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Zyklus – so funktioniert der Monatsrhythmus

Text: Kirsten Hemmerde
Rund 40 Jahre ist der Zyklus ein treuer Begleiter des weiblichen Körpers. Welche Phasen es gibt und welche Rolle Hormone dabei spielen, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Bereits bei der Geburt ist der Grundstein für den späteren Monatszyklus gelegt: Denn schon weibliche Säuglinge enthalten in ihren Eierstöcken ihren Lebensvorrat an Eizellen. Mit durchschnittlich zwölfeinhalb Jahren setzt die erste Regelblutung, die sogenannte Menarche, ein. Bis zu den Wechseljahren im Alter zwischen 45 und 55 Jahren spielt sich nun allmonatlich der gleiche Ablauf ab. Eine Eizelle reift heran und wenn keine Schwangerschaft eintritt, wird die sie umgebende Gebärmutterschleimhaut über die Monatsblutung abgestoßen. Zwischen 25 und 35 Tagen kann der Zyklus dauern. Eine wichtige Rolle spielen dabei verschiedene Hormone.

Diese Hormone steuern den Zyklus

Entscheidend an der Periode beteiligt ist das als Frauenhormon bekannte Östrogen. Dieses Geschlechtshormon wird vor allem in den Eierstöcken produziert. Es lässt unter anderem die Eibläschen reifen, löst den Eisprung aus und stellt den Transport des Eis über den Eileiter in die Gebärmutter sicher. Auch dem Gelbkörperhormon Progesteron kommt eine wichtige Aufgabe zu. Dieser Botenstoff stellt sicher, dass die Eizelle befruchtet werden und sich anschließend in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann. Das follikelstimulierende Hormon FSH regt unter anderem die Östrogenproduktion und das Heranreifen des Eis im Eierstock an. Relevant ist zudem das luteinisierende Hormon LH. Es sorgt dafür, dass die Eizellen reifen und Östrogene produziert werden. Darüber hinaus löst es den Eisprung aus.

Die unterschiedlichen Phasen des Mentruationszyklus

Im Zusammenspiel bewirken die Hormone den Ablauf des monatlichen Zyklus in folgenden Phasen:

Phase 1: Proliferations- oder Aufbauphase

Das Hormon FSH lässt mehrere Eibläschen im Eierstock reifen. Meist dominiert nach kurzer Zeit eines dieser sogenannten Follikel und wächst als einziges weiter. Während seines Wachstums produziert es kontinuierlich mehr Östrogen. Das Hormon sorgt nun dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut dicker wird. Diese Schleimhaut liegt in der Gebärmutter. Durch das Wachstum bereitet sie sich darauf vor, dass sich eine Eizelle einnistet und zum Embryo heranwächst.

Phase 2: Eisprung

Wenn ein bestimmter Anteil von Östrogen im Blut ist, kommt die Hirnanhangsdrüse ins Spiel. Sie schüttet verstärkt das Hormon LH aus. Dadurch wird der Eisprung ausgelöst. Die reife Eizelle verlässt den Eierstock und gelangt über den Eileiter in die Gebärmutter. In diesem Zeitraum ist die Eizelle für rund 24 Stunden befruchtungsfähig. Es gibt verschiedene Testmethoden, die den LH-Anstieg und damit den besten Zeitpunkt anzeigen, um schwanger zu werden. Auch für die natürliche Empfängnisverhütung ist dieser Moment wichtig, damit es nicht zu einer ungeplanten Schwangerschaft kommt. Denn um den Eisprung herum hat sich auch der Gebärmutterhals verändert. Sein Zervix-Schleim ist nun klar und flüssig. So können Spermien besser hindurchgelangen und die Eizelle befruchten.

Phase 3: Sekretions- oder Gelbkörperphase

Nachdem die Eizelle in die Gebärmutter gewandert ist, verbleibt das leere Eibläschen im Eierstock. Als Gelbkörper schüttet dieses Bläschen nun Progesteron aus. Das ist oft als gelblicher Ausfluss zu erkennen. Das Progesteron sorgt dafür, dass sich die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet und Nährstoffe in ihrer Schleimhaut bildet. Damit soll dann die befruchtete Eizelle versorgt werden. Kommt es zu keiner Schwangerschaft, bildet sich der Gelbkörper zurück. Damit stellt er auch die Progesteron-Produktion ein. Dieser Hormon-Stopp sorgt dafür, dass die angewachsene Gebärmutterschleimhaut schlechter durchblutet wird. Sie stirbt teilweise ab.

Phase 4: Menstruation

Das überflüssige Gewebe der Gebärmutterschleimhaut wird abgebaut. Verbleibende Reste scheidet der Körper mit etwas Blut über die Regelblutung aus. Diese Menstruation dauert bei den meisten Frauen zwischen drei und sieben Tagen. Dabei unterscheiden sich Verlauf und Stärke deutlich. Einige Frauen verlieren nur wenig Blut, andere haben dagegen – vor allem nach der Geburt – eine deutlich stärkere Regel. Der Beginn der Periode ist gleichzeitig auch der erste Tag des neuen Monatszyklus. Denn parallel zur Blutung reift bereits im Eierstock ein neues Eibläschen heran und der Rhythmus beginnt erneut.

Wann setzt die Monatsblutung aus?

Das Ausbleiben der Regel ist das charakteristischste Anzeichen für eine Schwangerschaft. Denn wenn das Ei befruchtet wurde, nistet es sich in der angewachsenen Gebärmutterschleimhaut ein. Diese muss dann nicht über eine Blutung abgestoßen werden. Ganz im Gegenteil. Sie hat dann die wichtige Aufgabe, die Eizelle mit Nährstoffen zu versorgen. Nach der Geburt dauert es einige Monate, bis die Monatsblutung wieder einsetzt. Bei stillenden Müttern ist dieser Zeitraum länger als bei Müttern, die abgestillt haben.
Die Periode kann aber auch ausbleiben – oder sehr unregelmäßig werden – wenn andere Faktoren vorliegen. So kann bei einigen Frauen der Hormonhaushalt gestört sein. Der Frauenarzt hat mit einem Blutbild die Möglichkeit, festzustellen, ob zyklusbeeinflussende Hormone in falscher Konzentration oder gar nicht gebildet werden. Auch extremes Über- oder Untergewicht können den Hormonhaushalt und damit die Periode beeinflussen. Stress und psychische Angeschlagenheit sind weitere Faktoren, aufgrund derer die Menstruation später oder gar nicht einsetzen kann.

Wann hört die Periode ganz auf?

In den Wechseljahren stellt sich der Hormonhaushalt des weiblichen Körpers um. Die Produktion von Hormonen wie Östrogen und Progesteron schwankt zunächst und sinkt dann stark ab. Gleichzeitig stellt sich die Monatsblutung bei vielen Frauen nur noch unregelmäßig ein. Im Alter von 52 Jahren erlebt etwa die Hälfte von ihnen ihre letzte Periode. Damit einher können Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche gehen. Das muss aber nicht sein. Laut Berufsverband der Frauenärzte hat ein Drittel aller Frauen keine Probleme und ein weiteres Drittel nur leichte Beschwerden.

Bilder: Getty

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