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Kopfgneis oder Milchschorf – so erkennst du den Unterschied

Text: Julia Weise-Holtgräwe
Die typischen Hautschuppen auf der Kopfhaut haben fast alle Babies. Was dagegen hilft und warum sich Kopfgneis und Milchschorf unterscheiden, erfährst du hier.

Die Begriffe Kopfgneis und Milchschorf bei Säuglingen werden häufig synonym zueinander verwendet. Beide bezeichnen Schuppen auf der Kopfhaut, unterscheiden sich aber im Vorkommen, im Aussehen und der Dauer. Wir haben dir einen Ratgeber zum Thema Kopfgneis oder Milchschorf zusammengestellt. Du erfährst wie sich Kopfgneis und Milchschorf unterscheiden und welche Therapie am besten hilft.

Kopfgneis – nicht schön, aber ungefährlich

Kopfgneis (seborrhoisches Ekzem oder seborrhoische Dermatitis) ist eine Hautveränderung am Kopf des Säuglings, die meistens schon in den ersten Lebenswochen des Babys auftritt. Es bilden sich grobe Schuppen und teilweise auch dicke Krusten. Kopfgneis ist ungefährlich für dein Baby, sieht aber nicht schön aus. Wenn du dich auf einen wunderbar nach Baby duftenden Kopf und weichen Flaum gefreut hast, bist du ganz sicher nicht allein, wenn deine Vorstellung nicht in Erfüllung geht, denn Kopfgneis tritt sehr häufig auf.

Ursache von Kopfgneis

Die Ursache von Kopfgneis ist bis heute nicht bekannt. Man vermutet, dass Hormone der Mutter, die im Mutterleib an das Baby weitergegeben werden, die Schuppen auslösen. Die Talgproduktion des Babys erhöht sich und die Hautschuppen verdichten sich so stark, dass sie nicht mehr unsichtbar abfallen, sondern auf der Kopfhaut des Babys verbleiben. Weiterhin wird vermutet, dass auch ein Hefepilz eine Rolle spielen könnte, der sich auf der talgreichen Haut besonders gut vermehren kann. Der Hefepilz könnte auch für den unangenehmen Geruch verantwortlich sein, der manchmal auftritt.

Aussehen von Kopfgneis

Das Ekzem zeigt sich in Schuppen, die eine gelblich bis bräunliche Farbe annehmen können. Manchmal werden die Schuppen krustig und die Kopfhaut darunter rötet sich. Im Gegensatz zu Milchschorf und anderen Hautkrankheiten, zum Beispiel Neurodermitis, juckt Kopfgneis nicht. Die Schuppen verbleiben an den Haaren und lassen sich nur schwer entfernen.

Dauer von Kopfgneis

In vielen Fällen bildet sich Kopfgneis relativ schnell wieder zurück. Die betroffene Haut verheilt innerhalb von zwei Jahren. Narben bleiben nicht zurück. Ein Grund zur Sorge besteht bei Säuglingen nicht. Leiden Jugendliche oder Erwachsene unter dem Ekzem, ist die Wahrscheinlichkeit einer chronischen Krankheit hoch.

Behandlung von Kopfgneis

Kopfgneis heilt ganz von allein ab. Viele Eltern möchten ein bisschen nachhelfen, was durchaus verständlich ist, denn die Schuppen sind unschön und stören beim Kuscheln. Du solltest sehr vorsichtig sein, denn die dicken Schuppen lassen sich nicht so einfach lösen. Möglicherweise verletzt du die Kopfhaut deines Babys.

Kopfgneis reduzieren

Du wirst mit den folgenden Tipps den Kopfgneis nicht vollständig ablösen können, aber wenn du einen der Tipps regelmäßig anwendest, kann du die Schuppenbildung reduzieren.

Öle und Oleogel: Weiche die Schuppen mit Mandelöl oder Olivenöl vorsichtig ein. Lass das Öl am besten über Nacht einweichen und wasche die Haare morgens mit einem milden Baby-Shampoo. Du kannst jetzt versuchen einige Schuppen vorsichtig abzulösen. Oleogel ist eine spezielle Mischung aus verschiedenen Ölen, Naturfett und Mineralien. Du kannst Oleogel in der Apotheke kaufen. Du mischst Oleogel mit ein paar Tropfen Wasser und trägst sie dann auf den Kopf deines Babys auf. Nach der Einwirkzeit spülst du Oleogel mit Wasser aus.

Warm-feuchte Wickel: Probiere, ob dein Baby die warm-feuchten Wickel mag. Wenn es klappt, kannst du die Krusten mit dem Wickel abdecken und warten bis die Schuppen weich werden.

Haare waschen und bürsten: Eigentlich musst du die Haare deines Babys noch nicht waschen. Warmes Wasser reicht. Bei Kopfgneis kannst du aber ein mildes Babyshampoo verwenden und versuchen die Kruste abzulösen. Anschließend kämmst du die Haare mit einer weichen Baby-Bürste und kannst die noch losen und verbleibenden Schuppen noch einmal vorsichtig auswaschen.

Unterschiede zwischen Kopfgneis und Milchschorf

 

Kopfgneis   Milchschorf
Vorkommen Kopfhaut, manchmal auch im Gesicht und Hautfalten des Körpers Kopf, Gesicht, Windelbereich, Rumpf und Gliedmaßen
Beginn Ca. ab dem 2. Lebensmonat bis ca. 6. Lebensmonat Ca. ab dem 3. Lebensmonat bis ca. 5. Lebensmonat
Aussehen Gelbliche bis bräunliche Schuppen, wirken fettig, manchmal mit geröteter Kopfhaut Schuppen sind trocken, hart und erinnern an angebrannte Milch, kann mit Neurodermitis auftreten, meist juckend
Dauer Kann bis zum 2. Lebensjahr andauern Bis zu zwei Jahren
Therapie Nicht notwendig, kann Symptome aber reduzieren Krusten lösen, täglich mit Pflegecreme behandeln, evtl. antientzündliche Therapie

Milchschorf – die Hautveränderung, die jedes 10. Baby betrifft

Milchschorf ist genau wie Kopfgneis eine harmlose Hauterscheinung. Sie tritt bei jedem 10. Baby auf und kann sich zu einer Neurodermitis (atopisches Ekzem) entwickeln. Ihre Bezeichnung erhielt die Hautveränderung durch ihre Optik, denn die Schuppen sind trocken und ähneln verbrannter Milch. Milchschorf ist nicht ansteckend, kann sich aber auch verschiedene Körperstellen ausbreiten.

Ursachen von Milchschorf

Die Ursachen von Milchschorf sind ebenso unklar wie die Ursachen von Kopfgneis. Es vermutet, dass ein Zusammenhang mit der Genetik der Eltern besteht. Forscher haben herausgefunden, wenn beide Eltern unter Neurodermitis leiden, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das Baby an Milchschorf oder Kopfgneis erkrankt, bei 60 %. Auch äußere Faktoren wie Stress und Nikotin begünstigen Milchschorf. Im Unterschied zu Kopfgneis juckt Milchschorf.

Aussehen von Milchschorf

Im Gegensatz zu den Schuppen des Kopfgneis, sind die Schuppen des Milchschorfs weiß bis gelblich und können mit kleinen Bläschen einhergehen. Die darunterliegende Kopfhaut kann gerötet sein. Milchschorf bildet sich am Kopf, kann aber sich aber auch auf das Gesicht, den Windelbereich, den Rumpf und die Gliedmaßen ausbreiten.

Dauer von Milchschorf

Milchschorf tritt etwa ab dem dritten Lebensmonat auf und klingt bei den meisten Kindern bis zum zweiten Lebensjahr ab. Die Dauer ist sehr unterschiedlich. Manche Kinder leiden zwei Monate unter Milchschorf, andere zwei Jahre.

Behandlung von Milchschorf

Noch ein Unterschied zum Kopfgneis, du solltest auf keinen Fall versuchen den Milchschorf zu entfernen. Auch nicht mit Öl oder Babyshampoo. Vereinbare einen Termin bei deiner Kinderärztin / deinem Kinderarzt, der / die dann ein Mittel verschreiben kann. In manchen Fällen sind auch antibiotische Mittel notwendig, die Entzündungen vorbeugen. Du kannst dein Baby unterstützen. Wir haben dir ein paar Tipps zusammengestellt.

Nägel schneiden: Milchschorf juckt und dein Baby wird versuchen sich zu kratzen. Schneide die Nägel deines Babys kurz und ziehe ihm nachts kleine Baumwollfäustlinge an. So vermeidest du, dass sich dein Baby wundkratzt, das wiederum Entzündungen hervorrufen kann.

Juckreiz vermeiden: Versuche so gut wie möglich Juckreiz zu vermeiden. Faktoren, die den Juckreiz begünstigen sind unter anderem Wolle, Hausstaub, Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit.

Juckreiz lindern: Zur kurzfristigen Linderung helfen kühlende Umschläge. Unerlässlich ist die Basispflege, die du von deiner Kinderärztin / deinem Kinderarzt verschrieben bekommst. Wir raten dir keine Salben oder Cremes ohne ärztlichen Rat auszuprobieren.

 

 

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