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Wenn mein Kind krank ist, bekomme ich trotzdem Gehalt?

Wenn mein Kind krank ist, bekomme ich trotzdem Gehalt?

Auf diesen Fall m√ľssen sich alle berufst√§tigen Eltern vorbereiten: Das Kind ist krank und kann nicht in die Betreuung. Auch sonst kann sich niemand k√ľmmern. Da bleibt nur eins - Mama oder Papa m√ľssen zu Hause bleiben. Was bedeutet das finanziell?

Wie viele Tage darf ich im Job fehlen, wenn mein Kind krank ist? Muss ich Sonderurlaub einreichen? Werde ich trotzdem bezahlt? So sieht die Gesetzeslage aus.

Die Rechte von Arbeitnehmern im Krankheitsfall des Kindes

Fangen wir direkt mit den harten Fakten an: Arbeitnehmer k√∂nnen sich pro Kind, das j√ľnger als zw√∂lf ist, im Jahr zehn Tage lang zur Pflege des Nachwuchses freistellen lassen. Bei mehreren Kindern stehen jedem Elternteil maximal 25 Tage pro Jahr zu. In dieser Zeit bekommen sie Geld. Allerdings nicht vom Arbeitgeber und nicht die volle H√∂he des Gehalts. Sie m√ľssen das Krankengeld von der Krankenkasse einfordern. Geregelt ist dies in Paragraph 45 Sozialgesetzbuch V. Demnach erhalten gesetzlich Krankenversicherte mit Anspruch auf Krankengeld das sogenannte Kinderkrankengeld, wenn das Kind krank ist. Das betr√§gt 70 Prozent des ausgefallenen Bruttogehalts, jedoch maximal 90 Prozent vom Nettolohn. Daf√ľr m√ľssen Arbeitnehmer ein Attest des Arztes einreichen. Es ist √ľbrigens m√∂glich, dass sich ein Elternteil den Anspruch des anderen √ľbertragen l√§sst. So kann sich die Mutter beispielsweise 20 Tage pro Jahr und Kind freistellen lassen. Allerdings m√ľssen beide Arbeitgeber zustimmen.

Regelungen f√ľr Beamte bei Krankheit des Kindes

Grunds√§tzlich gelten f√ľr Beamte oder Angestellte im √∂ffentlichen Dienst dieselben Regeln. ¬†Jedoch verh√§lt es sich in der Praxis etwas komplizierter. Nach BGB Paragraph 616 bekommen alle Bundes- und Landesbeamte sowie Tarifbesch√§ftigte im √∂ffentlichen Dienst vier Tage bezahlten Sonderurlaub, wenn das Kind krank ist. Das gilt pro Jahr und krankem Kind unter zw√∂lf Jahren. Sollten die vier Tage nicht reichen, k√∂nnen privat versicherte Beamte ¬†meist unbezahlten Sonderurlaub nehmen. Der Einzelfall muss aber immer mit dem Vorgesetzten gekl√§rt werden. Es kann auch ja nach Bundesland unterschiedliche Regelungen geben. Auch Beamte haben unter Umst√§nden ein Recht auf Ausgleich.¬†Liegt ihr Verdienst unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung, k√∂nnen sie sich 7,5 Tage pro Jahr freistellen lassen (das wird oft aufgerundet auf 8). So sollen sie nicht schlechter dastehen, als gesetzlich Versicherte. Die k√∂nnen zwar 10 Tage lang zu Hause bleiben, erhalten aber nur 70 Prozent Lohnersatzzahlung. Bist du¬†Beamtin mit h√∂heren Bez√ľgen, kannst du nach den 4 Tagen Sonderurlaub zus√§tzlich unbezahlten Sonderurlaub beantragen. Das gilt √ľbrigens auch f√ľr gesetzlich versicherten Angestellten im √∂ffentlichen Dienst.

Wenn die Elternteile verschieden versichert sind

Was, wenn ein Elternteil privat und der andere gesetzlich versichert ist? Dann wird es etwas komplizierter. Es kommt darauf an, √ľber wen das kranke Kind versichert ist. Szenario A: Die Mutter ist Bundesbeamtin, ihre Eink√ľnfte¬†erreichen aber nicht die oben erw√§hnte Grenze. Der Vater ist angestellt und das Kind ist bei ihm gesetzlich mitversichert. Sie hat in diesem Fall pro Jahr Anspruch auf sieben bis acht Tage Freistellung und vollen Lohn. Der Mann bez√∂ge¬†dagegen f√ľr zehn Tage das Krankengeld. Szenario B: Der Vater ist privat versichert und das Kind √ľber ihn als Besserverdienenden ebenfalls privat versichert. Wenn sein Arbeitsvertrag jedoch eine Lohnfortzahlung ausschlie√üt, wenn das Kind krank ist, haben unter Umst√§nden beide Erwachsenen das Nachsehen. N√§mlich wenn die Mutter gesetzlich versicherte Angestellte ist. Dann kann es passieren, dass die Eltern, und zwar jeder zehn Tage lang, ohne Lohnfortzahlung das kranke Kind betreuen muss. Denn die Voraussetzung f√ľr den Erhalt von Kinderkrankengeld ist, dass auch das Kind gesetzlich versichert ist.

Alleinerziehend ‚Äď ein Spagat zwischen Arbeit und Familie

Richtig in die Bredouille kommen h√§ufig Alleinerziehende, wenn das Kind krank ist. Erst recht, wenn sie mehrere Kinder haben. Deshalb sollten sie schon fr√ľh versuchen, ein Notfallnetzwerk aufzubauen. Zwar k√∂nnen sich Alleinerziehende pro Jahr 20 Tage pro Kind freistellen lassen, bei mehr als zwei Kindern liegt die Grenze bei 50 Tagen. In der Praxis reicht dies aber oft nicht aus.

Darf ich den Arbeitsplatz verlassen, wenn mein Kind krank ist?

Es ist der Anruf, vor dem sich viele Eltern f√ľrchten: Die Kita oder die Schule ruft an und teilt mit, dass das Kind krank ist und abgeholt werden muss. Und jetzt? Darf ich einfach den Stift fallen lassen und mein Kind abholen gehen? Ja! Nat√ľrlich musst du deinen Vorgesetzten informieren. Aber du hast das Recht, dich um dein krankes Kind zu k√ľmmern, wenn keine andere im Haushalt lebende Person das √ľbernehmen kann.  

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