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Zwiemilch – Kombination aus Stillen und Fläschchen

Text: Julia Weise-Holtgräwe
Zwiemilch wird die Kombination aus Stillen und Fläschchen geben genannt. Die Zwiemilch kann verschiedene Gründe haben. Denkst du über Zwiemilch nach, lies gerne unseren Ratgeber und sprich mit deiner Hebamme oder deiner Stillberaterin.

Gründe für Zwiemilch

Ganz egal, warum und zu welchem Zeitpunkt du dich für Zwiemilch entscheidest, lass dir von niemandem ein schlechtes Gewissen einreden. Es ist allein deine Entscheidung wie du dein Kind fütterst und du wirst gute Gründe für deine Entscheidung haben.

  • Dein Baby nimmt nicht genügend zu
  • Dein Baby hat nicht genügend Kraft die Brust zu entleeren
  • Du bildest nicht genug Muttermilch
  • Du möchtest / musst wieder arbeiten gehen
  • Du hast dich gegen das Stillen in der Öffentlichkeit entschieden
  • Der Papa möchte gerne aktiv am Füttern teilnehmen
  • Du möchtest als Mutter flexibler sein

Ab wann kannst du mit Zwiemilch beginnen?

Grundsätzlich kannst du direkt nach der Geburt mit Zwiemilch beginnen. Empfehlenswert ist es aber zunächst die Erstmilch zu füttern. Die Erstmilch (Kolostrum) ist besonders reichhaltig an Abwehrstoffen, Wachstumsfaktoren, Vitaminen und Nährstoffen. Kolostrum wird bis zu 30 Stunden nach der Geburt gebildet.

Wenn du nicht direkt nach der Geburt mit Zwiemilch beginnen möchtest, stille ungefähr acht Wochen. In dieser Zeit habt ihr, du und dein Baby, euch aneinander und das Stillen gewöhnt und ihr könnt jetzt das Fläschchen ausprobieren.

Wie viele Mahlzeiten kannst du zufüttern?

Du musst wissen, je häufiger du zufütterst, desto geringer wird deine Milchbildung. Überlege dir vorher, welche Fläschchen-Mahlzeiten sich am besten eignen.

Möchtest du mal wieder eine Nacht durchschlafen, bietet sich das Zufüttern nachts optimal an, wenn der Papa aufstehen muss und sein Kind füttern kann. Auch für unterwegs eignen sich Fläschchen, vor allem, wenn es dir unangenehm ist in der Öffentlichkeit zu stillen.

Musst du zufüttern, weil dein Baby durch das Stillen nicht satt wird, gibst du zuerst die Brust und dann das Fläschchen.

Und sonst kannst du als Mutter entscheiden, wie du die Mahlzeiten deines Baby aufteilst.

Was ist die Saugverwirrung?

Dein kleiner Schatz hat sich an deine Brust und das Saugen an den Brustwarzen gewöhnt. Nun muss es sich an den Sauger der Flasche gewöhnen. Da dieser etwas größer ist und das Saugen leichter fällt, kann es passieren, dass dein Baby die Brust beginnt abzulehnen und nur noch das Fläschchen haben möchte.

Es kann auch andersherum passieren, dass dein Baby die Flasche ablehnt und nicht gegen die Brust eintauschen möchte. Hier hilft manchmal ein kleiner Trick. Pumpe Muttermilch ab und füttere sie mit der Flasche. Jetzt muss sich dein Baby nur an den neuen Sauger gewöhnen, nicht aber gleichzeitig an den Geschmack der neuen Milch.

Zwiemilch: Fläschchen und Milchpulver

Wie wählst du am besten Fläschchen, Sauger und Milchpulver aus. Die erste Sauger sollten der Brust sehr ähnlich sein. Kaufe am beste möglichst breite Sauger mit einem kleinen Durchlass. Teesauger eignen sich sehr gut. Durch den kleinen Durchlass wird dein Baby angeregt genauso kräftig zu saugen wie beim Stillen. Das verringert die Gefahr der Saugverwirrung.

Die Wahl des Milchpulvers ist abhängig vom Alter deines Babys. Möchtest du gleich nach der Geburt mit Zwiemilch beginnen, kaufe Pre-Milch. Nach vier bis sechs Wochen kannst du dann auf Milchnahrung mit Stufe 1 beginnen. Für Zwiemilch direkt nach der Geburt eignet sich auch HA-Pre-Nahrung. Diese Milchnahrung ist für Kinder mit Allergien oder Allergierisiko gedacht. Du kannst mit HA-Pre-Milch das Risiko von Blähungen, Bauchschmerzen und Koliken minimieren.

Bist du dir bei der Wahl der Flaschennahrung nicht sicher, frag deine Hebamme oder Stillberaterin nach Empfehlungen.

Zwiemilch: Darmflora und Immunsystem

Wirkt sich Zwiemilch auf die Darmflora und das Immunsystem aus? Ja, Muttermilch und Flaschennahrung haben eine ganz unterschiedliche Wirkung auf die Darmflora und das Immunsystem. Auch wenn wir an dieser Stelle auf die Unterschiede eingehen, möchten wir die Zwiemilch keineswegs schlecht darstellen. Es sei auch an dieser Stelle nochmal erwähnt, du als Mutter entscheidest allein, wie du dein Kind füttern möchtest und bist niemandem eine Erklärung, gar Rechtfertigung schuldig.

Das Mikrobiom

In Bezug auf das Mikrobiom ist zwischen Normalgeburten und Kaiserschnittgeburten zu unterscheiden. Babys, die auf normalem Weg geboren werden, haben eine andere Bakterienzusammensetzung als Babys, die per Kaiserschnitt geboren werden. Säuglinge mit normalem Geburtsweg haben einen höheren Anteil Bacteroides und Pektobakterien. Staphylokokken, Rothia- und Propionibakterien sind hingegen geringer ausgeprägt. Die Muttermilch kann nun für eine Ausgewogenheit sorgen und soll zudem vor Asthma, Diabetes und Übergewicht schützen.

Der Stuhlgang

Du kannst auch am Stuhlgang deines Kindes eine Veränderung erkennen, wenn du mit Zwiemilch beginnst. Es kann sein, dass dein Kind häufiger Stuhlgang hat als beim Stillen und der Stuhlgang sieht anders aus. Verträgt dein Baby die Zwiemilchernährung gut, brauchst du dir keine Gedanken machen.

Zurück zum Vollstillen

Kannst du die Zwiemilchernährung wieder rückgängig machen?

Du möchtest deine Entscheidung zur Zwiemilchernährung rückgängig machen? Das ist kein Problem. Du kannst jederzeit wieder voll stillen oder genau andersherum die Ernährung deines Kindes vollständig auf Fläschchen-Milch umstellen.

Möchtest du das Zufüttern rückgängig machen, kannst du entweder direkt voll stillen und die Fläschchen einfach weglassen oder du steigst langsam um und minimierst das Zufüttern nach und nach. Stillst du wieder mehr, wirst du auch wieder mehr Milch produzieren.

Möchtest du abstillen, machst du es genau andersherum. Du gibst immer weniger die Brust und häufiger das Fläschchen. Je weniger du stillst, desto geringer wird die Milchbildung.

Vor- und Nachteile von Zwiemilch

Wir wissen, dass es viele Seiten gibt, auf denen die Vor- und Nachteile von Zwiemilch dargestellt werden. Wir möchten darauf verzichten, denn Vor- und Nachteile schüren nur das Gegeneinander von Müttern. Du bist keine schlechtere Mutter, weil du Zwiemilch fütterst oder vielleicht gar nicht stillst.

Stillen wird sehr gerne und häufig als die alleinig gute Nahrung dargestellt. Sicher ist stillen die natürlichste Methode dein Kind zu ernähren. Letztlich aber entscheidest du als Mutter allein für welche Ernährung du dich entscheidest. Jede Entscheidung ist richtig, denn viel wichtiger ist, dass du als Mutter dahinterstehst.

Höre auf dein Bauchgefühl und schließe Frieden mit deiner Entscheidung. Diesen Frieden wirst du an dein Kind weitergeben.

Bilder: Getty

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