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Corona bei Kindern – diese Medikamente und Hausmittel helfen

Text: Kirsten Hemmerde
Viele Kleinkinder und auch Babys im ersten Lebensjahr erkranken an Corona. Glücklicherweise sind die meisten Verläufe mild. Trotzdem können unangenehme Symptome wie Husten, Schnupfen oder Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Wir verraten dir, mit welchen Medikamenten und anderen Tipps du die Beschwerden deines Schatzes lindern kannst.

COVID-19 macht auch vor Kindern nicht Halt. Gerade die Omikron-Variante betrifft auch viele Babys und Kleinkinder. So waren bis Ende Februar 2022 über 500.000 Kinder unter fünf Jahren an Corona erkrankt. Da es für sie noch keine Schutzimpfung gibt, sind die Sorgen vieler Eltern groß. Kinderärzte können hier jedoch beruhigen: „Nach bisherigen Erkenntnissen verläuft die COVID-19 Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen meist mild und selbstlimitierend. Hinzu kommt eine Anzahl an asymptomatischen Infektionen“, teilen Experten mehrerer kinder- und jugendmedizinischer Verbände in einer gemeinsamen Stellungnahme mit.

Corona: Das sind die häufigsten Symptome bei Kindern

Bei rund einem Drittel aller Kindern ist die Corona-Infektion asymptomatisch – das heißt ohne Krankheitsanzeichen. Eltern sind dann oft erstaunt, wenn der Schnelltest oder der PCR-Test positiv ausfallen. Viele Kinder haben bei einer COVID-19 Erkrankung erkältungsähnliche Beschwerden. Husten, Fieber, Schnupfen, allgemeine Krankheitszeichen wie Unwohlsein oder Kopfschmerzen, Halsschmerzen sowie Magen-Darm-Probleme sind die häufigsten Symptome. Mit steigenden Fallzahlen gibt es auch bei Kindern immer mehr Krankenhaus-Einweisungen. Dabei sind die Allerkleinsten unter einem Jahr besonders betroffen. Sie stellen mit knapp 40 Prozent die größte Gruppe aller stationär betreuten Kinder und Jugendlichen. Bei den Krankenhaus-Einweisungen ist Fieber mit 63 Prozent das häufigste Corona-Symptom, gefolgt von Beschwerden der unteren Atemwege, der oberen Atemwege und des Magen-Darm-Traktes. Nur wenige Kinder müssen auf die Intensivstation. So lag diese Zahl im Februar 2022 täglich bei rund 150 belegten Plätzen. Hier traten vor allem schwere Atemwegssymptome wie zum Beispiel eine Lungenentzündung auf.

Leichter Corona-Verlauf: Diese Medikamente helfen

Bei einem leichten Verlauf der Corona-Erkrankung besteht für die Gesundheit deines Kindes keine Gefahr. Daher geht es vor allem darum, die Beschwerden zu lindern. Denn die Symptome können unangenehm sein und ihm zu schaffen machen. Diese Medikamente helfen:

  • Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen: Fühlt sich dein Kind sichtlich unwohl und kann es nicht mehr ruhig schlafen? Gerade Fieber tritt oft mit Kopf- und Gliederschmerzen auf. Diese Symptome kannst du mit Ibuprofen oder Paracetamol behandeln. Achte dabei auf die angegebene Mengenempfehlung. Denn sie unterscheidet sich bisweilen je nach Produkt oder Wirkstoffdosierung.
  • Halsschmerzen: Auch wenn es im Hals kratzt oder deinem Kind das Schlucken schwerfällt, lindern Paracetamol oder Ibuprofen diese Symptome.
  • Schnupfen: Eine verstopfte Nase lässt dein Kind schlecht atmen. Zudem stört sie beim Essen, Trinken oder Schlafen. Nasensprays mit den Wirkstoffen Oxymetazolin oder Xylometazolin lassen die Schleimhäute abschwellen und dein Kind wieder durchatmen. Allerdings sollten sie nur über einen kurzen Zeitraum und in möglichst niedriger Dosierung angewendet werden, um einen Gewöhnungseffekt zu verhindern. Für kleine Kinder gibt es das Produkt in Tropfenform, das lässt sich meist besser dosieren. Bei Säuglingen empfehlen Ärzte meist Kochsalzlösungen oder Meerwasser – lasse dich hierzu am besten in der Apotheke beraten.
  • Husten: Hier kann ein kindgerechter Hustensaft gute Dienste leisten. Allerdings ist Husten auch wichtig, um die Atemwege von Schleim zu befreien. Wenn du dir unsicher bist oder der Husten besonders stark ist, sprech mit deiner Kinderarztpraxis. Sie kann dir Hustenstiller, Schleimlöser oder auch Notfallmedikamente für heftige Hustenattacken empfehlen.

Hausmittel und weitere Tipps bei einer COVID-19-Erkrankung

Viele Symptome einer Corona-Erkrankung kannst du auch mit Hausmitteln lindern. Beispielsweise sollte dein Kind viel trinken, um den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Vor allem bei Fieber steigt der Bedarf – pro Grad Celsius über der normalen Körpertemperatur braucht dein Kind zehn bis 15 Prozent mehr Getränke. Hat dein Schatz Husten oder Schnupfen, wirkt Inhalieren oft wohltuend. Denn der warme Wasserdampf macht Sekrete flüssiger und löst sie. Daher solltest du auch die Luft im Kinderzimmer möglichst feucht halten. So kann dein Kind leichter atmen.  Bei Halsschmerzen dürfen ältere Kinder auch milde Bonbons lutschen oder Kaugummis kaufen. Denn dadurch produzieren sie mehr Speichel, der den Hals befeuchtet. Zudem hat sich auch bei Corona das Sprichwort „Schlaf ist die beste Medizin“ bewahrheitet. Wenn es deinem Kind nicht gut geht, sollte es sich schonen und möglichst viel schlafen.

Wann sollte ich wegen Corona den Kinderarzt kontaktieren?

Ist dein Kind an Corona erkrankt, solltest du in jedem Fall eure Kinderarztpraxis informieren. Denn dann ist diese Krankheit in der Akte deines Kindes vermerkt. Auch bei einem symptomlosen Verlauf kann es für Kinderarzt und Kinderärztin wichtig sein, über die Infektion Bescheid zu wissen. Zudem erhältst du in der Kinderarztpraxis den Genesenen-Nachweis für dein Kind.

Darüber hinaus gibt es einige Symptome, bei denen du dich umgehend einen Arzt oder Kinderklinik wenden solltest. Beispiele dafür sind:

  • Dein Baby ist jünger als drei Monate und hat Fieber, trinkt wenig, hustet oder erbricht sich.
  • Es gibt bei deinem Kind bestimmte Vor- oder Grunderkrankungen, aufgrund derer Corona einen heftigeren Verlauf nehmen könnte.
  • Dein Kind hat belastenden Reizhusten oder starke Hustenanfälle und muss sich deswegen sogar erbrechen.
  • Es kommt zu seinem starken Krankheitsgefühl mit Unwohlsein und Schmerzen.
  • Atemnot tritt auf.
  • Hautausschläge werden sichtbar.
  • Nach einer ersten Besserung kehren die Symptome wieder.

Was tun bei einem schweren Verlauf oder PIMS?

In seltenen Fällen nimmt Corona bei Kindern einen schweren Verlauf. Dann verschlechtern sich die Beschwerden schnell. So ist das Virus dann meist aus dem Rachen in die Lunge gewandert und verursacht dort eine Lungenentzündung. Daher sollten Eltern ihr Kind gut beobachten und im Zweifelsfall umgehend eine Kinderarztpraxis oder eine Kinderklinik aufsuchen. Oft sinkt bei einer Lungenentzündung der Sauerstoffgehalt im Blut. In einem solchen Fall erhält das Kind in der Klinik eine zusätzliche Sauerstoff-Versorgung. Auch weitere Medikamente können gegeben werden. Mehrere Kinderarzt-Verbände sprechen sich auch im Einzelfall für den Einsatz von Antikörpern oder des Corona-Mittels Remdesivir aus.

Gefürchtet als Corona-Folge bei Kindern ist PIMS (=Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome). Bei dieser Multi-Entzündungserkrankung sind verschiedene Organe betroffen. Vermutet wird, dass eine Überreaktion des Immunsystems dahinter steckt. Zur Behandlung stehen Antibiotika und weitere Medikamente zur Verfügung. Glücklicherweise tritt PIMS nur selten auf. Bei bislang über drei Millionen allein in Deutschland an Corona erkrankten Kindern und Jugendlichen wurden bis Februar 2022 lediglich 720 PIMS-Betroffene verzeichnet. Trotz teilweise sehr heftigen Symptomen gab es dank guter Behandlung bislang keinen PIMS-Todesfall.

 

Bilder: Getty

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