Das Onlinemagazin für Mamas und alle, die es werden wollen.

Filter

Sodbrennen in der Schwangerschaft: So kannst du es vermeiden

Sodbrennen in der Schwangerschaft: So kannst du es vermeiden

Viele Schwangere klagen gerade im letzten Trimester über Sodbrennen. Es gibt viele natürliche Heilmittel und einige Tipps, die jetzt helfen können.

Etwa 70 Prozent der schwangeren Frauen haben ab und zu Probleme mit lästigem Sodbrennen (Reflux). Dies gehört zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft. Manche bereits in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft. Das liegt daran, dass der Körper während der Schwangerschaft mehr Progesteron produziert. Progesteron dient der Entspannung der Uterusmuskeln, macht aber auch den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre weicher. Dadurch kann die Magensäure nach oben in die Speiseröhre steigen. Viele Frauen leiden übrigens nicht nur am Anfang, sondern auch gegen Ende ihrer Schwangerschaft daran. Hier sind die besten Tipps und ein paar wichtige Informationen zum Thema Sodbrennen.

Sodbrennen im letzten Schwangerschafts-Trimester

Im letzten Trimester der Schwangerschaft, vor allem ab dem 7. Monat, klagen viele Frauen häufig über überschüssige Magensäure. Das Baby ist in den letzten Wochen ordentlich gewachsen und beansprucht jetzt ziemlich viel Platz in deinem Bauch. Ab der 34. Schwangerschaftswoche nimmt es pro Woche ca. 200 Gramm an Gewicht zu. Das braucht Platz und der Druck auf deinen Magen wird größer. Besonders nach den Mahlzeiten lässt das die Magensäure nach oben in die Speiseröhre steigen. Vor allem bei vollem Magen entsteht dann ein brennendes Gefühl tief in der Kehle. Manchmal ist die Magensäure selbst im Mund zu schmecken.

Wie vermeidest du Sodbrennen?

Wenn du häufig unter Sodbrennen leidest, solltest du genau auf deine Ess- und Trinkgewohnheiten achten. Hier sind einige Tipps für werdende Mütter, so dass Sodbrennen erst gar nicht auftritt.
  • Beim Essen ist deine allgemeine Haltung sehr wichtig. Konzentriere dich auf das Essen, iss nicht zu schnell und achte darauf, dass du bei den Mahlzeiten möglichst gerade sitzt.
  • Extra gut kauen hilft jetzt. Statt täglich drei großer Mahlzeiten lieber sechs kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt essen, das belastet den Magen nicht so sehr.
  • Drei Stunden, bevor du ins Bett gehst, solltest du am besten gar nichts mehr essen.
  • Vermeide nach Möglichkeit fettes Essen, scharfe und stark Gerichte und Zitrusfrüchte. Vor allem Knoblauch, Hülsenfrüchte, Zwiebeln oder Kohlsorten können zu verstärktem Sodbrennen führen. Achte daher bei diesen Speisen gut auf die Reaktion deines Körpers und verzichte das nächste Mal lieber auf die "Übeltäter".
  • Auch Fertiggerichte können Auslöser sein, meist liegt es an den Geschmacksverstärkern, die hier oft großzügig verwendet wurden.
  • Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Fisch und Vollkornprodukten kann die Magensäure im Zaum halten.
  • Du solltest außerdem nicht zu viel Kaffee oder schwarzen Tee konsumieren und außerdem mit kohlensäurehaltigen Getränken vorsichtig sein. Gekühlte Getränke ohne Kohlensäure schaffen Linderung, warme Tees reizen den Magen im Moment eher mehr. Genauso wie verschiedene Obstsäfte, die zu viel Säure enthalten. Sie können den Reflux zusätzlich noch anregen.
  • Auch Stress solltest du vermeiden, denn er lässt die Magensäure "hochkochen". Geh alles etwas ruhiger an oder probiere einmal eine Meditations-App aus um dich zusätzlich zu entspannen.

Die gängigsten Hausmittel gegen Reflux

Es gibt verschiedene Medikamente, die die Magensäure neutralisieren und die du auch während deiner Schwangerschaft unbedenklich einnehmen kannst. Diese Medikamente sind als Kautabletten oder als Suspension erhältlich. Trotzdem solltest du selbstverständlich vor dem Gebrauch erst den Beipackzettel lesen und die Magensäurehemmer nur nach Rücksprache mit dem Apotheker und deinem Gynäkologen verwenden.  In der Regel haben sie keinerlei Auswirkungen auf das Ungeborene, aber vielleicht willst du es trotzdem erst einmal auf natürlichem Weg versuchen. Es gibt viele alternative Heil- und Hausmittel gegen Sodbrennen. Vielleicht empfiehlt dir deine Hebamme spezielle Schüsslersalze oder andere homöopathische Mittel die dir helfen können.
  • Lauwarme Milch und cremiger Vanillepudding sind bekannt für ihre magensäurehemmende Wirkung.
  • Auch Kamillentee oder Apfelessig (mit Wasser verdünnt) kann die lästigen Beschwerden lindern.
  • Ein weiteres bewährtes Hausmittel ist das Kauen roher Mandeln, bei manchen Frauen helfen auch Haferflocken oder trockenes Brot.
  • Milch, Topfen und Joghurt sind natürliche Säurehemmer. Gerade wenn das Sodbrennen am Morgen auftritt, helfen ein paar Schlückchen Milch oder 5-6 Esslöffel Quark bzw. Joghurt.
  • Auch Heilerde neutralisiert die Magensäure gut. Einen Esslöffel feines Heilerde-Pulver auf ein Glas lauwarmes Wasser geben und in kleinen Schlucken trinken. Ist etwas gewohnheitsbedürftig.
  • Viele Schwangere schwören auch auf Fencheltee. Eine Tasse lauwarm nach jeder Mahlzeit in kleinen Schlucken getrunken, kann die Beschwerden mildern.
  • Viele Hebammen empfehlen auch eine Senfkur: Ein Teelöffel Senf nach den Mahlzeiten soll das Sodbrennen wirkungsvoll vertreiben.
  • Kaue nicht zu viel Kaugummi. Denn dadurch gelangt zusätzliche Luft in deinen Magen.
  • Achte darauf, dass deine Kleidung nicht zu eng sitzt, besonders wenn du etwas trägst was über dem Bauch sitzt. Vermeide nach Möglichkeit Spannungen und zu viel Stress.
  • Bewege dich ausreichend, das regt die Verdauung und den Stuhlgang an. Sorge dafür, dass du mit dem Kopf während des Schlafens etwas höher liegst. Das vermeidet, dass Magensäure nach oben in die Speiseröhre gelangt.
  • Verwende ein zusätzliches Kissen oder stelle das Kopfteil deines Betts höher.
  • Alternativ kannst du auch das Kopfende mit Klötzen erhöhen. Versuche, auf der linken Seite zu schlafen. Vermeide dich zu bücken, denn dadurch hat die Magensäure leichtes Spiel und kann in die Speiseröhre laufen. Knie dich lieber hin, anstatt dich vornüber zu beugen.
Die gute Nachricht ist, dass das Sodbrennen nach der Geburt wieder verschwindet. Sobald dein Baby keinen Druck mehr auf den Magen ausübt, ist alles wieder ganz normal. Vielleicht dauert es noch einige Tage bis sich deine Magenschleimhaut beruhigt hat, doch dann kannst du wieder unbeschwert essen und trinken. Rückenschmerzen in der Schwangerschaft? Das hilft dagegen. Bild: Gettyimages  

Mama&Family-Newsletter

Aktuelle Familieninfos, hilfreiche Services und Expertentipps? Mit dem mama24baby-Newsletter verpasst du kein wichtiges Thema mehr. Von Kinderwunsch über Schwangerschaft bis zum täglichen Familienleben erwarten dich alle zwei Wochen spannende Artikel, Diskussionen, Gewinnspiele, Aktionen und mehr.

© mama&family 2021

// Queries: 200
// Time: 0,226