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Stillpositionen – Welche ist die richtige für dich?

Text: Julia Weise-Holtgräwe
Die Stillzeit sollte für dich und deinen kleinen Schatz eine entspannte und angenehme Zeit sein. Die eine perfekte Stillposition gibt es nicht. Ihr beide müsst gemeinsam herausfinden, welche Position für euch beide am angenehmsten ist. Bevor wir dir die verschiedenen Stillpositionen vorstellen, haben wir noch allgemeine Tipps für alle Stillpositionen für dich.

Tipps für alle Stillpositionen

So genießt ihr die Zeit des Stillens

Bei der Wahl der Stillposition ist nur wichtig, dass ihr euch beide wohlfühlt und entspannen könnte. Folgende Tipps für alle Stillpositionen sollen dich unterstützen. Du kannst alle Positionen ausprobieren, nur einen und natürlich auch deinen ganz eigenen Weg finden, mit dem es dir und einem Baby gutgeht.

Entspannung ist das A und O

Vielleicht bist du die ersten Male beim Stillen ein bisschen aufgeregt. Das ist normal und umso wichtiger, dass du dich wirklich wohlfühlst und deine Ruhe hast. Stelle dir etwas zu trinken und ein paar Snacks neben dich. Gehe vor dem Stillen nochmal zur Toilette und stelle dein Handy auf lautlos. Wenn du magst, kannst du auch leise Musik hören.

Abwechslung bei den Stillpositionen

Du musst dich nicht auf eine Stillposition festlegen. Abwechslung bei den Stillpositionen kann helfen Schmerzen an den Brustwarzen, verstopfte Milchgänge und Brustinfektionen zu verhindern. Wechsle auch zwischen den Brüsten, sodass beide Brüste gleichmäßig entleert sind. Du kannst vor dem Stillen abtasten, welche Brust schwerer ist und solltest mit dieser beginnen.

Halt für Körper, Brüste und dein Baby

Stütze deinen Körper und setze dich zum Stillen auf einen Stuhl, auf die Couch oder mach es dir im Bett bequem. Lege dir Kissen in deinen Rücken, wenn es für dich angenehm ist und biete deinem Körper möglichst viel Halt. Das gilt auch für deine Brüste, die du während des Stillens von unten stützen kannst. Alternativ kannst du bei größeren Brüsten auch ein gerolltes Handtuch unter deine Brüste legen. Stütze auch dein Baby. Du kannst dazu deine Hand, deinen Arm oder ein Kissen verwenden.

Stillpositionen – vom Wiegegriff bis zur Footballhaltung

Der Wiegegriff / die Wiegehaltung

Der Wiegegriff, auch als Wiegehaltung bezeichnet, ist eine klassische Stillposition und eignet sich sehr gut für die ersten Tage des Stillens. Du benötigst ein Stillkissen. Vorsicht nach einem Kaiserschnitt, da dein Baby auf die Narbe drückt.

So geht es:

Setze dich aufrecht auf einen Stuhl, auf deine Couch oder in dein Bett und lege das Stillkissen auf deinen Schoß. Dein Baby liegt seitlich auf dem Stillkissen und du stützt es mit einem Arm am Rücken. Der Kopf deines Babys liegt in deiner Armbeuge.

Der Kreuzgriff

Die Stillhaltung Kreuzgriff ist eine Variante des Wiegegriffs und eignet sich besonders gut für Neugeborene, da du den Kopf deines Babys sehr gut stützen kannst. Du benötigst für den Kreuzgriff ebenfalls ein Stillkissen. Nach einem Kaiserschnitt kann diese Stillhaltung problematisch sein, da dein Kind auf deinem Bauch, also auf der Narbe liegt. Dein rechter Arm hält dein Kind, wenn du die linke Brust gibst und dein linker Arm hält dein Kind, wenn du die rechte Brust gibst. Der Kopf deines Kindes ruht immer in der Hand des haltenden Arms.

So geht es:

Du sitzt aufrecht und dein Baby liegt Bauch an Bauch mit dir.

Die Seitenlage

Die Stillposition Seitenlage wird von vielen Müttern als sehr kuschelig empfunden. Die Seitenlage eignet sich sehr gut für das nächtliche Stillen und bei Geburtsverletzungen, da dein Geburtsbereich entlastet wird. Auch nach einem Kaiserschnitt ist die Seitenlage ideal, da die Narbe nicht beansprucht wird.

So geht es:

Du und dein Baby liegt Bauch an Bauch auf der Seite, mit dem Gesicht zugewandt. Mit der einen Hand stützt du deinen Kopf, mit der anderen Hand legst du dein Kind an. Du kannst den Rücken deines Babys zusätzlich abstützen, indem du ein zusammen gerolltes Handtuch oder ein Kissen hinter den Rücken legst.

Der Hoppe-Reiter-Sitz

Der Hoppe-Reiter-Sitz, eignet sich sehr gut, wenn dein Baby unter 3-Monats-Koliken und Bauchweh leidet. Fast aufrecht sitzend schluckt dein Baby in dieser Position kaum Luft. Leidet dein Baby unter einer verstopften Nase, ist die aufrechte Stillposition ebenfalls gut geeignet. Hast du einen Milchstau, probiere den Hoppe-Reiter-Sitz aus. Das Kinn deines Babys massiert den unteren Brustbereich während des Stillens, sodass sich der Milchstau lösen kann.

So geht es:

Setze dein Baby dir zugewandt auf deinen Schoß, sodass sich das Gesicht deines Babys direkt vor deiner Brust befindet. Jetzt stütze dein Baby mit beiden Händen am Rücken und Kopf.

Die Dancer-Stillhaltung

Die Dancer-Stillhaltung eignet sich sehr gut für Babys, die Schwierigkeiten beim Stillen haben, zum Beispiel saugschwach sind oder motorische oder geistige Entwicklungsprobleme haben. Ausgangsposition der Dancer-Stillhaltung ist der Hoppe-Reiter-Sitz.

So geht es:

Nehmt die Stillhaltung Hoppe-Reiter-Sitz ein. Forme nun mit deinem Daumen und deinem Zeigefinger ein „U“ und lege die beiden Finger unter den Unterkiefer und die Wangen deines Kindes. Mit den anderen drei Fingern und deiner Handfläche stützt du deine Brust. Die andere Hand stützt den Rücken deines Kindes.

Die Footballhaltung

Die Footballhaltung beim Stillen eignet sich für Stillanfängerinnen, da du den Mund deines Babys gut sehen und führen kannst. Da das Gewicht des Babys nicht auf den Bauch drückt, kannst du in der Footballhaltung auch nach einem Kaiserschnitt gut stillen. Möchtest du deine Zwillinge parallel stillen, empfehlen wir dir die Footballhaltung auch.

So geht es:

Du sitzt aufrecht oder halb aufrecht / halb liegend und dein Baby liegt unter einem deiner Arme. Seinen Kopf hältst du mit einer Hand und kannst den Mund so sehr gut führen. Am besten legst du dein Kind leicht erhöht auf ein Kissen. Stillst du Zwillinge, liegt ein Kind rechts und ein Kind links unter deinen Armen und du kannst beide Hände zum Führen der Kopfe verwenden.

Die Vierfüssler-Position

Die Vierfüssler-Position, oder Vierfüsslerposition, wird von den meisten Frauen nur bei einem Milchstau angewandt, da diese Stillhaltung nicht besonders bequem ist. Da Milch der natürlichen Gravitation folgt, fließt sie in dieser Position nach unten. Zusätzlich drückt dein Baby mit seinem Kiefer gegen die verhärtete Brust und regt so den Milchfluss an.

So geht es:

Du legst dein Baby auf ein Kissen und kniest oder stellst dich im Vierfüsslerstand über dein Kind. Erhöhe die Position deines Kindes so, dass du dich nicht bücken musst.

Intuitives Stillen oder Laid-Back-Nursing

Das intuitive Stillen oder Laid-Back-Nursing eignet sich besonders gut für das erste Anlegen nach der Geburt. Dein Baby folgt einem Instinkt und wird die Brustwarze selbstständig suchen. Dieses Phänomen wird als „Breast Crawl“ bezeichnet. Nach einem Kaiserschnitt kannst du dein Baby auf deinen Brustkorb oder quer über deinen Schulterbereich legen, um deine Narbe zu entlasten.

So geht es:

Du setzt oder legst dich halb hin und legst dein Baby mit seinem Bauch auf deinen Bauch. Nun wird dein Baby deine Brustwarze suchen und kann sich auch mit seinen Füßen von deinem Bauch abdrücken. Forscher vermuten, dass der „Breast Crawl“ mit dem Geruch der Brustwarze zusammenhängt, der das Baby an das Fruchtwasser erinnert. Auch der Temperaturunterschied zwischen den Lippen deines Babys und deiner Brustwarze kann den Reflex auslösen.

Stillen in der Tragehilfe

Das Stillen in der Tragehilfe ist unterwegs besonders praktisch, kannst du aber auch Zuhause anwenden, wenn du daheim dein Baby in der Tragehilfe bei dir trägst. Du kannst im Sitzen und im Stehen stillen und musst du den Haltegurt oder das Tragetuch etwas lockern. Leg deine Brust frei und hilf deinem Kind die richtige Position einzunehmen.

Besondere Stillpositionen

Stillen nach einem Kaiserschnitt und Stillen von Zwillingen

Nach einem Kaiserschnitt musst du dich als Mutter besonders schonen und nicht jede Stillposition ist für dich geeignet. Lass dir gegebenenfalls von deiner Hebamme / deinem Geburtspfleger oder deinem Partner / deiner Partnerin helfen. Gut geeignet sind die Stillpositionen in Seitenlage, die Wiegehaltung und die Kreuzwiegehaltung. Zusätzlich kannst du die Naht mit einem weichen Kissen schützen.

Du bist Mutter von Zwillingen und musst gleich zwei Babys stillen. Ganz sicher eine besondere Herausforderung als Mutter. Du kannst deine Kinder nacheinander oder gleichzeitig stillen. Für das gleichzeitige Stillen eignet sich die „Football-Haltung“ sehr gut. Empfehlenswert ist auch die X-Haltung, die Wiegehaltung für zwei Babys. Beide Kinder liegen jeweils in deiner Armbeuge. Das eine Baby liegt ganz nah an deinem Bauch, das andere Baby kreuzt mit seinen Beinchen die Beine und den Rücken seines Geschwisterchens.

Gebt euch Zeit – es muss nicht beim ersten Mal perfekt laufen

Gebt euch beiden Zeit, denn du als Mutter und dein Baby müsst euch erst mal kennenlernen und als Team einspielen. Das Stillen muss nicht beim ersten Mal perfekt laufen. Ganz wichtig ist, dass du dir Ruhe gönnst. Stille niemals unter Zeitdruck. Dein Baby spürt die innere Unruhe und wird selbst unruhig. Du kannst dir außerdem Unterstützung von deiner Hebamme / deinem Geburtspfleger oder einer Stillberaterin / einem Stillberater holen.

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