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Bonding für Väter: So stärkt ihr die Beziehung zu eurem Baby

Text: Kirsten Hemmerde
Bonding ist wichtig für die Entwicklung des Babys. Dem Vater kommt dabei eine bedeutende Rolle zu. Hier erfahrt ihr, wie Papas von Beginn an eine gute und vertrauensvolle Beziehung zu ihrem Kind aufbauen.

Der Beginn des Lebens ist prägend für die gesamte weitere Entwicklung des Kindes. Die Erfahrungen, die das Baby in seinen ersten Monaten macht, begleiten es für immer. In dieser ersten Lebensphase möchte der Säugling Vertrauen, Geborgenheit und Wärme spüren. Werden diese Bedürfnisse erfüllt, bildet es ein großes Urvertrauen. Gleichzeitig entsteht eine enge Bindung zu den Personen, die sich so aufmerksam um das Baby kümmern. Diese bindungsbildende Phase von Säuglingen zieht sich fast durch das gesamte erste Lebensjahr. Sie beeinflusst besonders stark spätere Verhaltensweisen wie Kontaktfreudigkeit, Beziehungsfähigkeit, Gemeinschaftsgefühl und Selbstvertrauen. Wer merkt, dass seine Bedürfnisse wahrgenommen werden und wichtig sind, entwickelt Selbstbewusstsein und traut sich etwas zu. Auf diesem Weg kommt dem Vater eine wichtige Rolle zu. Schon vor der Geburt und auch in den ersten Lebenstagen kann er mit Bonding die Weichen für dieses lebenslange Verhältnis stellen.

Bonding beginnt schon vor der Geburt

Bereits in der Schwangerschaft hat der Vater viele Möglichkeiten, mit seinem Baby Kontakt aufzunehmen. Ab der elften Woche können Ungeborene hören. Wenn der Vater in liebevollem und ruhigem Ton spricht, lernt das Kind seine Stimme kennen. Am besten geht das in kurzem Abstand zum Bauch der Mutter. Babys merken über den Hormonhaushalt der Mutter, wie sich ihre Mama in Gegenwart des Partners fühlt. Väter können hier auch für eine positive Grundstimmung sorgen, indem sie ihrer Partnerin den Rücken massieren, den Babybauch eincremen und dabei mit dem Ungeborenen sprechen. Dieses fürsorgliche Verhalten vor der Geburt unterstützt die werdende Mutter und ist eine lohnende Investition in die spätere Vater-Kind-Beziehung. Das gilt auch für einen Geburtsvorbereitungskurs. Viele Anbieter haben ganz bewusst auch Kurse für beide Elternteile im Programm. Hier verbringt der Vater exklusive Zeit mit seiner Frau und seinem ungeborenen Kind und kann die Beziehung zu beiden intensivieren. Einige Krankenkassen übernehmen sogar die Kosten für den Partner.

Die ersten Lebensmomente sind besonders emotional für viele Väter

Die Geburt ist ein wichtiger Meilenstein für die Vater-Kind-Beziehung. Wenn der Partner die gebärende Frau unterstützt, aufmuntert und gut zuspricht, merkt das auch das Baby. Hat das Kind das Licht der Welt erblickt, darf oft der Vater die Nabelschnur durchschneiden. Das ist ein besonders emotionaler Moment. Meist wird das Baby dann für das erste Stillen direkt der Mutter auf die Brust gelegt. Hier kann der Vater vorsichtig Hand oder Fuß seines Kindes halten, streicheln und mit ihm sprechen. Viele Geburtsstationen bieten Familienzimmer an. Hier können Vater und Mutter gemeinsam mit ihrem Schützling die ersten Lebenstage verbringen und die Babyflitterzeit besonders intensiv genießen.

Das Wochenbett bietet viele Gelegenheiten zum Kuscheln

Nach der anstrengenden Geburt dient das Wochenbett dazu, dass die frischgebackene Mutter sich erholt, Kräfte sammelt und Zeit mit ihrem Baby verbringt. Viele Väter nehmen sich ganz bewusst hier Urlaub, um ihrer Partnerin zur Seite zu stehen. Denn die Säuglingspflege ist gerade in der ersten Zeit oft eine Herausforderung. Männer können diese Momente ganz bewusst für das Bonding nutzen. So wird das Windel-Wechseln zu einer Kuschel-Kitzel-Session auf dem Wickeltisch. Waschen kann für Kind und Vater besonders erlebnisreich sein, wenn das Baby viel planschen darf und dabei sanft und sicher in Papas Arm gehalten wird. Viele Säuglinge lieben es, auf der Brust einzuschlafen. Hier kann der Vater sich mit seinem Schützling zu einer gemütlichen Auszeit auf die Couch legen.

Gemeinsame Zeit und Rituale sind wichtig für die Bindung

Je mehr Zeit der Vater mit seinem Kind verbringt, desto intensiver wird die Beziehung. Wichtig ist es, dass bei der Gemeinsam-Zeit eine positive, fürsorgliche, liebevolle Stimmung herrscht. Diese Stimmung geht automatisch auf das Kind über. Sie prägt das Baby und seine Beziehung zum Vater. Schon bei kleinen Kindern gibt es viele Anlässe, die zusammen gestaltet werden können:
Singen: Musik beruhigt und ist gleichzeitig enorm wichtig für den Spracherwerb. Babys lieben es, wenn man ihnen vorsingt. Papas etwas brummige Stimme kann das besonders gut.
Füttern oder Fläschchen geben: Nachts ist ein Fläschchen nötig? Oder der Mittagsbrei steht an? Auf Papas Arm ist es zum Trinken sehr gemütlich. Und den Brei Füttern macht er doch mit links. Hier gilt es, so oft wie möglich das zu übernehmen, was die Mutter nicht zwingend tun muss – wie etwa das Stillen.
Gemeinsam unterwegs: Säuglinge werden gerne getragen. Spaziergänge an der frischen Luft bieten viele Gelegenheiten für einen gemeinsamen Ausflug. Viele Babys schlafen körpernah im Tragetuch besonders gut. Und bei Spazierfahrten im Kinderwagen kann der Papa seinem Baby die Nachbarschaft zeigen.
Toben und Spielen:  Ein Flieger durch die Wohnung oder gemeinsames Toben im Bett – das macht Spaß, fördert die Motorik und unterstützt das Geborgenheitsgefühl. Denn Kinder lernen so, dass Papa immer da ist und sie auffängt.

Die Rolle der Mutter beim Vater-Kind-Bonding

Müttern kommt eine wichtige Rolle beim Ausbilden der Vater-Kind-Beziehung zu. Denn sie müssen auch loslassen können. Gerade in den ersten Lebensmonaten fällt das manchen Frauen noch schwer. Sie möchten ihr Kind beschützen und können es nur schwerlich jemand anderem überlassen. Dabei bedeutet die gleichwertige Betreuung durch den Vater auch eine Entlastung für die Mutter. Und vielleicht muss man sich einfach auch noch einmal sagen, was für einen tollen Partner man hat. Denn eins ist klar: Bis auf das Stillen gibt es doch eigentlich nichts, was ein Vater nicht genauso gut kann wie die Mutter.

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