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Windpocken – Alles Wissenswerte über die Kinderkrankheit

Text: Fenke Gabriel-Schwan
windpocken
Windpocken sind eine unangenehme Kinderkrankheit. Zum Glück ist diese ansteckende Krankheit im Regelfall aber ungefährlich. Welche Symptome auftreten, wie man Windpocken behandelt und warum eine Imfempfehlung besteht, klären wir hier

Was sind Windpocken?

Windpocken ist eine Erkrankung durch das Varicella-Zoster-Virus, eine Form des Herpesvirus. Dieser Virus ist durch Tröpfcheninfektion übertragbar, also durch Husten, Niesen oder Speichel. Der Name kommt durch die Übertragung über den Luftweg zustande. In der Regel erkranken Kinder im Vorschulalter an der Viruskrankheit, danach ist man sein Leben lang immun. Deshalb zählt man Windpocken (Varizellen) zu den klassischen Kinderkrankheiten.  Die Inkubationszeit beträgt zwei bis drei Wochen. Dein Kind bleibt so lange ansteckend, bis alle Bläschen ausgetrocknet sind und der Juckreiz verschwunden ist. Dies dauert häufig 10 bis 12 Tage.

Varizellen Virus | Foto: Getty

Diese Symptome treten bei Windpocken auf

Die ersten Symptome erscheinen wie eine normale Erkältung. Im einzelnen machen sich wahrscheinlich diese Symptome bemerkbar:

  • Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Gelegentlich Fieber
  • rote Bläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind

Die charakteristischen Bläschen, die der Krankheit den Namen verliehen, zeigen sich am gesamten Körper. Sie können auch an den Schleimhäuten auftreten – also im Mund, in der Nase und an den Genitalien. Diese Bläschen jucken ganz schrecklich. Im Laufe von ein paar Tagen tritt hier aber Besserung ein, die Bläschen werden immer trockener. Wenn sie ganz ausgetrocknet sind, entsteht eine kleine Kruste. Wichtig ist, nicht daran zu kratzen. Das hinterlässt deutliche Narben und die Bläschen können sich entzünden.

Behandlung von Windpocken

In erster Linie behandelt man nur die Symptome. Es kommen zum Beispiel Cremes oder Sprays zum Einsatz, die den Juckreiz lindern oder Schmerzmittel gegen die Kopf- und Gliederschmerzen. Unter anderem gibt es auch Mentholpuder gegen den Juckreiz. Dieses solltest Du aber bei einem Kind unter zwei Jahren nicht verwenden. Kläre auf jeden Fall die Behandlung mit deinem Kinderarzt ab, die meisten Medikamente sind sowieso verschreibungspflichtig. Ansonsten hilft auch warmes oder kaltes Wasser gegen den Juckreiz. Bei kleinen Kindern kann man Socken oder Handschuhe über die Hände ziehen, so dass sie sich nicht kratzen können. Nur in seltenen, schweren Fällen werden virushemmende Medikamente verschrieben.

Impfung gegen Windpocken – darum ist sie ratsam

Auch wenn in der Regel der Verlauf der Viruskrankheit harmlos ist, rät die ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts zu einer Impfung gegen Windpocken. Diese wird zu Beginn des zweiten Lebensjahres durchgeführt. Besorgniserregender als der Krankheitsverlauf selber, sind eventuell auftretende Komplikationen. Durch die aufgekratzten Pusteln etwa können Bakterien in den Körper gelangen, und zu Entzündungen oder schlimmeren Erkrankungen führen.

Gürtelrose als Spätfolge einer Windpockenkrankheit

Der Erreger von Windpocken, der Varizella-Zoster-Virus, bleibt auch nach durchgestandener Krankheit teilweise in den Zellen des Immun- oder Nervensystems erhalten. Dadurch kann im späteren Leben zum Beispiel eine Gürtelrose auftreten.

Symptome von Gürtelrose

  • brennende, bohrende oder schneidende Schmerzen an der später vom Ausschlag betroffenen Hautpartie
  • Fieber, Abgeschlagenheit
  • bis zu 7 Tage nach den ersten Symptomen zeigt sich Hautauschlag in Form von kleinen Bläschen in Gruppen

Da der Ausschlag in der Regel an Nervenwurzeln auftritt, spüren Betrofffene zuerst Schmerzen in diesen Bereichen. Eine schnelle medizinische Behandlung ist sinnvoll, auch wenn die Krankheit meist unkompliziert verläuft.

Windpocken in der Kita: Soll mein gesundes Kind zuhause bleiben?

Die Krankheit ist hochansteckend, mit einer Wahrscheinlichkeit von 95%. Leider auch schon lange, bevor sich die ersten Symptome zeigen. Dein Kind hat sich also sehr wahrscheinlich schon unbemerkt angesteckt, während es weiterhin Kindergarten oder Schule besucht. Zu einer Zeit, als der Impfschutz noch nicht so verbreitet war, ging die Krankheit dann fast epidemisch in den Kindergärten und Schulen um.
Sollte ein Fall in eurer Einrichtung aufgetreten sein, werden alle Eltern informiert. Aber es ist wenig sinnvoll, ein bis dahin gesundes (Kindergarten)Kind als Vorsichtsmaßnahme zu Hause zu lassen – es sei denn, du kannst für mehrere Wochen auf die Betreuung verzichten. Denn man kann nicht wissen, ob es sich schon angesteckt hat. Wenn Dein Kind aber die ersten Symptome zeigt, muss es auf jeden Fall zuhause bleiben. Wie oben beschrieben fühlen sich die Kinder richtig krank, vor allem in den ersten Tagen. Bis die Bläschen dann richtig ausgetrocknet sind, ist die Krankheit außerdem noch ansteckend.

Schwanger – Gefahr bei Windpocken

Durch Immunität und den mittlerweile verbreiteten Impfschutz ist die Krankheit sehr selten geworden. Statistisch gesehen haben Menschen bis zu ihrem 15. Lebensjahr bereits Antikörper gegen den Windpockenvirus entwickelt. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass du dich in der Schwangerschaft mit Windpocken ansteckst. Wenn Du dennoch fürchtest, dich angesteckt zu haben, solltest du umgehend  dein_e Arzt_in aufsuchen. Eine Windpockenerkrankung in der Schwangerschaft kann für das ungeborene Kind sehr gefährlich sein. Fehlbildungen, Organstörungen oder neurologischen Erkrankungen können die Folge sein.  Bei einer Ansteckung kurz vor der Geburt besteht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Infektion des Kindes.

Wenn Du weder geimpft noch immun gegen Windpocken bist, kannst Du dich auch bei jemandem mit Windpocken anstecken, der eine Gürtelrose hat. Beide Krankheiten werden, wie oben beschrieben, durch das gleiche Virus ausgelöst. Wenn Du bereits Windpocken als Kind hattest, kann später auch während der Schwangerschaft eine Gürtelrose auftreten. Dies birgt aber keine Gefahren für dein ungeborenes Kind.

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