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Mutterbänder – so erkennst du Dehnungsschmerzen in der Schwangerschaft

Text: Julia Weise-Holtgräwe
Wenn die Mutterbänder in der Schwangerschaft Schmerzen verursachen, ist das unangenehm, aber ganz normal. Wir erklären dir, was Mutterbänder sind, warum sie an manchen Tagen der Schwangerschaft Schmerzen verursachen und was du dagegen tun kannst.

Die Mutterbänder haben während der Schwangerschaft eine wichtige Aufgabe. Sie halten deine Gebärmutter in ihrer Position und das zu jeder Zeit, ganz egal was du gerade tust oder wie groß dein Baby schon geworden ist.

Wo befinden sich deine Mutterbänder?

Deine Mutterbänder sind Muskelfaserstränge (Ligamentum), die beidseitig entlang der Gebärmutter liegen und bis zu deinem Schambein reichen. Du hast zwei Mutterbänder. Das runde Mutterband verläuft rechts und links vom oberen Drittel deiner Gebärmutter bis nach unten zum vorderen Becken. Dort ist das rund Mutterband mit dem Bindegewebe der großen Schamlippen verwachsen. Dein zweites Mutterband, das breite Mutterband, befindet sich am unteren hinteren Drittel deiner Gebärmutter (Uterus / Mehrzahl Uteri). Dort verläuft es rechts und links nach unten zum seitlichen Beckenrand.

Welche Aufgabe haben Mutterbänder?

Beide Mutterbänder halten deine Gebärmutter während der Schwangerschaft immer in der richtigen Position – aufrecht und leicht nach vorne gebeugt. Ob du dich bewegst, schläfst oder wach bist, die Mutterbänder schützen deine Gebärmutter zu jeder Zeit.

Symptome für Dehnungsschmerzen

Stechende oder ziehende Schmerzen im Unterbauch sind  klassische Symptome für Dehnungsschmerzen in der Schwangerschaft. Meist dauern die Schmerzen nur wenige Minuten, können sich aber mehrmals am Tag wiederholen. Du kannst die Schmerzen auch in der Hüfte und im Schambereich spüren. Viele werdende Mütter spüren die Dehnungsschmerzen, wenn sie in Bewegung sind. Sie können aber auch in Ruhephasen auftreten.

Schmerzende Mutterbänder sind eine normale Begleiterscheinung in der Schwangerschaft

Wann solltest du deine Gynäkologin / deinen Gynäkologen aufsuchen?

  • Grundsätzlich solltest du deine Ärztin / deinen Arzt immer aufsuchen, wenn du dir unsicher bist und Fragen hast. Dehnungsschmerzen ohne weitere Symptome sind kein Anlass zur Sorge und du kannst bis zu deinem nächsten Termin warten.
  • Kommen ein starker Ausfluss, Schmierblutungen oder Blutungen, Krämpfe, anhaltende und / oder sehr starke Schmerzen, Unwohlsein oder andere Symptome, derer du dir nicht sicher bist hinzu, solltest du sofort einen Termin vereinbaren und deine Ärztin / deinen Arzt sofort aufsuchen.
  • Bei einer Risikoschwangerschaft solltest du deine Ärztin / deinen Arzt sofort aufsuchen und klären lassen, ob deine Schmerzen harmlos sind.

Warum treten Mutterbandschmerzen auf?

Die Erklärung für Mutterbandschmerzen ist einfach. Dein Baby wächst und mit seinem Wachstum braucht es mehr und mehr Platz. Dein gesamter Unterleib, Bauch, Rücken und Becken, dehnt sich und dein Baby nimmt an Gewicht zu. Deine Mutterbänder müssen mit zunehmenden Schwangerschaftswochen immer stärker arbeiten. Die Aufgabe, die Gebärmutter an ihrem Platz zu halten, nimmt Kraft in Anspruch. Und genau diese Aufgabe verursacht die Mutterbandschmerzen.

Wann treten Mutterbandschmerzen auf?

Häufig treten die ersten Mutterbandschmerzen ab dem zweiten Trimester, also etwa ab dem vierten Schwangerschaftsmonat / der 16. Schwangerschaftswoche auf. Manche Frauen spüren die Schmerzen aber auch vorher, andere Frauen erst später. Meist lassen die Dehnungsschmerzen ab der 24. Schwangerschaftswoche nach.

Das kannst du gegen schmerzende Mutterbänder tun

Mutterbandschmerzen nicht verhindern, aber lindern
Du kannst die Beschwerden nicht verhindern, denn sie gehören ganz normal zu jeder Schwangerschaft, aber wir haben ein paar Tipps zur Linderung deiner Beschwerden.

Dehnungsschmerzen lassen sich durch Wärme lindern
  • Verrichte keine schwere Arbeit und trage keine schweren Lasten. Versuche jede schwere Belastung für deinen Körper zu vermeiden und lass dir helfen.
  • Merkst du rechtzeitig, dass du Husten oder Niesen musst, stütze deinen Bauch mit deinen Händen ab. So verringerst du zusätzlichen Druck auf deine Beckenwand und entlastest deine Mutterbänder.
  • Suche dir eine schonende Sportart, zum Beispiel Schwimmen, Yoga oder eine spezielle Sportgruppe für Schwangere. Du kannst auch deine Hebamme fragen, ob in deiner Nähe ein Kurs angeboten wird.
  • Achte bewusst auf deine Haltung und versuche dich nicht hängen zu lassen. Auch wenn dies mit zunehmender Schwangerschaft schwerfallen wird, schenken dir angespannte Bauchmuskeln und ein gerader Stand Linderung bei Mutterbandschmerzen.
  • Gönne dir ausreichend Ruhe. Müdigkeit verschlimmert die Beschwerden. Hast du Schmerzen, lass die Wäsche bis zum nächsten Tag stehen und setz dich abends eine Stunde früher auf dein Sofa.
  • Auch Wärme kann die Beschwerden lindern. Eine warme Dusche oder ein warmes Bad, eine Wärmflasche oder die Kuscheldecke auf dem Sofa schenken dir Entspannung und Linderung.
  • Eine weitere Möglichkeit sind Stützhosen. Stützhosen unterstützen deinen Bauch und deinen Rücken und können auch bei Rückenschmerzen helfen.

Mutterbandschmerzen – unangenehm, aber sie gehören zur Schwangerschaft

Dein Körper muss in der Schwangerschaft viele Herausforderungen bewältigen. Leider gehören Mutterbandschmerzen dazu. So unangenehm sie auch sind, sie sind ein Zeichen deiner Schwangerschaft und signalisieren dir, dass dein Baby wächst. Außerdem sind Mutterbandschmerzen auch ein Signal an dich. Du darfst und sollst ein bisschen kürzertreten und deine Schwangerschaft genießen.

 

Fotos: Getty

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