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Sodbrennen in der Schwangerschaft – Diese Dinge helfen!

Text: Julia Weise-Holtgräwe
In unserem Ratgeber erfährst du, warum Sodbrennen in der Schwangerschaft auftritt, was du dagegen tun kannst und wie du Sodbrennen vorbeugen kannst.

Ungefährlich, aber lästig

Sodbrennen gehört zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft. Mehr als die Hälfte aller Schwangeren leiden unter Sodbrennen. Kein Anlass zur Sorge, denn für dein Baby ist Sodbrennen ungefährlich. Aber lästig für dich als werdende Mama, denn mit fortschreitender Schwangerschaft kann Sodbrennen zu einem täglichen Begleiter werden.

Was löst Sodbrennen in der Schwangerschaft aus?

Die kurze Antwort ist, es ist dein Baby, das mit seiner Entwicklung das Sodbrennen auslöst. Meist leiden Frauen in den letzten drei Monaten ihrer Schwangerschaft unter Sodbrennen. Der Körper sorgt mit Hormonen dafür, dass Muskeln, Bänder und Sehnen in Körper weich werden. Damit schafft der Körper Platz für das Baby. Mit einer Nebenwirkung, die das Sodbrennen verursacht.

Eines ist dieser Hormone ist das Schwangerschaftshormon Progesteron. Progesteron bringt den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre zum Erschlaffen. Nun kann der Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre nicht mehr zuverlässig verhindert werden. Die Magensäure, die nun in die Speiseröhre zurückfließt, verursacht das unangenehme und schmerzhafte Brennen.

Als ob das noch nicht genug wäre, hilft dein Baby jetzt noch ein bisschen mit dich zu ärgern. Die Gebärmutter dehnt sich aus und drückt von unten gegen den Magen. So gelangt Speisebrei aus dem Magen in die Speiseröhre.

Klassische Symptome von Sodbrennen

Du bemerkst Sodbrennen, wenn deine Speiseröhre brennt, du sauer und / oder bitter aufstoßen musst und / oder Mageninhalt in den Mund zurückfließt. Zusätzlich können brennende Schmerzen hinter dem Brustbein auftreten. Meist treten die Symptome im Liegen und damit nachts auf. Manche betroffenen Frauen leiden auch unter Übelkeit und Druck im Oberbauch.

Wir haben auch eine gute Nachricht für dich. In der Regel hört das Sodbrennen kurz nach der Geburt auf.

Wie kannst du Sodbrennen in der Schwangerschaft vorbeugen?

Vielleicht wirst du dein Sodbrennen nicht ganz los, aber du kannst aktiv vorbeugen und somit deine Beschwerden zumindest lindern. Ein wesentlicher Faktor gegen Sodbrennen ist deine Ernährung.

Keine üppigen Mahlzeiten, iss stattdessen mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt. Mit einer großen Mahlzeit dehnt sich dein Magen stark aus und nimmt Platz ein, den dein Baby versucht wieder zu verdrängen, denn es braucht den Platz selbst.

Nimm dir Zeit und iss langsam, denn gut zerkautes Essen kann dein Magen besser verdauen und so schneller an den Dünndarm weitergeben. Je weniger Speisebrei sich in deinem Magen befindet, desto geringer die Gefahr von Sodbrennen.

Verzichte auf, oder zumindest reduziere, koffeinhaltige und stark kohlensäurehaltige Getränke, Zitrusfrüchte, fettiges Essen und Mahlzeiten, die stark gewürzt sind und meide Süßigkeiten, insbesondere saure Süßigkeiten. Oder ganz kurz zusammengefasst, ernähre dich so gesund wie möglich.

Kleide dich bequem und verzichte auf enge Hosen oder Röcke. Jogginghosen, Röcke mit weichem Bund und Schwangerschaftskleidung sind in der letzten Schwangerschaftsphase optimal. Enge Kleidung drückt den Mageninhalt nach oben und beschleunigt den Weg der Säure in die Speiseröhre.

Bereite dich auf die Nacht vor und iss drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr. Hat dein Magen die Verdauung abgeschlossen, produziert er keine Magensäure und diese kann nicht mehr in die Speiseröhre zurückfließen.

Nutze die Schwerkraft und versuche leicht erhöht zu schlafen. Versuche auch auf der linken Seite zu schlafen. Der Magen befindet sich in der linken Seite des Körpers. Schläfst du nun auf dieser Seite, entsteht ein Knick, der das Aufsteigen der Magensäure verhindert.

Hausmittel und Apotheke gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft

Versuche zunächst dein Sodbrennen in der Schwangerschaft mit Hausmitteln zu lindern. Medikamente gegen Sodbrennen aus der Apotheke sind zwar ungefährlich für dein Kind, aber du kannst es zuerst auf die natürliche Weise versuchen.

Hausmittel gegen Sodbrennen

Trinke stilles Wasser in kleinen Schlucken und spüle so die aufsteigende Magensäure hinunter. Zusätzlich kannst du die Magensäure mit trockenem Brot, Zwieback und Reiswaffeln neutralisieren. Iss langsam und kaue sehr sorgfältig.

Folgende Lebensmittel haben ebenfalls eine säurebindende Wirkung: Haferflocken, Haselnüsse und Mandeln, gekochte Kartoffeln und rohe Möhren / Karotten. Auch hier beachte wieder, dass du langsam und gründlich kauen musst.

Reife Bananen unterstützen dich ebenfalls. Sie schützen die Magenschleimhaut vor der Magensäure und regen die Schleimproduktion an. Das trifft aber nur bei sehr reifen Bananen zu. Unreife Bananen bewirken genau das Gegenteil. Außerdem regen die Ballaststoffe der Bananen die Verdauung an und schützen vor einer möglichen Verstopfung.

Trinke viel Tee, bevorzugt Fencheltee, Anistee, Kümmeltee oder Kamillentee. Du bekommst auch eine Mischung aus Fenchel, Anis und Kümmel. Diese Teesorten beruhigen die gereizten Schleimhäute und verdünnen die Magensäure. Aber Vorsicht, das gilt nicht für Früchtetees. Früchtetees sind stark säurehaltig und können Sodbrennen auslösen und verstärken.

Medikamente gegen Sodbrennen

Helfen Hausmittel nicht und du leidest weiterhin unter starkem Sodbrennen, kannst du auch Medikamente in der Apotheke kaufen, um deine Beschwerden zu lindern. Angeboten werden Kautabletten und Granulat. Die Medikamente gehören zu den Antazida, die überschüssige Magensäure direkt im Magen neutralisieren. Sie sind ungefährlich für Schwangere und Babys und haben keine Nebenwirkungen.

Bitte sprich trotzdem vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme, deinem Entbindungspfleger und lass dich in der Apotheke beraten.

Bilder: Getty

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