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Verhütung nach der Schwangerschaft – diese Möglichkeiten hast du

Text: Kirsten Hemmerde
Nach der Geburt denken viele Mütter erstmal an alles, aber nicht an Sex. Doch was ist, wenn du und dein Liebster euch mal wieder richtig nahe sein wollt? Hier erfährst du alles über die beste Verhütung nach der Schwangerschaft.

Ein frischgeborenes Baby erfordert viel Aufmerksamkeit. Doch irgendwann möchte eine junge Mutter auch einmal wieder an sich denken. Und an ihren Partner. Fachleute empfehlen, dass du mit dem Sex nach einer Geburt etwas warten solltest. Schließlich bringt eine Entbindung meist auch Geburtsverletzungen mit sich, die verheilen müssen. Das kann ein Dammriss sein. Aber auch die Ablösung der Plazenta löst in der Gebärmutter eine Wunde aus. Ein erster Anhaltspunkt ist der Wochenfluss. So lange er vorhanden ist, heilt dein Körper noch aus. Nach rund vier bis sechs Wochen hört dieser Fluss in der Regel auf. Auch hat sich dann die Gebärmutter schon zu einem großen Teil zurückgebildet, so dass der Penis beim Geschlechtsverkehr keine unangenehmen Berührungen mehr auslöst. Grundsätzlich gilt: Nimm dir die Zeit nach der Entbindung, die du brauchst. Und macht euch am besten gemeinsam im Vorfeld Gedanken über die für euch richtige Verhütung.

Die Methoden zur Verhütung sind vielfältig, aber nicht alle kommen für die erste Zeit nach der Schwangerschaft in Frage | Bild: Getty

Stillen schützt nicht immer vor einer Schwangerschaft

Du stillst dein Baby? Dann genießt du unter bestimmten Umständen einen Empfängnisschutz. Denn bei jedem Stillen schüttet dein Körper das Hormon Prolaktin aus. Das ist für die Milchbildung zuständig, Gleichzeitig hemmt es auch die Aktivität des Eierstocks, so dass kein Eisprung stattfindet. Das funktioniert jedoch nur, wenn du voll stillst. Dabei dürfen die Abstände zwischen den einzelnen Stillmahlzeiten tagsüber höchstens vier und nachts höchstens sechs Stunden betragen. Insgesamt solltest du mehr als 80 Minuten am Tag stillen und nicht zufüttern. Untersuchungen haben herausgefunden, dass Teefläschchen und Schnuller beim Baby den Empfängnisschutz der Mutter verringern können. Es ist übrigens kein Zeichen für den Verhütungsschutz, wenn du deine erste Blutung nach der Geburt noch nicht hattest. Denn der Eisprung tritt vor der Monatsblutung ein. Wenn du dir ganz sicher sein möchtest, solltest du auch während der Stillzeit ein zusätzliches Verhütungsmittel beim Sex anwenden.

Barrieremethoden für die hormonfreie Verhütung

Bei den Verhütungsmitteln kannst du zwischen Varianten mit und ohne Hormone unterscheiden. Das ist gerade für stillende Mütter wichtig, da einige Hormonpräparate in die Muttermilch übergehen können. Hormonfrei sind die Barrieremethoden wie Kondom und Diaphragma. Das Kondom kann direkt nach der Geburt angewendet werden. Es wird besonders dann empfohlen, wenn ihr bereits während des Wochenflusses wieder Sex haben möchtet. Denn es schützt dich vor Infektionen. Ein Diaphragma solltest du dir nach der Geburt neu anpassen lassen. Denn durch die Schwangerschaft und die Geburt hat sich dein Körper verändert, so dass das bisherige Diaphragma wahrscheinlich nicht mehr richtig passen und schützen wird. Eine neue Anpassung ist in der Regel rund drei Monate nach der Entbindung möglich, wenn sich der Beckenboden genügend zurückgebildet hat.

 

Um festzustellen, an welchen Tagen du deinen Eisprung hast, musst du jeden Tag Temperatur messen | Foto: Getty

Natürliche Familienplanung

Viele Frauen haben in den letzten Jahren die natürliche Familienplanung für sich entdeckt. Dabei wird mit Hilfe von täglicher Temperaturmessung, Beobachtung des Zervix-Schleims und weiterer Faktoren versucht, die fruchtbaren Tage zu ermitteln. Gerade in der ersten Zeit nach einer Schwangerschaft haben sich diese Parameter aber noch nicht wieder eingependelt. Die Hormonumstellung in deinem Körper bringt noch einiges durcheinander. Diese Methode solltest du daher nur anwenden, wenn eine weitere Schwangerschaft für dich und deinen Partner grundsätzlich vorstellbar wäre.

Pille und Minipille

Für stillenden Mütter ist die normale Kombinationspille nicht zu empfehlen. Denn sie enthält Östrogene, die die Milchproduktion stören können. Frauenärzte empfehlen hier oft die Minipille. Sie enthält nur das Hormon Gestagen und beeinflusst daher nicht die Milchproduktion. Es wird dazu geraten, diese Pille als stillende Mutter frühestens sechs Wochen nach der Entbindung zu verwenden. Daher ist die Abschlussuntersuchung in der gynäkolgischen Praxis ein guter Zeitpunkt, um sich diesbezüglich beraten und ein Rezept ausstellen zu lassen.
Mütter, die nicht stillen, können die Minipille direkt nach der Geburt verwenden. Bei der Kombinationspille sollte mindestens drei Wochen gewartet werden, da in dieser ersten Zeit nach der Entbindung allgemein ein erhöhtes Thromboserisiko besteht.

Die Spirale wird in die Gebärmutter eingesetzt | Bild: Getty

Spirale, Dreimonatsspritze oder Verhütungspflaster

Du hast bereits gute Erfahrungen mit der Spirale gemacht? Dieses Verhütungsmittel kannst du auch als junge Mutter anwenden. Allerdings solltest du hier ebenfalls warten, bis sich die Gebärmutter zurückgebildet hat. Das gleiche gilt für die Hormonspirale. Sie enthält das Hormon Gestagen und ist daher auch für stillende Frauen geeignet. Ebenfalls gestagenhaltig ist die Dreimonatsspritze – auch bekannt als Verhütungsspritze. Für stillende Mütter wird sie frühestens sechs Wochen nach der Entbindung empfohlen.
Weitere Methoden wie das Verhütungspflaster oder der Vaginalring eignen sich ausschließlich für Mütter, die nicht stillen. Denn sie enthalten Hormon-Kombinationen, die die Milchproduktion beeinflussen und zudem in die Muttermilch übergehen können.

Sterilisation des Mannes

Ihr habt eure Familienplanung abgeschlossen? Vielleicht mag dein Partner dann ja über eine Sterilisation nachdenken. Das ist ein in der Regel kurzer, ambulanter Eingriff. Diese auch Vasektomie genannte Methode bietet einen sehr hohen Verhütungsschutz. Sie kostet meist zwischen 450 und 500 Euro – diese Kosten lohnen sich schnell, wenn man die Preise für andere Verhütungsmittel über mehrere Jahre dagegen aufrechnet.

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