Wasservergiftung bei Babys – Wann tritt sie auf?
Alarmzeichen – sofort handeln
- Apathie/ungewöhnliche Schläfrigkeit, Trinkverweigerung
- Wiederholtes Erbrechen, Zittern, starkes Kältegefühl
- Krampfanfälle
Was tun? Bei schweren Symptomen oder Krampf: 112 anrufen oder in die Notaufnahme fahren. Sonst heute ärztlich abklären.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
(Hintergrund: Akute Hyponatriämie kann zu Hirnödem und Krampfanfällen führen.)
Was genau ist eine Wasservergiftung?
Bei einer Wasservergiftung (medizinisch: Hyponatriämie) nimmt eine Person eine übermäßige Menge Wasser zu sich. Dadurch wird das Blut stark verdünnt. Dies führt zu einem gefährlichen Abfall des Natriumspiegels im Körper. Natrium ist ein essenzielles Elektrolyt, das für die Regulierung des Wasserhaushalts verantwortlich ist. Wenn der Natriumspiegel im Blut zu stark absinkt, können Zellen – insbesondere im Gehirn – anschwellen. Dies kann neurologische Symptome wie Verwirrtheit, Krampfanfälle oder im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Schwellungen des Gehirns verursachen.
Warum zu viel Wasser besonders für Babys gefährlich ist
Besonders gefährlich ist eine übermäßige Wasserzufuhr für Babys unter sechs Monaten. Durch die geringere Körpermasse haben Babys im Vergleich zu Erwachsenen einen deutlich empfindlicheren Wasser- und Elektrolythaushalt. Ihre Nieren sind noch nicht vollständig ausgereift und können überschüssiges Wasser nicht effizient ausscheiden.
Nimmt ein Baby zu viel Wasser zu sich, kann sich Flüssigkeit im Körper ansammeln und das Risiko einer Hyponatriämie steigt. Schon geringe Mengen zusätzliches Wasser können in den ersten sechs Lebensmonaten problematisch sein. Deshalb sollen Babys ihren Flüssigkeitsbedarf ausschließlich über Muttermilch oder Säuglingsnahrung decken.

Flüssigkeitsbedarf von Babys: Ab wann benötigen Babys zusätzliches Wasser?
In den ersten 6 Monaten ist der Flüssigkeitsbedarf des Babys laut der DGE vollständig durch die Aufnahme von Muttermilch oder Pre-Nahrung gedeckt. Zusätzliches Wasser ist in diesem Alter demnach nicht erforderlich.
Erst im zweiten Lebenshalbjahr (6–12 Monate) können Babys zusätzliche Flüssigkeit zu sich nehmen. Mit Einführung der Beikost steigt auch der Flüssigkeitsbedarf und Eltern können ihren Babys nun zusätzlich eine kleine Menge Wasser anbieten.
Besonders in den ersten Lebensmonaten spielt die richtige Flüssigkeitszufuhr eine entscheidende Rolle für eine gesunde Entwicklung des Kindes. Generell hängt der Flüssigkeitsbedarf eines Babys von seinem Alter, seiner Ernährung und äußeren Faktoren wie Temperatur oder Aktivität ab.
Folgende Symptome können bei deinem Baby bei einer Wasservergiftung auftreten
Eine Wasserintoxikation kann sich durch verschiedene Symptome äußern, die oft unspezifisch beginnen und sich schleichend verschlimmern.
Das sind Frühwarnzeichen:
- Unruhe
- Reizbarkeit
- Schläfrigkeit oder gar Lethargie
- Da eine Wasservergiftung das empfindliche Gleichgewicht des Natriumhaushalts stört, können Babys zusätzlich unter Blähungen oder einem aufgeblähten Bauch leiden.
In schwerwiegenden Fällen kommt es zu:
- Erbrechen
- Zittern
- einer verringerten Körpertemperatur
- Besonders alarmierend sind Krampfanfälle, die darauf hinweisen, dass das Gehirn aufgrund der Zellschwellung betroffen ist. Eine schwere Hyponatriämie kann im schlimmsten Fall zu Bewusstlosigkeit oder Atemproblemen führen.
Du solltest besonders wachsam sein, wenn dein Baby plötzlich apathisch wirkt, nicht mehr richtig trinkt oder unerwartet viel weint. Falls eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, ist es wichtig, sofort einen Arzt oder die Notaufnahme aufzusuchen. Eine frühzeitige medizinische Behandlung kann helfen, schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

Prävention: So vermeidest du eine Wasservergiftung bei Babys
- Stillen oder Pre-Nahrung gemäß der offiziellen Empfehlung verabreichen: Im
1. Halbjahr decken Muttermilch oder Pre den Bedarf, zusätzliches Wasser ist nicht nötig. - Das Baby nicht mit verdünnter Pre-Nahrung füttern: Die Babynahrung sollte immer nach den Herstellerangaben zubereitet werden.
- Ab einem Alter von sechs Monaten können wenige Schlücke nur zur Beikost mitangeboten werden.
- Wassermenge immer im Blick behalten: Auch nach sechs Monaten sollte die Wasseraufnahme moderat bleiben und nicht den Hauptbestandteil der Ernährung ausmachen.
- Aufpassen beim Baden: Babys sollten nicht unbeaufsichtigt im Wasser spielen, um unkontrolliertes Verschlucken von Wasser zu vermeiden.
Typische Auslöser für eine Wasservergiftung
- Pre-Milch wird dem Baby verdünnt angeboten (immer exakt nach Packung)
- Exzessives Wassertrinken „Durstlöschen“ bei Hitze
- Größere Wassermengen geschluckt (z. B. beim Baden)
Was ist zu tun, wenn dein Baby versehentlich eine zu große Menge Wasser getrunken hat?
Falls dein Baby versehentlich eine größere Menge Wasser zu sich genommen hat, solltest du es genau beobachten. Achte auf mögliche Anzeichen einer Wasservergiftung.
Falls dein Baby erbricht oder apathisch wirkt, solltest du umgehend einen Arzt kontaktieren.
In ernsten Fällen kann eine medizinische Behandlung erforderlich sein, um den Natriumhaushalt wieder auszugleichen. Im Zweifel gilt: Lieber frühzeitig ärztlichen Rat einholen, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.
Quellen & weiterführende Infos
WHO – Exklusives Stillen bis 6 Monate („kein zusätzliches Wasser“).
BZgA – Getränke im ersten Lebensjahr
DGE – Referenzwerte Wasser, Säuglinge.
CDC MMWR – Hyponatriämie nach Wasser-/Formelverdünnung bei Säuglingen
AAP (Kapitel „Water and Hydration“) – Flüssigkeitsbedarf im 1. Lebensjahr.
Zuletzt aktualisiert: 2025.





