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PMS – das hilft bei Beschwerden vor den Tagen

Text: Kirsten Hemmerde
Vier von fünf Frauen leiden vor ihrer Menstruation unter körperlichen sowie psychischen Beschwerden. Dieses Prämenstruelle Syndrom PMS wird durch Hormone hervorgerufen. Erfahre hier mehr über diese Tage vor den Tagen und was du tun kannst.

Du fühlst dich ab der Mitte deines Zyklus manchmal nicht wohl? Hast vielleicht Bauchkrämpfe, unreine Haut oder bist leichter gereizt? Damit bist du nicht alleine. Rund 80 Prozent aller Frauen verspüren in den ein bis zwei Wochen vor ihrer Regel solche oder ähnliche Symptome. Diese Beschwerden werden als Prämenstruelles Syndrom bezeichnet, also ein Syndrom, das vor der Menstruation auftritt. Das PMS hat viele Gesichter. Über 150 Symptome fallen darunter. Bei einigen Frauen treten nur wenige davon auf, bei anderen mehr. Die Ausprägungen sind mal mehr, mal weniger heftig und verschwinden meist sofort, wenn die Blutung einsetzt. Das PMS gehört damit zu den häufigsten Beschwerdebildern in der Gynäkologie.

Diese körperlichen Symptome können bei PMS auftreten

Von A wie Appetitlosigkeit bis Z wie Ziehen in der Brust reichen die PMS-Beschwerden. Wenn eine Frau vom Prämenstruellen Syndrom betroffen ist, treten bei ihr meist die gleichen Symptome auf. Allerdings können die Beschwerden in unterschiedlicher Stärke vorkommen. Bei Frauen ab 30 Jahren verstärken sich zudem die Symptome oft noch weiter. Besonders häufig sind diese gesundheitlichen Herausforderungen:

  • Appetit: Heißhungerattacken, Appetitlosigkeit oder Übelkeit
  • Brüste: Spannungsgefühle, Schmerzen oder hormonell bedingte Wassereinlagerungen
  • Gelenk- oder Muskelschmerzen
  • Haut: unreine Haut oder Pickel
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Kreislaufprobleme: Hitzeschübe, Schweißausbrüche oder Schwindelattacken
  • Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Unterleib: Schmerzen, Krämpfe oder Druckgefühl
  • Verdauung: Völlegefühl, Durchfall oder Verstopfungen

PMS schlägt oft auch auf die Psyche

„Die ist so gereizt, die bekommt wohl ihre Tage“ – wer hat diesen Satz nicht schon einmal gehört? Und ein Fünkchen Wahrheit ist da oft auch dran. Denn das Prämenstruelle Syndrom kann die Psyche beeinflussen. Viele Frauen stellen vor ihren Tagen bei sich selbst Stimmungsschwankungen fest. Auch eine erhöhte Reizbarkeit, plötzliche Wutausbrüche oder eine innere Unruhe können auftreten. Konzentrationsstörungen, Schlafprobleme, gesteigerte Müdigkeit oder ein Gefühl der Überforderung zählen ebenfalls zu den häufigsten psychischen PMS-Beschwerden. Diese plötzlichen Stimmungsumschwünge können zu Problemen innerhalb der Familie der betroffenen Frau führen. Denn für Außenstehende kommen diese Emotionen wie aus heiterem Himmel und sind schwer zu erklären oder zu begreifen. Genauso plötzlich, wie sie gekommen sind, verschwinden die Probleme meist auch wieder ein bis zwei Tage vor Beginn der Regelblutung.

Unterleibsschmerzen sind ein sehr häufiges Symptom von PMS. Foto: Getty

Das sind die Ursachen

Obwohl das Prämenstruelle Syndrom weltweit zu den häufigsten Beschwerdebildern in der Frauenheilkunde gehört, sind seine Ursachen bis heute nicht vollständig geklärt. Mediziner vermuten, dass mehrere Faktoren diese körperlichen und psychischen Leiden auslösen. Als Hauptursache gelten verschiedene Hormonwerte, die im Verlauf des Zyklus stark schwanken. Während des Eisprungs wird das Hormon Prolaktin gebildet. Es sorgt dafür, dass die Brustdrüsen anschwellen – daher können die Brüste in dieser Zeit besonders empfindlich sein. Zudem steigt bis zum Eisprung der Östrogenspiegel rasant an. Östrogene machen es dem Körper leichter, Wasser einzulagern. Zudem ist dieses Hormon am Eisprung beteiligt, den viele Frauen als Unterbauch-Ziehen bemerken. Die Hormonschwankungen können sich auf den Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt im Körper negativ auswirken. Dadurch verursachen sie weitere Beschwerden. Mediziner haben festgestellt, dass darüber hinaus einge Faktoren das Prämenstruelle Syndrom auslösen oder verstärken können.

Diese Faktoren können das PMS auslösen ode verstärken

  • eine Unterfunktion der Schilddrüse
  • Stress
  • Alkohol oder Nikotin
  • ein geringer Wert des Hormons Melatonin
  • eine einseitige Ernährung

Bestandsaufnahme bei leichten bis schweren Beschwerden

Ein Viertel aller betroffenen Frauen leidet sehr unter dem PMS. Bei zwei bis fünf Prozent von ihnen sind die Beschwerden so heftig, dass ihre Lebensqualität erheblich eingeschränkt ist. Grund dafür können heftige Schmerzen sein oder auch starke psychische Belastungen, die schon in Richtung Depression gehen. Oft können die Betroffenen für mehrere Tage kaum arbeiten oder sich um ihre Familie kümmern. Hier sprechen Mediziner von einer Prämenstruellen Dysphorischen Störung PMDS. Das ist ein eigenständiges Krankheitsbild. Bei Beschwerden jeglicher Art ist es wichtig, Unterstützung und Hilfe zu suchen. Denn viele der Symptome können gut behandelt werden.

Wenn du vermutest, unter PMS zu leiden, solltest du zunächst einen Regelkalender führen. Diese Bestandsaufnahme macht es dir und auch deinem Arzt leichter, mögliche Zusammenhänge zu erkennen. In diesen Kalender solltest du am besten über mehrere Zyklen eintragen, wann welche Symptome auftreten. Wichtig ist auch zu notieren, wie heftig diese Beschwerden sind. Wende dich an deinen Frauenarzt oder deine Gynäkologin. Sie können deinen Körper untersuchen, dein Blut analysieren lassen und mögliche andere Erkrankungen ausschließen.

Diese Medikamente und Heilpflanzen können helfen

Da das Prämenstruelle Syndrom viele verschiedene Beschwerden auslösen kann, ist auch die Behandlung vielfältig. Bei leichten Beschwerden starten viele Betroffene zunächst mit komplementären Heilmitteln. So soll Mönchspfeffer bei Brustschmerzen helfen und Baldrian bei Schlafproblemen.  Johanniskraut gilt als pflanzliches Antidepressivum.

Frau mit Wasserglas und Schmerztablette
Bei Kopfschmerzen oder Bauchkrämpfen können Tabletten mit dem Wirkstoff Ibuprofen helfen. Bild: Pexels / jeshootscom

Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium oder Eisen mildern bei einigen Betroffenen die Symptome. Bei starken Schmerzen können beispielsweise Medikamente mit dem Wirkstoff Ibuprofen helfen. Bisweilen werden auch hormonelle Verhütungsmittel verschrieben. Denn sie verhindern den Eisprung und damit auch zahlreiche PMS-Symptome. Harntreibende Medikamente unterstützen dabei, Wassereinlagerungen aus dem Körper zu transportieren. Bei besonders starken psychischen Belastungen können auch Antidepressiva zum Einsatz kommen.

Mit Entspannung, Sport und Ernährung gegen das PMS

In vielen Fällen reichen bereits kleine Umstellungen der Lebensgewohnheiten, um die PMS-Beschwerden zu lindern. Diese Tipps können dir helfen:

  • Schlaf: Eine ausreichende Nachtruhe von sieben bis acht Stunden Schlaf hilft dem Körper dabei, sich zu entspannen zu zu regenerieren.
  • Ernährung: Omega3-Fettsäuren (kommen zum Beispiel in Lachs oder Avocados vor), B-Vitamine und Magnesium werden empfohlen, um Wassereinlagerungen und Heißhungerattacken vorzubeugen. Schokolade, Kaffee und Alkohol sollten dagegen nur in Maßen verzehrt werden.
  • Hausmittel: Bei leichten Unterleibsschmerzen können eine Wärmeflasche oder ein heißer Tee helfen.
  • Sport: Bewegung wirkt sich positiv auf viele PMS-Beschwerden aus. Sie gilt als krampflösend und transportiert zudem Wassereinlagerungen ab. Zudem werden Glückshormone ausgeschüttet.
  • Entspannung: Yoga, autogenes Training oder meditative Übungen reduzieren Stress und entspannen Körper und Geist.

Generell gilt: Tue, was dir guttut. Versuche, in den Tagen vor den Tagen möglichst gelassen zu bleiben und stressige Situationen zu vermeiden. Oft hilft es auch, das Umfeld, Freunde oder Kollegen über die Beschwerden zu informieren. Denn dann wissen sie, weshalb es dir gerade nicht gut geht. Allein schon dieses Verständnis wirkt sich oft positiv aus.

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