für

10 Spiele für Kleinkinder, die die Entwicklung fördern

1) Verstecken spielen mit Mama

Als erstes räume alles beiseite, was dein Kind ablenken könnte. Dann suche eine große Decke (ein Laken geht natürlich auch) und verstecke dich darunter. Dein Kind muss allerdings sehen, dass du darunter verschwindest. Frage nun „Wo ist Mama hin?“ Wenn dein Kind dich nicht gleich findet, hilf ein wenig. Zum Beispiel kannst du deine Hand unter der Decke vorstrecken und winken. Wenn du seine Neugier geweckt hast, wird es versuchen dich zu finden. Der Moment der Freude ist besonders groß, wenn es dich dann unter der Decke entdeckt hat. Tauscht dann die Rollen und lass dann dein Kind sich verstecken. Dieses Spiel macht den meisten Kindern viel Spaß, und sie werden es sehr häufig spielen wollen.

Das lernt dein Kind dabei: Beständigkeit! Dein Kind lernt, dass etwas auch noch da ist, wenn man es nicht sehen kann. So lernen Kinder mit Verlassensängsten umzugehen. Das ist besonders hilfreich, wenn dein Kind ungern in die Betreuung geht oder es Probleme hat, nachts alleine in seinem Bett einzuschlafen. Dann spiele häufig mit deinem Kind verstecken, und entwickle das Spiel weiter. Bleib etwas länger versteckt, gib nur einen Laut als Hilfestellung von dir, und sehe zu, wie dein Kind immer mehr Vertrauen gewinnt.

2) Puppentheater

Das Spiel zwischen gleichaltrigen Kleinkindern kann etwas schwierig sein, vor allem wenn sie noch nicht so gut sprechen können. Mit einer Puppe kannst du in die Rolle des Spielpartners schlüpfen, dich aber von der Mamarolle distanzieren. Aus einer Socke kannst Du zum Beispiel ganz einfach eine Handpuppe basteln, mit etwas Füllung und Wollresten. Nutze dann die Sockenpuppe, um mit deinem Kind zu sprechen. In kurzen einfachen Sätzen funktioniert die Kommunikation am besten. Stelle Fragen und beziehe dein Kind in die Handlung einer Geschichte mit ein. Lass dich davon mitreißen und beobachte, wie dein Kind in der Puppe einen neuen Spielgefährten sieht. Diese Methode eignet sich auch ganz gut, um den Alltag zu besprechen und herauszufinden, was dein Kind beschäftigt.

Das lernt dein Kind dabei: Dieses Spiel fördert den Sprachgebrauch, die Fähigkeit erlebtes in Worte zu fassen und das soziale Verhalten.

3) Kletterpfad in der Wohnung

Dieses Spiel ist besonders geeignet für Regentage. Baue aus allem, was eure Wohnung dafür hergibt, einen Entdeckungspfad, auf dem dein Kind klettern kann. Couchkissen sind Sprungbretter, kleine Kissen oder Handtücher werden zu Steinen, die durch einen Fluß führen. Nur wer von Stein zu Stein springt, schafft es trocken über den Fluß. Ein umgedrehter Stuhl wird zum Klettergerüst und aus großen Karton lassen sich Höhlen bauen, durch das dein Kind dann kriechen kann.

Das lernt dein Kind dabei: Beim Klettern, springen und auf allen vieren krabbeln lernt dein Kind das Gleichgewicht zu halten und es trainiert seine motorischen Fähigkeiten. Zusätzlich regt das Spiel seine Fantasie an.

4) Tanzen mit Tüchern

Alle Kinder lieben Musik und Bewegung. Tanzen gehört deshalb zu den schönsten Dingen, die du gemeinsam mit deinem Kind machen kannst. Ein sehr passendes Accessoire dabei sind leichte, bunte Tücher. Man kann sich dahinter verstecken, sich daran festhalten, sie beim drehen flattern lassen. Wichtig ist, dass ihr genügend Platz habt. Jetzt dreh die Musik auf, und los geht es!

Das lernt dein Kind dabei: Beim Tanzen lernt dein Kind Rhythmus zu erkennen, durch Lieder lernt es Sprache zu erkennen und selber zu benutzen. Ganz nebenbei fördert tanzen das Sozialverhalten und trainiert die Motorik.

Bild: Getty

5) Musik machen

Das Dinge Geräusche machen, lernen Kleinkinder sehr früh. Und die meisten Kinder lieben es! Also warum nicht einfach ein Spiel draus machen? Holt alle Töpfe und Schüsseln aus dem Schrank und stellt sie umgedreht auf den Boden. Reicht eurem Kind einen Kochlöffel und der Rest ergibt sich von alleine! Aus einer leeren Flasche und Reis oder getrockneten Linsen könnt ihr ganz einfache Rasseln basteln. Oder ihr nehmt eine leere Toilettenpapierrolle dafür. Klebt eine Öffnung mit Pappe zu, befüllt sie und klebt dann die andere Öffnungen mit Pappe zu. Experimentiert mit allem, was ihr dafür zuhause finden könnt…

Das lernt dein Kind dabei: Das Erzeugen von Geräuschen unterliegt dem Ursache-Wirkung-Prinzip. Dein Kind lernt also, dass etwas passiert, wenn es auf den Topf schlägt, oder die Rassel schüttelt.

6) Nachahmung von Mama

Die Nachahmung ist eins der wichtigsten pädagogischen Mittel. Kinder lernen vor allem, indem sie ihre Mitmenschen imitieren. Also macht doch ein Spiel daraus! Setzt euch gegenüber und schneide Grimassen, mache Gesten mit den Händen und Geräusche. Sehr wahrscheinlich wird dein Kind automatisch alles nachmachen. Ihr könnt natürlich auch die Rollen tauschen! In der Regel wird es etwas dauern, bis dein Kind versteht was da passiert. Aber dann hat es großen Spaß daran, dass Mama ihm alles nachmacht.

Das lernt dein Kind dabei: Dieses Spiel trainiert die sozialen Fähigkeiten deines Kindes. Wenn es andere beobachtet und ihre Gesten nachahmt, lernt es auch wie es sich dabei fühlt. Außerdem wird die Fantasie stark angeregt.

7) Ganzkörperportrait

Hierfür benötigt ihr eine Rolle Packpapier oder Tapetenreste. Das Papier muss groß genug sein, dass dein Kind in der Gesamtgröße draufpasst. Wenn dein Kind sich auf das Papier gelegt hat, kannst Du mit einem Filzstift die Umrisse nachzeichnen. Dann malt ihr das Bild zusammen aus, am besten mit Fingerfarbe. Besprecht wie die Kleidung aussehen soll, und welche Farbe Haut, Augen und Haare haben. Benennt die Körperteile und schreibt es dazu. Wenn ihr alle paar Monate ein ähnliches Bild macht, kannst du festhalten wie dein Kind wächst.

Das lernt dein Kind dabei: Dieses Bastelprojekt fördert ganz viele Fähigkeiten. Malen trainiert die Feinmotorik, dein Kind lernt seinen Körper kennen, der Sprachgebrauch wird gefördert und es versteht, dass es wächst.

8) Basteln mit Lebensmitteln

Du kannst die Kreativität deine Kindes fördern, indem du neben Stift und Pinsel auch mal etwas ungewöhnlichere Bastelmaterialien anbietest. Nudeln oder Cornflakes eignen sich zum Beispiel sehr gut, um daraus Bilder auf Papier zu kleben. Gebe etwas Bastelleim auf festes Papier und lass dein Kind die Nudeln oder Cornflakes darauf kleben. Nudeln können nach dem Trocknen auch sehr gut bemalt werden. Hohle Nudelformen wie Penne eignen sich auch, um daraus Ketten herzustellen.

Das lernt dein Kind dabei: Basteln fördert Kreativität und Feinmotorik deines Kindes. Es lernt beim Malen und Kleben, seine Bewegungen besser zu kontrollieren.

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Bild: Getty

8) Gemeinsam kochen

Besonders im Kleinkindalter lieben Kinder es, zu „helfen“. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht immer hilfreich erscheint, dein Kind beim Kochen einzubinden ist eine sehr lehrreiche Erfahrung. Wichtig ist nur, dass du den geeigneten Rahmen schaffst. Zieh euch beiden eine Schürze an, und sorge für genügend Platz auf dem Tisch oder der Anrichte. Messer oder ähnliche spitze gegenstände sollten selbstverständlicherweise außerhalb der Reichweite deines Kindes sein. Kindgerechte Küchenhelfer machen deinem Kind die Arbeit leicht. Ein ideales Projekt sind zum Beispiel einfache Mürbeteigkekse. Messt zusammen die Zutaten ab, und lass dein Kind rühren und kneten. Dann ausrollen und ausstechen, und nach einer kurzen Backzeit könnt ihr schon die selbstgebackenen Kekse essen. Auch Pizza oder Brötchen backen ist bestens geeignet.

Das lernt dein Kind dabei: Das gemeinsame Kochen trainiert die motorischen Fähigkeiten und macht Abläufe verständlich. Kinder lernen dabei woher ihr Essen kommt und wie es hergestellt wird. Sie sind auch eher bereit Neues zu probieren, wenn sie bei der Zubereitung geholfen haben.

mama & family Tipp: Fährst du mit dem Auto in den Urlaub und bekommst jetzt schon Kopfschmerzen, wenn du an das Quengeln auf dem Rücksitz denkst? Lies einfach unseren Artikel Action auf der Rückbank mit vielen Tipps dazu, wie sich Kinder sich prima im Auto amüsieren können.

10) Arzt spielen

Mit Rollenspiele verarbeiten Kinder den Alltag. Die Angst vorm nächsten Arztbesuch kannst du deinem Kind nehmen, indem ihr Doktor spielt. Das Kind spielt den Arzt, ein Stofftier ist der Patient und du bist die Mama vom Stofftier. Das Rollenspiel beginnt mit der Frage, was dem Kind fehlt. Dein Kleinkind wird sich ganz schnell in seiner neuen Rolle zurecht finden und eine Krankheit erfinden – inklusive der nötigen Therapie. Wenn du dein Stofftier zu einer der U-Untersuchungen schickst, könnt ihr es wiegen, messen und die Reflexe testen. So werden auch diese regelmässigen Arztbesuche zum Kinderspiel!

Das lernt dein Kind dabei: Rollenspiele wie dieses regen die Fantasie deines Kindes enorm an und bieten die Möglichkeit, den Arztbesuch zu verarbeiten oder dein Kind darauf vorzubereiten.

 

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