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Stillprobleme – Ursachen & Behandlung

Text: Julia Weise-Holtgräwe
Du bist nicht alleine, wenn es mit dem Stillen nicht ohne Probleme verläuft. Wir möchten dich mit unserem Ratgeber aufklären und haben dir Tipps zusammengestellt.

Ratgeber rund um Stillbeschwerden

Dein Baby anlegen, die Innigkeit zwischen Mutter und Kind genießen, so stellst du dir die Stillzeit vor. Leider klappt das Stillen nicht immer so reibungslos, denn viele Frauen leiden unter Stillproblemen.

Inhaltsverzeichnis Stillprobleme

  • Deine Brustwarzen sind wund
  • Deine Brust hat sich entzündet
  • Es hat sich ein Milchstau gebildet
  • Du vermutest, du hast zu wenig Muttermilch
  • Du hast zu viel Muttermilch
  • Du leidest unter einer bakteriellen- oder Hefepilzinfektion
  • Es haben sich weiße Blasen auf der Brustwarze gebildet
  • Dein Baby möchte deine Brust nicht
  • Dein Baby spuckt die Milch wieder aus
  • Blähungen durch das Stillen
  • Dein Baby schläft häufig ein
  • Stillen und Medikamente
  • Stillen und Sport

Deine Brustwarzen sind wund

Symptome wunder Brustwarzen: Wunde Brustwarzen äußern sind in Einrissen, Schorfbildung, Hautabschürfungen, Rötungen, Schwellungen und seltenen Fällen auch durch Blutungen der Brustwarzen. Die Ursachen sind vielseitig.

Ursachen wunder Brustwarzen: Mögliche Ursachen wunder Brustwarzen sind ein falsches Anlegen deines Babys. Der Mund deines Babys sollte so weit geöffnet sein, dass die Milch zu fließen beginnt und kein Vakuum entsteht.

Fütterst du parallel mit der Flasche zu, kann es passieren, dass dein Baby die Brustwarze nicht richtig und kräftig nimmt, da der Sauger der Milchflasche weit weniger Kraft benötigt.

Das sogenannte non-nutritive Saugen kann ebenfalls eine Ursache sein. Dein Baby saugt nicht stark genug, da es die Nähe und Geborgenheit des Stillens mehr genießt als die Nahrungsaufnahme.

Behandlung wunder Brustwarzen: Korrigiere das Anlegen deines Babys. Bist du dir unsicher, frag deine Hebamme oder eine Stillberatern.

Verwende Stilleinlagen und wechsle sie regelmäßig. Zusätzlich kannst du deine Brüste massieren und warme Kompresse auflegen. Das regt den Milchfluss an und hilft deinem Baby beim Saugen.

Du kannst Silberhütchen aus antibakteriellem Silber kaufen. Die Silberhütchen legst du zwischen den Stillmahlzeiten auf deine Brustwarzen. Das antibakterielle Silber soll die Entzündung heilen. Du kannst die Silberhütchen auch sehr gut vorbeugend verwenden.

Bessern sich die Beschwerden deiner wunden Brustwarzen nicht, frag deine Hebamme oder deinen Arzt um Rat. Außerdem kannst du abpumpen und die Muttermilch mit der Flasche füttern.

Deine Brust hat sich entzündet (Mastitis)

Symptome einer Mastitis: Klassische Symptome einer Brustentzündung sind rote, heiße und stark schmerzende Brüste. Diese gehen oftmals mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Schüttelfrost einher. Außerdem kann sich der Geschmack der Muttermilch in salzig verändern.

Ursachen einer Mastitis: Häufig entstehen entzündete Brüste durch Bakterien, die über Milchporen der Brustwarzen in das Brustgewebe gelangen. Aber auch Stress und Erschöpfung, falsches Anlegen und zu lange Pausen zwischen den Stillmahlzeiten können eine Mastitis auslösen. Werden wunde Brustwarzen, ein Milchstau oder zu viel Milchfluss nicht behandelt, können auch diese Faktoren Auslöser einer entzündeten Brust sein.

Behandlung einer Mastitis: Suche in jedem Fall deine Ärztin / deinen Arzt auf. In manchen Fällen ist die Einnahme eines Antibiotikums notwendig. Du solltest versuchen weiterhin zu stellen, denn der Milchfluss schützt vor Verstopfungen der Milchporen. Kühle deine Brüste nach dem Stillen.

Tue dir Gutes. Ruhe dich nach Möglichkeit viel aus, trinke ausreichend und ernähre dich gesund. Je besser du zu dir bist, desto mehr hilfst du deinem Körper die Entzündung zu bekämpfen.

Es hat sich ein Milchstau gebildet

Symptome eines Milchstaus: Deine Brüste werden hart, reagieren empfindlich auf Berührungen und werden auch durch das Stillen nicht weicher. Du verspürst Schmerzen.

Ursachen eines Milchstaus: Die Ursache eines Milchstaus liegt in einem oder mehreren verstopften Milchkanälen. Die Brust kann nicht ausreichend entleert werden und die angestaute Milch verursacht Schmerzen. Auch ein falsches Anlegen und Stress und / oder Erschöpfung können einen Milchstau verursachen.

Behandlung eines Milchstaus: Zunächst kannst du deine Schmerzen durch Wärme lindern. Ein Bad, ein warmer Waschlappen, eine Wärmflasche oder eine Rotlichtlampe wirst du als sehr angenehm empfinden.

Du solltest auf jeden Fall versuchen weiter zu stillen und während des Stillens deine Brust sanft massieren. Das Stillen regt den Milchfluss an und kann den Milchstau auflösen.

Versuche für das Stillen die „Vierfüßler-Position“ einzunehmen. Du kannst in unserem Ratgeber „Stillpositionen“ alles zur „Vierfüßler-Position“ nachlesen und findest weitere tolle Tipps zu verschiedenen Stillpositionen.

Frag deine Hebamme oder deinen Arzt, ob zusätzliches Abpumpen sinnvoll für dich ist. Manchmal hilft das Abpumpen die Brust richtig zu entleeren.

Geht dein Milchstau mit Fieber, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen einher, suche bitte einen Arzt auf. Vielleicht stehen deine Beschwerden nicht in Zusammenhang mit dem Stillen oder du leidest an einer Mastitis.

Du vermutest, du hast zu wenig Milch

Symptome zu wenig Milch: Ist das Baby beim Stillen unruhig, lässt schnell von der Brust ab oder verlangt sehr häufig nach der Brust, vermuten viele Mütter, sie hätten zu wenig Milch.

Ursachen zu wenig Milch: Ist der Milchfluss tatsächlich zu wenig, kann das medizinische Gründe haben. Plazentareste in der Gebärmutter, Blutarmut, Diabetes, hormonelle Störungen, Medikamente oder eine Verletzung des Milchdrüsengewebes können den Milchfluss beeinträchtigen.

Viel häufiger aber liegen Mamas mit der Annahme, sie würden zu wenig Milch haben, falsch und die Ursache der Symptome sind anders begründet. Es kann sein, dass du falsch anlegst, dein Baby durchläuft einen Wachstumsschub und trinkt deshalb häufiger oder dein Baby verlangt zur Beruhigung häufiger die Brust.

Behandlung zu wenig Milch: Liegt die Ursache in zu geringem Milchfluss medizinisch begründet, solltest du deine Ärztin / deinen Arzt aufsuchen. Alternativ kannst du auch eine Stillberatung aufsuchen.

Wächst dein Kind, passe die Stillzeiten dem Bedürfnis deines Kindes an und verzichte auf direktes Zufüttern. Solange dein Baby wächst und gedeiht, lege häufiger an.

Achte auf deine Ernährung und trinke ausreichend. Deine gesunde Lebensweise regt die Milchproduktion an. Wechsle während des Stillens regelmäßig die Brüste, sodass der Milchfluss auf beiden Seiten gleichmäßig angeregt wird.

Du hast zu viel Milch (Hyperlaktation)

Symptome der Hyperlaktation: Läuft die Milch einfach aus und sind deine Brüste geschwollen und gespannt, können das Symptome für eine Hyperlaktation sein. Auch häufige Milchstaus und Brustentzündungen können ein Hinweis auf einen zu starken Milchfluss sein. Weitere Symptome sind ein unruhiges Baby während des Stillens, dein Baby verschluckt sich oft und spuckt die Milch wieder aus. Manchmal haben Babys auch Probleme die Brustwarze richtig fassen zu können.

Ursache der Hyperlaktation: Manchmal produziert der Körper einfach zu viel Milch und muss sich in den ersten Wochen noch auf die Bedürfnisse deines Kindes einstellen. Normalerweise reguliert sich die Milchmenge im Laufe des Stillens.

Behandlung der Hyperlaktation: Wir empfehlen dir die Stillposition Laid-Back-Nursing. Diese Position eignet sich den Milchfluss ein wenig abzumildern. Du kannst vor dem Stillen ein wenig Milch abpumpen. Das verringert den Milchspendereflex. Außerdem kannst du bei starkem Milchfluss eine Zeitlang nur eine Brust anlegen und beim nächsten Stillen die andere Brust. Und du solltest ein wenig Geduld aufbringen, denn normalerweise reguliert sich der Milchfluss mit der Zeit.

Du leidest unter einer bakteriellen- oder Hefepilzinfektion

Symptome bei Mutter und Kind: Bei einer Hefepilzinfektion (Soor) oder einer bakteriellen Infektion können Symptome bei Mutter und Kind auftreten. Die Symptome bei dir als Mutter äußern sich in berührungsempfindlichen, juckenden, brennenden und schmerzenden Brustwarzen. Deine Brustwarzen und Brustwarzenhöfe können sich pink oder dunkel verfärben, werden manchmal trocken und schuppig und es kann es weißer Ausschlag auftreten. Du verspürst Schmerzen während und nach dem Stillen.

Bei deinem Baby kann sich ein weißer Ausschlag auf der Zunge bilden, weiße Flecken auf den Wangen und hellrote Pickelchen am Po.

Ursachen einer Infektion: Die Ursache einer Infektion sind Hefepilze (Soor) oder Bakterien. Meist tritt die Infektion erst im Laufe der Stillzeit auf und seltener direkt zu Beginn.

Behandlung der Infektion: Du musst nicht abstillen, solltest aber auf jeden Fall deine Ärztin / deinen Arzt aufsuchen. Die Ärztin / der Arzt nehmen einen Abstrich vor und klären, ob es sich um eine Hefepilzinfektion oder eine bakterielle Infektion handelt. Dementsprechend kann ein Medikament verschrieben werden.

Achte auf Hygiene während der Erkrankung. Wasche regelmäßig deine Hände vor und nach dem Stillen, wechsle regelmäßig die Stilleinlagen und wasche die Kleidung von deinem Baby und dir bei hohen Temperaturen.

Es haben sich weiße Blasen auf der Brustwarze gebildet

Symptome weißer Blasen: Die weißen Blasen auf der Brustwarze treten häufig in den ersten Tagen des Stillens nach der Geburt auf. Du siehst kleine weiße Blasen auf den Brustwarzen, die schmerzfrei sein können, in manchen Fällen aber auch leichte Schmerzen verursachen.

Ursachen weißer Blasen: Ursache der weißen Blasen kann ein falsches Anlegen deines Säuglings sein. Dann entsteht ein Vakuum beim Saugen, das die Bläschen verursacht. Eine weitere Ursache können verstopfte Milchkanäle sein. Die Milchblase (ein dünnes Häutchen) verhindert den Milchfluss.

Behandlung weißer Blasen: Sind die Bläschen schmerzfrei, musst du nicht unternehmen. Meist verschwinden sie ganz von alleine. Bei schmerzhaften Bläschen kannst du Wärme nutzen, um den verstopften Milchkanal zu öffnen. Gelingt dir das nicht, suche bitte deine Ärztin / deinen Arzt auf.

Dein Baby möchte deine Brust nicht

Symptome der Verweigerung: Dein Baby dreht den Kopf weg und zeigt wenig Interesse für deine Brust. Dein Baby ist abgelenkt und versucht immer wieder seine Blickrichtung zu ändern. Die Verweigerung der Brust kann auch passieren, wenn dein Baby hungrig ist. Leider mit der Folge, dass es nach dem erfolglosen Anlegen unruhig und quengelig ist.

Ursachen der Verweigerung: Meist macht dein Kind in diesen Phasen einen Entwicklungsschub durch. In dieser Zeit hat dein Kind Vieles im Kopf, aber nicht die Stillzeiten. Es kann auch passieren, dass dein Kind die Brust verweigert, weil du mit der Flasche zufütterst und es viel leichter durch den Sauger trinken kann. Auch das Nuckeln am Schnuller fällt viel einfacher und dein Kind tritt in den Streik, weil die Brust zu anstrengend ist.

Lösung für den „Stillstreik“: Versuche spätabends oder nachts zu stillen. Dann ist dein Kind ruhiger und müde. Und bleib geduldig. Lege dein Kind immer wieder an und versuche ihm das Stillen wieder attraktiv zu machen.

Dein Baby spuckt die Milch wieder aus

Symptome des Spuckens: Kaum gefüttert, ist ein Teil der Milch auch schon wieder ausgespuckt. Manchmal spucken Babys direkt nach dem Trinken, manchmal dauert es ein wenig.

Ursache des Spuckens: Das Spucken ist ganz normal, während dein Kind wächst und zunimmt. Der Magenverschluss-Muskel muss sich erst noch vollständig entwickeln und zwischendurch macht er, vereinfacht beschrieben, unkontrollierte Bewegungen, sodass die Milch wieder nach oben schießt.

Lösung gegen das Spucken: Vermeide auf jeden Fall zu viel Bewegung nach dem Stillen und lass dein Baby nach dem Trinken aufstoßen. Lagere den Kopf für eine Weile etwas höher und schaukle dein Baby nicht.

Blähungen durch das Stillen

Symptome der Blähungen: Dein Kind hat einen harten Bauch, ist unruhig, mag nicht trinken und weint oder ist quengelig.

Ursache der Blähungen: Blähungen können entstehen, wenn sich das kindliche Verdauungssystem auf seine Arbeit einstellt. Manchmal dauert es, bis das Verdauungssystem sich beschwerdefrei angepasst hat. Manchmal vertragen Kinder keine Kuhmilch. Fütterst du mit Kuhmilch oder Kuhmilchprodukten zu, lass diese für 14 Tage weg und schaue, ob sich die Beschwerden bessern.

Lösung der Stillprobleme Blähungen: Leidet dein Baby unter Blähungen, lieben viele Kinder die Nähe zur Mama. Trage dein Baby so oft wie möglich, kuschelt ganz viel und probiere den Fliegergriff aus.

Dein Baby schläft häufig ein

Symptome Schlafen während des Stillens: Dein Kind nickt während des Stillens immer wieder weg. Das Stillen kann sich hinziehen, denn du musst dein Kind immer wieder wecken und motivieren zu trinken.

Ursache Schlafen während des Stillens: Dein Kind ist nicht beschäftigt genug und entschließt sich stattdessen zu schlafen. Es kann sein, dass dein Baby die Brustwarze nicht richtig fassen kann und durch den fehlenden Druck die Milch nicht richtig fließt.

Lösung Schlafen während des Stillens: Gucke, ob dein Baby richtig angelegt ist und die Brustwarze gut erreicht und fassen kann. Lass dich gerne auch von einer Stillberaterin beraten.

Stillprobleme: Stillen und Medikamente

Nimmst du bereits Medikamente ein, besprich vor der Geburt mit deiner Ärztin / deinem Arzt, ob du diese Medikamente während des Stillens weiter einnehmen kannst. Wirst du während der Stillzeit krank, informiere deine Ärztin / deinen Arzt, dass du stillst, sodass du entsprechende Medikamente verschrieben bekommst. Sicherheitshalber lies die Packungsbeilage durch und halte Rücksprache, wenn du unsicher bist.

Stillprobleme: Stillen und Sport

Du darfst während der Stillzeit Sport machen und auch die Sauna besuchen. Trage beim Sport einen stützenden Still-BH und trinke ausreichend. Ungefähr vier Wochen nach der Geburt kannst du wieder saunieren. Nimm ein Handtuch mit, falls etwas Milch austreten sollte.

Die Stillberaterin hilft bei Stillproblemen

Möchtest du über die Hebammenzeit hinaus Hilfe und Unterstützung beim Stillen an deiner Seite wissen, gibt es in jeder Stadt Stillberaterinnen. Die Stillberaterin kann auch zu dir nach Hause kommen und unterstützt dich so lange wie du magst. Die Kosten für eine Stillberaterin sind von dir zu tragen. Die Krankenkassen übernehmen nur die Kosten für die Hebamme.

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