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Masern – alle Infos zu Symptomen, Gefahren und Schutz

Text: Kirsten Hemmerde
Hautausschlag und grippeähnliche Symptome sind typisch für eine Masernerkrankung. Das Virus ist hochansteckend und kann vor allem für Säuglinge und ungeborene Kinder gefährlich werden. Schutz bietet eine Impfung. Sie bewahrt Schwangere und damit auch ihr Baby vor einer Erkrankung. Hier erfährst du mehr über Masern, Symptome und Folgen einer Erkrankung sowie die Impfung und das Masernschutzgesetz.

Masern sind als Kinderkrankheit bekannt. Doch harmlos ist die Virusinfektion keineswegs. Bei rund zehn bis 20 Prozent aller Betroffenen treten Komplikationen wie eine Lungenentzündung oder eine Entzündung des Mittelohrs auf. Jeder tausendste erkrankt sogar lebensgefährlich. Folgeerkrankungen wie eine Gehirnentzündung können auch noch Jahre nach einer Maserninfektion auftreten. Medikamente gegen die Krankheit gibt es nicht. Schutz bietet eine Impfung. Dadurch konnte zwischen 2000 und 2018 die Zahl der Masern-Todesfälle weltweit um über 70 Prozent gesenkt werden. In Deutschland erkranken heutzutage ebenfalls deutlich weniger Menschen an Masern. In den 1990er Jahren waren es noch rund 50.000 pro Jahr, 2019 dagegen nur noch 515. Experten wollen die Zahl noch weiter senken, um diese Krankheit auszurotten. Damit werden vor allem Menschen mit schwachem Immunsystem und Säuglinge geschützt. Denn die Jüngsten können sich noch nicht impfen lassen.

Was sind Masern und wie werden sie übertragen?

Eine Masernerkrankung wird durch Viren ausgelöst. Die Übertragung der Erreger erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion. Erkrankte geben das Virus über ihre Atemluft beim Sprechen, Niesen oder Husten weiter. Auch das Sekret ist ansteckend. Wer sich zum Beispiel Besteck teilt oder gemeinsam aus einem Glas trinkt, kann sich so ebenfalls infizieren. Die Viren sind dabei sehr effektiv. In der Luft überleben sie bis zu zwei Stunden und sie können sich über mehrere Meter hinweg ausbreiten. Über die Atemwege oder die Bindehaut infizieren sie nahezu hundert Prozent aller nicht immunen Personen, auf die sie treffen. Bei mehr als 95 von 100 Personen bricht die Krankheit dann mit ihren Symptomen aus. Bis die ersten Anzeichen auftreten, vergehen meist acht bis zehn Tage nach der Ansteckung. Da die Symptome anfangs nicht eindeutig sind, kann ein Infizierter in dieser Zeit zahlreiche weitere Personen anstecken.

Welche Symptome treten bei einer Erkrankung auf?

Wer Masern hat, durchlebt zwei Krankheitsphasen. Beide dieser Phasen werden durch Fieberschübe begleitet. Zunächst tritt nach rund acht bis zehn Tagen nach der Infektion das Vorstadium mit diesen Symptomen auf:

  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Kopf- und Bauchschmerzen, Magen-Darm-Probleme
  • Halsschmerzen, Schnupfen und Husten
  • aufgedunsenes Gesicht
  • Bindehaut-Entzündung und Lichtempfindlichkeit
  • Flecken auf der Mundschleimhaut

Diese erste Phase dauert drei bis fünf Tage. Neigt sie sich dem Ende zu, sinkt das Fieber. Es folgt das Hauptstadium mit diesen Anzeichen:

  • stark ansteigendes Fieber
  • maserntypischer Hautausschlag mit hellroten Flecken
  • Die Flecken treten zuerst im Gesicht auf und dann am ganzen Körper.
  • Nach einigen Tagen werden die Flecken dunkler und Verblassen.
  • Dann nehmen auch die anderen Beschwerden ab.

Eine Masern-Erkrankung schwächt das gesamte Immunsystem – auch noch mehrere Wochen nach Abklingen der Symptome. Daher können andere Erreger leichter eindringen. Manchmal kommt es daher zu Komplikationen wie einer Mittelohrentzündung, einer Bronchitis oder einer Lungenentzündung. Auch Durchfall, Pseudokrupp oder eine Gehirnentzündung können auftreten. Wer einmal an Masern erkrankt ist, ist lebenslang immun dagegen.

 

Wie werden Masern behandelt?

Ein Medikament gegen Masern gibt es nicht. Mit Hausmitteln und Arzneien können die Symptome gelindert werden. So sollten sich Erkrankte schonen und im Bett ausruhen. Bei Lichtempfindlichkeit hilft es, den Raum etwas abzudunkeln. Fiebersenkende Medikamente leisten gute Dienste, um die hohe Temperatur abzusenken. Da durch Fieber und vermehrtes Schwitzen viel Flüssigkeit verloren geht, sollten Patienten ausreichend trinken.

Warum sind Masern für Schwangere und Babys so gefährlich?

Längst sind Masern keine Kinderkrankheit mehr. Denn in über der Hälfte aller Fälle erkranken Jugendliche und Erwachsene. Grund dafür ist häufig ein unzureichender oder nicht vorhandener Impfschutz. Denn in Deutschland sind weniger als 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geimpft. Diesen Wert bräuchte es aber, damit sich die Krankheit nicht mehr weiter verbreiten kann und auch die Personen geschützt sind, die sich (noch) nicht impfen lassen können. Das sind zum Beispiel Menschen mit einer Immunschwäche oder auch junge Babys. Wenn eine werdende Mutter nicht immunisiert ist und während der Schwangerschaft an Masern erkrankt, können die Viren durch die Plazenta hindurch das Baby anstecken. In einem Viertel aller Fälle werden bei der Schwangeren vorzeige Wehen ausgelöst. Sie können zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen. Säuglinge dürfen noch nicht gegen Masern geimpft werden. Erkranken sie, kann die Infektion wie bei anderen Patienten auch noch Jahre später eine schwere Gehirnerkrankung auslösen.

Wie kann ich mich und mein Kind schützen?

Der beste Schutz vor Masern ist eine Impfung. In zwei Dosen baut sie Antikörper auf, die die Masern-Erreger abwehren. Am sichersten ist es, wenn du bereits vor einer Schwangerschaft gegen die Krankheit geimpft bist. Schau am besten in deinem Impfpass nach. Meist wird die Immunisierung als Mehrfach-Impfung MMR verabreicht – dieses Vakzin enthält auch Wirkstoffe gegen Mumps und Röteln. So schützt du dich und dein Kind vor der Krankheit. Weiterer Vorteil: Dein Kind genießt einen sogenannten Nestschutz. Denn da eure Blutkreisläufe in der Plazenta miteinander verbunden waren, sind auch deine Masern-Antikörper auf dein Baby übergegangen. Leider ist nicht bewiesen, wie lange genau dein Baby von diesem Schutz profitiert. Gegen Masern kann dein Kind mit elf Monaten geimpft werden, in Ausnahmefällen auch schon mit neun Monaten. Dazwischen kann es sein, dass eine Schutzlücke besteht. In dieser Zeit solltest du besonders vorsichtig sein und darauf achten, dass alle Bezugspersonen immun sind.

Was ist das Masernschutzgesetz?

Laut dem Bundesgesundheitsministerium sind vor allem Kinder unter fünf Jahren und Erwachsene über 20 Jahren von schweren Komplikationen bei einer Masernerkrankung bedroht. Das Masernschutzgesetz soll daher vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen Kinder und Patienten vor einer Infektion bewahren. Einen Impfschutz müssen demnach vorweisen

  • alle Kinder ab einem Jahr, die einen Kindergarten, die Kindertagespflege oder die Schule besuchen
  • nach 1970 geborene Mitarbeiter in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen wie Erzieher, Lehrer oder medizinisches Personal
  • Asylbewerber und Geflüchtete vier Wochen nach Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft.

Diese Masernimpfpflicht trat zum 1. März 2020 in Kraft. Wer jetzt sein Kind für die Kita anmeldet, wird nach dem Impfschutz gefragt. Liegt er vor, darf die Einrichtung das Kind betreuen. So sollen die anderen Kinder und auch Mitarbeiter vor der Krankheit geschützt werden.

Bilder: Gettyimages

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